Meine Schwester möchte in diesem Jahr den Jakobsweg gehen. Irgendwie hat sie mit ihrem Vorhaben, für das sie schon fleissig übt, alle in Aufregung versetzt, und ich höre jetzt immer im Auto Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg". Sozusagen als Einstimmung darauf, was sie dann alles erwarten könnte. Vor Jahren habe ich das Buch gelesen und fand es ganz unterhaltsam, aber von Hape selbst eingesprochen, bekommt das Ganze natürlich einen ganz eigenen Charme. Das ist gemütlich und macht Spass, jedenfalls solange das Kind schläft.
Denn Levi findet das Gesabbel stinklangweilig.
"MAMAMAMAMAMA!" "Ja, Mäuschen, ich kann dich hören!" "MAAAAAAAAMA!" "Jahaa!"(flöt). "MAMAMAMAMAMA!" Jetzt greift das Kind zu härteren Bandagen: Elmo wird ans Fenster geworfen. Dada folgt. Ich seufze. Und versuche angestrengt, weiter zu lauschen und alles andere einfach auszublenden. Levi wird ungeduldig. Ein Schnuller segelt an mir vorbei. "WAHWAHWAHWAHWAHWAH!" "Sorry, Mäuschen,an den komme ich jetzt nicht ran. "WAAAAAAAAHWAAAAAAAAAAH!" "MAAAAMAAAA,WAAAAAHWAAAAH"! Ich gebs auf, schalte aus und blicke ihn an "Zufrieden?".
Levi lehnt sich entspannt zurück und winkt mir fröhlich lächelnd zu.
2013/06/05
2013/06/02
life lately
A propos Instagram, macht das nicht einfach süchtig? Sind noch ein paar von euch dort unterwegs?
Einen schönen sonntag wünscht Blinki!
| Yo! |
| gute Freunde |
| Kreide wird endlich zum krickeln benutzt, obwohl in unbeobachteten Momenten gerne noch abgebissen wird |
| ... |
| Blumen werden ausgiebig bewundert. Man beachte den modischen Federschmuck! |
| die Bücher haben endlich einen Platz |
| die naive Mutter dachte tatsächlich, sie könnte mal für zwei Minuten wegschauen |
2013/05/13
Muttertag
Am Morgen des Muttertages steht eine Frau in ihrem Lieblingscafé an der Kuchentheke, und ist im Begriff noch schnell ein paar Geburtstagsleckereien für ihre Schwester zu kaufen.
Ein kleiner, rundlicher Junge betritt den Laden und zeigt freudestrahlend auf einen pinken Kuchen in Herzform, auf dem in großen Marzipanbuchstaben "Für die beste Mama" geschrieben steht. "Den nehme ich!", sagt er, und reicht dem Verkäufer stolz einen zerknitterten Zehn-Euro-Schein. "Das reicht leider nicht" antwortet dieser, "der Kuchen kostet zwölf Euro." Die großen, runden Kinderaugen werden feucht. Vermutlich hat er sein ganzes Taschengeld zusammengekratzt, um seiner Mutter an diesem Tag eine besondere Freude zu machen. Mit hängenden Schultern dreht der Kleine sich um und schickt sich an, das Geschäft mit leeren Händen zu verlassen. "Psst" flüstert ihm die unbekannte Frau zu. Sie hat gerade ihr Wechselgeld erhalten und drückt ihm ein Zwei-Euro-Stück in die Hand. "Grüß mir deine Mutter unbekannterweise" sagt sie, und verschwindet in den wunderschönen Frühlingsmorgen.
Ein kleiner, rundlicher Junge betritt den Laden und zeigt freudestrahlend auf einen pinken Kuchen in Herzform, auf dem in großen Marzipanbuchstaben "Für die beste Mama" geschrieben steht. "Den nehme ich!", sagt er, und reicht dem Verkäufer stolz einen zerknitterten Zehn-Euro-Schein. "Das reicht leider nicht" antwortet dieser, "der Kuchen kostet zwölf Euro." Die großen, runden Kinderaugen werden feucht. Vermutlich hat er sein ganzes Taschengeld zusammengekratzt, um seiner Mutter an diesem Tag eine besondere Freude zu machen. Mit hängenden Schultern dreht der Kleine sich um und schickt sich an, das Geschäft mit leeren Händen zu verlassen. "Psst" flüstert ihm die unbekannte Frau zu. Sie hat gerade ihr Wechselgeld erhalten und drückt ihm ein Zwei-Euro-Stück in die Hand. "Grüß mir deine Mutter unbekannterweise" sagt sie, und verschwindet in den wunderschönen Frühlingsmorgen.
2013/05/06
16 Monate
Lieber Levi,
seit gestern bist du ganze energieleadene, fröhliche 16 Monate alt. Zufällig hatte auch deine Oma Geburtstag, und so konntest du bei dem schönen Wetter im niegelnagelneuen Sandkasten bei den Großeltern spielen und der Oma helfen den Garten zu harken. Deine Mutter hat derweil gemütlich in der Sonne gesessen und eineWeissweinschorle Apfelschorle getrunken.
