2013/06/25

Warum nicht immer so?

"Levi, bist du müde, möchtest du ein Mittagsschläfchen machen?"
 Eifriges Nicken. 
"Dann geh doch schon mal vor ins Schlafzimmer, ich komme nach!"
 Levi klemmt sich entschlossen Dada unter den Arm und wackelt los. 
Die Mama legt ihn ins Bett und schliesst den Schlafsack.
"Der Mond ist....." 
"Schnaaaaaarch...." 
Das gefällt! - Eine schönen Dienstag Euch!

2013/06/20

Manchmal kommt es anders...

Ich hatte ja super-duper Neuigkeiten angekündigt. Und heute möchte ich damit rausrücken, aber dafür muss ich etwas ausholen. Ich habe euch ja ausführlich über unseren Kinderwunsch berichtet, nachzulesen hier, hier und hier. Das war eine körperlich, emotional und auch finanziell anstrengende Zeit, die sich aber natürlich sowas von gelohnt hat! Und gerne wollten wir immer ein zweites Kind, möglichst mit nicht zu großem Abstand (man wird ja nicht jünger, hüstel), die Frage war nur: wann gehen wir das an? Wir haben uns dann auf Anfang 2014 geeinigt, da wird Levi Zwei und der Zeitpunkt erschien uns ganz passend, wieder in der Kinderwunschklinik vorstellig zu werden.
Aber dann kam alles ganz anders: vor ein paar Wochen war ich bei meiner Gynäkologin, weil ich undefinierbare Schmerzen im Unterleib hatte und mal wieder eine olle Zyste vermutete. Die Ärztin schaute sich alles ganz genau an, machte ein Ultraschall und verkündete strahlend: "Schauen Sie mal Blinki, ich kann Ihnen zeigen, woran die Schmerzen liegen. Herzlichen Glückwunsch!" Auf dem Bildschirm war eine winzige Fruchthöhle zu sehen, die Schmerzen kamen wohl von den sich dehnenden Mutterbändern. Ich bin schwanger! Und zwar einfach so! Ohne Hormone, ohne Hilfe, ohne Warteschleife und ganz ohne Hoffen und Bangen. Ich konnte es nicht fassen. Um nicht zu sagen: Ich war sprachlos und wäre beinahe vom Stuhl gefallen. Damit hatten wir mit unserer Geschichte nun wirklich nicht gerechnet!
Natürlich hatten uns die Ärzte nach Levis Geburt gesagt: "Das zweite kommt oft von ganz allein, Sie werden sehen!" Und mein Mann und ich haben dazu milde gelächelt und "Blablabla, na klar.." gedacht. Und dann sowas. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überglücklich und freuen uns wahnsinnig. Mittlerweile bin ich in der 13. Woche und beim letzten Ultraschall hat das Kleine mir schon fröhlich zugewunken. Levi wird also ein grosser Bruder, und jetzt suchen wir noch intensiver nach einem Haus mit Garten für unsere kleine Familie. 
Liebes Universum, du hast es wirklich verdient, dass wir heute mal auf dich anstossen. Mit 'ner Orangina selbstverständlich.

2013/06/15

Momente...

...in denen man sich Geiste mal kurz alleine auf eine Südseeinsel beamt: wenn man das Kind dabei überrascht, wie es hingebungsvoll mit dem Labello das Stoffsofa bearbeitet.
Jaja, ich weiß- ein Stoffsofa, süß von uns. Das haben wir uns selbstverständlich noch kinderlos gekauft!

2013/06/09

Es war einmal...

...eine Traumhochzeit in Schweden. Um genau zu sein: gestern. NATÜRLICH habe ich mir das in voller Länge angeschaut. Levi hing mit 39 Grad Fieber schlafend auf meinem Arm und konnte sich nicht wehren...der Ärmste.
Im Vorfeld habe ich ja geträumt, ich wäre zu dieser Hochzeit eingeladen. Das fand ich im Traum überhaupt nicht verwunderlich, sondern hielt es als Madeleines beste Freundin natürlich für das Mindeste. Leider hatte ich mich bis zum Vorabend der Trauung nicht um ein passendes Outfit gekümmert und war nun einigermassen verzweifelt. Irgendwann fiel mir noch das Kleid ein, welches ich zur Hochzeit meiner Freundin B. vor ein paar Wochen getragen hatte. Was solls,dachte ich, dann ziehe ich halt das an. Fehlte nur noch ein Hut! Wie es der Zufall wollte, öffnete meine Mutter mir kurz darauf mit einem turmhohen Fascinator a la Kate Middleton die Tür, wollte diesen aber ungern verleihen. "Ich habe hier noch einen Tirolerhut, setze den doch auf!" Ein Tirolerhut, die spinnt doch...während ich mich noch ärgerte, riss mich Levi mit einem lauten "MAMAMAMAMA" aus dem Schlaf.
Soviel zu meinen komischen Hirngespinsten in der Nacht. Ich führe ja ein Traumtagebuch, das immer griffbereit in meiner Nachttischschublade liegt, und in welches ich dann sofort und ungefiltert nach dem Aufwachen meine Träume, sofern ich mich erinnere, niederschreibe. Vielleicht sollte ich das mal einem Psychologen zeigen, denn die darin enthaltenen Szenerien schwanken zwischen unfassbar konfus und lustig und einfach nur bizarr. Alpträume schreibe ich übrigens aus Prinzip nicht auf. Wer will sich denn an sowas erinnern?
Hier einige Kostproben.

04.03.2005
Bin mit einer Freundin in Mexiko unterwegs. In einer schäbigen Spelunke wollen wir auf die Toilette gehen. Diese befindet sich im Keller, den man nur über eine Rutsche erreicht. Dort unten ist ein weiterer Raum, in dem Heinz Strunk und Jaques Palminger Karten spielen. Heinz besorgt uns gefälschte Pässe- wofür wir die brauchen, weiss ich nicht mehr. Ich bin beleidigt, weil ich den Pass bekomme, auf dem das Mädchen auf dem Foto Schielaugen und eine unförmige Frisur hat. Meine Freundin bekommt das hübsche Foto mit dem Pagenschnitt und den runden Puppenaugen.


02.05.2005
Ich habe mir betrunken ein furchtbar hässliches Symbol auf den Handrücken tatowieren lassen. Es sah ungefähr so aus (Zeichnung). Natürlich bin ich verzeifelt und möchte es sofort weglasern lassen. Ausserdem habe ich vor den Tätowierer zu verklagen weil ich ja so betrunken und nicht Herr meiner Sinne war. Mir wird ein guter Anwalt empfohlen. Auf dem Weg dorthin treffe ich im Bus Angelina Jolie, die mir ein Tatoo zeigt, welches ihr Bruder ihr mal gestochen hat, und was sie auch ganz fürchterlich findet. Es sieht ungefähr so aus (Zeichnung). Dann erzählt sie, dass sie in ihrem nächsten Film Dracula spielen wird. Ich bin irritiert. War das nicht ein Mann? Nein, Angelina korrigiert mich: das war eine transsexuelle Frau! Verrückt. Ich möchte Angelina erschrecken, und verkleide mich als Gandalf aus Herr der Ringe. Sie ist nicht beeindruckt.

03.07.2006 (man erinnere sich: Fussball-WM)
Ich stehe an einer Pommesbude. Dahinter steht gutgelaunt Bastian Schweinsteiger und hilft seinen Eltern. Das nächste WM-Spiel ist ja auch erst morgen. Er ist gar nicht so hässlich wie im Fernsehen. Simone B. und ihre Schwester kommen hinzu. Ich frage, was sie in Hamburg machen. Simone sagt, sie lag acht Wochen hier im Krankenhaus weil sie sich an einem Robbensteak vergiftet hatte. Sie nuschelt sehr. Mein Vater bittet mich, eine leere Orangensaftflasche zurück ins Mannschaftsquartier der Deutschen im Grunewald zurück zu bringen. Ich schleiche mich rein. Alles leer. Ein paar Spieler essen Pommes.

20.11.2011
Ich bin in einem Raum mit einem grossen, schwarzen Hund. Der Hund hat Schlappohren und Hängebacken und scheint zu schlafen. Ich sage: "Irgendwie riecht es hier komisch." Der Hund hebt den Kopf und sagt: "nach Jochurt Baby, nach Jochurt." Er lässt den kopf wieder fallen und schläft weiter.

Das passiert also in meinem Kopf während ich schlafe. Ist das normal? Ich mein, sowas kann man sich ja gar nicht ausdenken! 
Ich sage nur soviel: es tauchen weiterhin unverhältnismässig viele Prominente auf. Ich habe noch im Angebot: Sky Dumont, 50 Cent, Marika Rökk und Justin Timberlake.

2013/06/05

WAHWAH!

Meine Schwester möchte in diesem Jahr den Jakobsweg gehen. Irgendwie hat sie mit ihrem Vorhaben, für das sie schon fleissig übt, alle in Aufregung versetzt, und ich höre jetzt immer im Auto Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg". Sozusagen als Einstimmung darauf, was sie dann alles erwarten könnte. Vor Jahren habe ich das Buch gelesen und fand es ganz unterhaltsam, aber von Hape selbst eingesprochen, bekommt das Ganze natürlich einen ganz eigenen Charme. Das ist gemütlich und macht Spass, jedenfalls solange das Kind schläft.
Denn Levi findet das Gesabbel stinklangweilig.
"MAMAMAMAMAMA!" "Ja, Mäuschen, ich kann dich hören!" "MAAAAAAAAMA!" "Jahaa!"(flöt). "MAMAMAMAMAMA!" Jetzt greift das Kind zu härteren Bandagen: Elmo wird ans Fenster geworfen. Dada folgt. Ich seufze. Und versuche angestrengt, weiter zu lauschen und alles andere einfach auszublenden. Levi wird ungeduldig. Ein Schnuller segelt an mir vorbei. "WAHWAHWAHWAHWAHWAH!" "Sorry, Mäuschen,an den komme ich jetzt nicht ran. "WAAAAAAAAHWAAAAAAAAAAH!" "MAAAAMAAAA,WAAAAAHWAAAAH"! Ich gebs auf, schalte aus und blicke ihn an "Zufrieden?".
Levi lehnt sich entspannt zurück und winkt mir fröhlich lächelnd zu.

2013/06/02

life lately


Bevor ich demnächst mit wirklich super -duper Neuigkeiten um die Ecke komme, hier ein paar Eindrücke der letzten Wochen. Für meine Instagram-Freunde ein alter Hut, aber immerhin!
A propos Instagram, macht das nicht einfach süchtig? Sind noch ein paar von euch dort unterwegs?
Einen schönen sonntag wünscht Blinki!

Yo!

gute Freunde

Kreide wird endlich zum krickeln benutzt, obwohl in unbeobachteten Momenten gerne noch abgebissen wird
...


Blumen werden ausgiebig bewundert. Man beachte den modischen Federschmuck!




die Bücher haben endlich einen Platz
die naive Mutter dachte tatsächlich, sie könnte mal für zwei Minuten wegschauen

2013/05/13

Muttertag

Am Morgen des Muttertages steht eine Frau in ihrem Lieblingscafé an der Kuchentheke, und ist im Begriff noch schnell ein paar Geburtstagsleckereien für ihre Schwester zu kaufen. 
Ein kleiner, rundlicher Junge betritt den Laden und zeigt freudestrahlend auf einen pinken Kuchen in Herzform, auf dem in großen Marzipanbuchstaben "Für die beste Mama" geschrieben steht. "Den nehme ich!", sagt er, und reicht dem Verkäufer stolz einen zerknitterten Zehn-Euro-Schein. "Das reicht leider nicht" antwortet dieser, "der Kuchen kostet zwölf Euro." Die großen, runden Kinderaugen werden feucht. Vermutlich hat er sein ganzes Taschengeld zusammengekratzt, um seiner Mutter an diesem Tag eine besondere Freude zu machen. Mit hängenden Schultern dreht der Kleine sich um und schickt sich an, das Geschäft mit leeren Händen zu verlassen. "Psst" flüstert ihm die unbekannte Frau zu. Sie hat gerade ihr Wechselgeld erhalten und drückt ihm ein Zwei-Euro-Stück in die Hand. "Grüß mir deine Mutter unbekannterweise" sagt sie, und verschwindet in den wunderschönen Frühlingsmorgen.

2013/05/06

16 Monate

Lieber Levi,
seit gestern bist du ganze energieleadene, fröhliche 16 Monate alt. Zufällig hatte auch deine Oma Geburtstag, und so konntest du bei dem schönen Wetter im niegelnagelneuen Sandkasten bei den Großeltern spielen und der Oma helfen den Garten zu harken. Deine Mutter hat derweil gemütlich in der Sonne gesessen und eine Weissweinschorle Apfelschorle getrunken. 
Aus irgendeinem Grund liebst du Besen, sei es der eklige Besen aus unserem Hausflur (wem gehört der eigentlich?) oder der Terrassenbesen bei meinen Eltern. Und da ich versuche eine gute Mutter zu sein, habe ich dir neulich deinen höchsteigenen (sauberen) Kinderbesen aus Holz gekauft. Den liebst du so sehr, dass es für dich nicht mehr zumutbar ist, ohne ihn zu essen, zu baden, oder zu schlafen. Ich hoffe, die Phase geht schnell vorbei! Es stört dich überhaupt nicht, dass das Ding durch den langen Stiel etwas unhandlich ist, aber du bekommst ihn ja auch nicht dauernd an den Kopf, das ist deine Mutter. Die hält die Birne aber auch garantiert immer trottelig in den Weg. Nun ja.
Du weißt wo deine Nase, Mamas Nase, deine Ohren, Mamas Ohren, Beine, Füsse und Augen sind. Wenn man sagt: "Levi, mach mal Ei", dann streichelst du einem, mit all der grobmotorischen Sanftheit die dir möglich ist, über den Kopf.
Wenn ich dich morgens fertig angezogen habe, wackelst du gerne in deinen Puschen Richtung Wohnungstür und schleppst eifrig deine Schuhe an damit ich sie dir anziehe. Wenn ich Glück habe, sind es zwei gleiche. Dann entschwindest du wieder, man hört dich ächzen und schnaufen, und du stehst mit einem meiner Gummistiefel im Kinderzimmer. Was solls, er wird angezogen. Ein Turnschuh folgt. Her damit-wenn es dich glücklich macht. Jetzt wird ein neues Oberteil aus dem Schrank geholt und mir auffordernd hingehalten. Auf die Frage, ob du jetzt lieber dieses anhättest, nickst du sehr bestimmt mit dem Kopf. Denn Nicken und Kopfschütteln- damit kommst du gerade gut durch die Welt. Wenn du etwas nicht möchtest, drehst du denn Kopf engagiert nach links und rechts und machst in dringenden Fällen (noch etwas Spinat,Mäuschen?) noch eine abwehrende Geste mit der Hand (NEIN, DANKE, Mama!). Also ziehe ich dir den neuen Pulli an. Was der Herr wünscht- ist doch gern geschehen.
Wenn wir also beide zu deiner Zufriendenheit angezogen sind, gehen wir auf den Spielplatz. An guten Tagen habe ich überprüft ob ich zwei gleiche Schuhe anhabe. 
Dort angekommen, isst du erstmal genüsslich ein paar Hände Sand, bis deine Mutter das bemerkt und etwas hektisch aber erfolglos versucht, dir den Mund auszuwischen. Ich schlage dann erstmal die Schaukel vor. Darauf hast du nur gewartet, denn schaukeln ist das allerallerschönste. Triumphierend stapfst du schonmal in die Richtung.  Ich nehme dich dann auf den Schoß und wir schaukeln eine gefühlte Dreiviertelstunde, jedenfalls wenn sonst keiner ansteht. Du lehnst den Kopf an und geniesst. Dabei habe ich das Gefühl, dass der Akt des schaukelns für dich fast etwas meditatives hat. Wenn ich nach einer Ewigkeit anhalte und dich absetzen möchte, klammerst du dich an mir fest, nickst mehrmals mit Nachdruck und deutest so an, dass wir gerne noch ein, zwei Stündchen weiterschaukeln dürfen. Wenn es dem Herrn dann genehm ist, oder ein anderes Kind neben uns "schaukälllln, schaukällln!!!" schreit, begeben wir uns nach einem kurzen Zwischenstop an der Rutsche zurück zum Sandkasten. Ich backe dir ein paar Sandkekse, und jedesmal wenn ich ein Förmchen umdrehe, lachst du begeistert auf. Der Wahnsinn! Was die Mama alles kann! Mir ist schon klar, dass ich etwas mehr bringen muss, wenn du, sagen wir mal, 15 bist. Aber jetzt, jetzt reichen ein paar Sandkuchen. Auf dem Rückweg gibt es für jeden von uns einen Friand in unserem Lieblingscafé-ein kleiner Zuckerschock am Tag darf mittlerweile sein!
Was ist sonst noch neu? Du hast entdeckt, dass es nicht nur superwitzig ist wenn du gekitzelt wirst, nein, das kannst du doch selber auch! Also wird die Mama am Rücken, am Hals und an den Füssen gekitzelt und wir lachen uns beide kaputt. 
Wenn du deinen geliebten Schnuller suchst, sagst du laut "WAHWAH, WAHWAH!" Zählt das schon als Wort? Deine Eltern verstehen auf jeden Fall was du meinst. Das Leben mit dir wird jeden Tag schöner und spannender, denn du lernst und entdeckst quasi stündlich neues. Wie man eine Flasche zudreht, wie man einen Schalter bedient, wo man an der Salatschleuder drehen muss. Man kann praktisch dabei zusehen, wie sich in deinem Hirn die Synapsen verknüpfen. Du weisst genau, in welcher Schublade sich deine Sesamstangen und anderen Snacks befinden, und gehst gerne wie selbstverständlich in die Küche und steckst deinen ganzen Oberkörper hinein. Nachdem wir dich mal mit einer Reiswaffel im Mund und einem Keks in jeder Hand erwischt haben, ist die Schublade abgeschlossen. Auch Eltern müssen lernen. Du liebst deine Bilderbücher, deine Stofftiere (Dada, Elmo und die Katze) und machst gerne mit Kochlöffeln und Töpfen Krach. Und bist trotzdem so lieb und anschmiegsam wie man es sich nur wünschen kann. Zum Einschlafen singe ich dir ein "Best-of-Schlaflieder"- Medley vor: "der Mond ist aufgegangen", "Weisst du wieviel Sternlein stehen", und der Evergreen "Lalelu". Meistens entschlummerst du dann sanft. Manchmal hast du aber auch überhaupt keine Lust zu schlafen oder bist noch gar nicht müde-dann wird halt nochmal im Kinderzimmer gespielt. Wenn ich nicht müde bin, kann ich ja beim besten Willen auch nicht einschlafen, deshalb verstehe ich das. Und als Mama kann man ja ein "ich muss mich noch etwas wälzen" von "ich bin wirklich nicht müüüüüde, ich könnte Bäunme ausreissen" unterscheiden. So haben wir auch Abends nie wirklich Stress. Ausser ich bin, im Gegensatz zu dir, todmüde und möchte einfach nur aufs Sofa. Aber da kannst du ja nix dafür, und den Schuh ziehst du dir auch nicht an-dann erst recht!
Ich versuche jeden Tag eine gute, geduldige, liebevolle Mutter zu sein.  Ich weiß nicht, ob ich das schaffen werde, aber ich weiß, dass du es mir so einfach wie möglich machst.
Love, Mama

Besen?-check. Sandkasten?-check. Mehr braucht ein Levi nicht!

2013/04/28

Mia hat eins mehr

Bei meinen Streifzügen durch das Netz bin ich kürzlich über den Blog der lieben  Claudia gestossen. Sie hat ihre Tochter Mia mit neun Monaten verloren, da sie an einem schweren Herzfehler litt. Ausserdem hatte Mia das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21 genannt.
Beim Lesen der Einträge habe ich ein paar Tränchen verdrückt, das gebe ich zu. Na gut, viele. 
Denn ein Kind zu verlieren ist einfach das Schlimmste was einem passieren kann, ich habe dafür keine Worte.
Aber viel öfter habe ich gelächelt, denn die Menschen und Schicksale die Claudia neben ihrem eigenen vorstellt sind herzergreifend, voller Wärme und Inspiration, und erinnern einmal mehr daran, dass Kinder wunderbar sind, egal in welcher Form das Universum sie uns schickt. Schaut mal rein.

Love, Blinki

2013/04/24

Kitapopita

Ein ähnlich heikles Thema wie das attachment parenting ist ja die Kita- Frage. Denn auch hier gerät  man immer in Erklärungsnot oder zumindest ins Kreuzverhör, wenn man locker erzählt, dass das eigene Kind nicht in die Kita, sondern erst mit drei in den Kindergarten gehen wird."Hääää? Wieso das denn?" ist die gängige Frage auf diese Offenbarung. "Weil wir das so wollen!" ist die Antwort,die noch mehr Unverständnis hervorruft. Da wundere ich mich dann mal wieder. War das nicht früher ganz normal? 
Versteht mich nicht falsch: ich finde Kitas toll und richtig, und jede Familie sollte auch hier das machen, was für sie am besten funktioniert. Und als alte Emanze möchte ich auch noch betonen, dass es für die Unabhängigkeit der Frau total wichtig ist arbeiten gehen zu können, wenn sie muss oder möchte, und ihr Kind dabei gut betreut zu wissen. In Skandinavien oder Frankreich ist das eine Selbstverständlichkeit, schon bei sehr kleinen Kindern.
ABER: wir machen es halt anders. Ich habe mich bewusst entschieden, die ersten drei Jahre komplett zu Hause zu bleiben um mich um Levi zu kümmern. Ich finde es einfach schön, ihn aufwachsen zu sehen und jeden kleinen Entwicklungsschritt aus erster Hand mitzubekommen. Vor ein paar Tagen hat er auf dem Spielplatz das erste mal genüsslich eine Handvoll Sand gegessen-nicht auszudenken wenn ich das verpasst hätte! Von ersten Schritten, ersten Worten und so vielem mehr mal ganz zu schweigen. Ich bin natürlich in der glücklichen Situation, dass wir das können. Mir ist schon bewusst, dass einige auch lieber länger zu Hause blieben, aber Angst um ihren Job haben oder einfach Geld verdienen müssen. Und andere Wollen gerne arbeiten, weil ihnen die Decke zu Hause auf den Kopf fällt und das ist auch verständlich und völlig in Ordnung.
Meine Mutter ist Lehrerin. Und damals, in den Siebzigern, sechs Wochen nach beiden Geburten wieder arbeiten gegangen. In der Zeit hatten wir dann eine Betreuung, die dann zu uns nach Hause kam. Die Vorläuferin der modernen Tagesmutter sozusagen. Geschadet hat es uns nicht, und auch die Bindung zu meiner Mutter war ganz normal und eng. Aber ich hätte das mit Levi einfach nicht gekonnt,zumal ich ihn ja auch voll gestillt habe. Und so einen kleinen Wurm in fremde Hände (egal wie liebevolle)zu geben, hätte ich nicht übers Herz gebracht.
Unser Modell sieht so aus: im Moment haben wir das klassische Rollenmodell: ich bin zu Hause, mein Mann arbeitet. Ab September (mit 20 Monaten) geht Levi an zwei Vormittagen in der Woche von 9.00 bis 12.00 in eine Spielgruppe zur Vorbereitung auf den Kindergarten, der geht dann ganz normal mit drei Jahren los. 
In unserer Muttirunde bin ich übrigens die einzige, die das so macht. Alle anderen Kinder gehen in die Kita. Der erste mit acht Monaten schon letzten Sommer, die anderen jetzt mit 15,16 Monaten. Da frage ich mich immer: warum sind wir solche Exoten? Manchmal kommt es mir so vor, als gehöre es einfach dazu, oder zum guten Ton das Kind in die Kita zu geben, auch wen man das wirtschaftlich nicht muss. 
Und überhaupt, verpasst Levi jetzt etwas? Ich glaube nicht.
Kontakte zu anderen Kindern hat er jede Menge: jeweils einmal die Woche Muttirunde, Musikgarten und Turnen. Und er hat Zeit mit mir: Zeit, in der wir spielen, tanzen, backen und Quatsch machen. Diese Zeit bekommen wir so nie wieder, und haben dadurch eine besondere, schöne Bindung.
Ich denke, für ihn ist diese sanfte Methode des Übergangs einfach die beste Form. Denn, wie unsere charmante Französin aus der Muttirunde gerne sagt: "Cherie, Levi ist einfach sensibel".Und das stimmt, er ist sensibel und anhänglich und lieb.
Diese drei Jahre mit mir zu Hause, die schenke ich uns beiden. Ab dem Kindergartenalter sind die Kleinen dann ja sowieso quasi aus dem Haus: Schule, Sportverein, Freunde-da ist die Mutti irgendwann abgemeldet. Und das ist ja auch gut so.
Aber diese ersten drei Jahre, die gehören uns.