Aus irgendeinem Grund liebst du Besen, sei es der eklige Besen aus unserem Hausflur (wem gehört der eigentlich?) oder der Terrassenbesen bei meinen Eltern. Und da ich versuche eine gute Mutter zu sein, habe ich dir neulich deinen höchsteigenen (sauberen) Kinderbesen aus Holz gekauft. Den liebst du so sehr, dass es für dich nicht mehr zumutbar ist, ohne ihn zu essen, zu baden, oder zu schlafen. Ich hoffe, die Phase geht schnell vorbei! Es stört dich überhaupt nicht, dass das Ding durch den langen Stiel etwas unhandlich ist, aber du bekommst ihn ja auch nicht dauernd an den Kopf, das ist deine Mutter. Die hält die Birne aber auch garantiert immer trottelig in den Weg. Nun ja.
Du weißt wo deine Nase, Mamas Nase, deine Ohren, Mamas Ohren, Beine, Füsse und Augen sind. Wenn man sagt: "Levi, mach mal Ei", dann streichelst du einem, mit all der grobmotorischen Sanftheit die dir möglich ist, über den Kopf.
Wenn ich dich morgens fertig angezogen habe, wackelst du gerne in deinen Puschen Richtung Wohnungstür und schleppst eifrig deine Schuhe an damit ich sie dir anziehe. Wenn ich Glück habe, sind es zwei gleiche. Dann entschwindest du wieder, man hört dich ächzen und schnaufen, und du stehst mit einem meiner Gummistiefel im Kinderzimmer. Was solls, er wird angezogen. Ein Turnschuh folgt. Her damit-wenn es dich glücklich macht. Jetzt wird ein neues Oberteil aus dem Schrank geholt und mir auffordernd hingehalten. Auf die Frage, ob du jetzt lieber dieses anhättest, nickst du sehr bestimmt mit dem Kopf. Denn Nicken und Kopfschütteln- damit kommst du gerade gut durch die Welt. Wenn du etwas nicht möchtest, drehst du denn Kopf engagiert nach links und rechts und machst in dringenden Fällen (noch etwas Spinat,Mäuschen?) noch eine abwehrende Geste mit der Hand (NEIN, DANKE, Mama!). Also ziehe ich dir den neuen Pulli an. Was der Herr wünscht- ist doch gern geschehen.
Wenn wir also beide zu deiner Zufriendenheit angezogen sind, gehen wir auf den Spielplatz. An guten Tagen habe ich überprüft ob ich zwei gleiche Schuhe anhabe.
Dort angekommen, isst du erstmal genüsslich ein paar Hände Sand, bis deine Mutter das bemerkt und etwas hektisch aber erfolglos versucht, dir den Mund auszuwischen. Ich schlage dann erstmal die Schaukel vor. Darauf hast du nur gewartet, denn schaukeln ist das allerallerschönste. Triumphierend stapfst du schonmal in die Richtung. Ich nehme dich dann auf den Schoß und wir schaukeln eine gefühlte Dreiviertelstunde, jedenfalls wenn sonst keiner ansteht. Du lehnst den Kopf an und geniesst. Dabei habe ich das Gefühl, dass der Akt des schaukelns für dich fast etwas meditatives hat. Wenn ich nach einer Ewigkeit anhalte und dich absetzen möchte, klammerst du dich an mir fest, nickst mehrmals mit Nachdruck und deutest so an, dass wir gerne noch ein, zwei Stündchen weiterschaukeln dürfen. Wenn es dem Herrn dann genehm ist, oder ein anderes Kind neben uns "schaukälllln, schaukällln!!!" schreit, begeben wir uns nach einem kurzen Zwischenstop an der Rutsche zurück zum Sandkasten. Ich backe dir ein paar Sandkekse, und jedesmal wenn ich ein Förmchen umdrehe, lachst du begeistert auf. Der Wahnsinn! Was die Mama alles kann! Mir ist schon klar, dass ich etwas mehr bringen muss, wenn du, sagen wir mal, 15 bist. Aber jetzt, jetzt reichen ein paar Sandkuchen. Auf dem Rückweg gibt es für jeden von uns einen Friand in unserem Lieblingscafé-ein kleiner Zuckerschock am Tag darf mittlerweile sein!
Was ist sonst noch neu? Du hast entdeckt, dass es nicht nur superwitzig ist wenn du gekitzelt wirst, nein, das kannst du doch selber auch! Also wird die Mama am Rücken, am Hals und an den Füssen gekitzelt und wir lachen uns beide kaputt.
Wenn du deinen geliebten Schnuller suchst, sagst du laut "WAHWAH, WAHWAH!" Zählt das schon als Wort? Deine Eltern verstehen auf jeden Fall was du meinst. Das Leben mit dir wird jeden Tag schöner und spannender, denn du lernst und entdeckst quasi stündlich neues. Wie man eine Flasche zudreht, wie man einen Schalter bedient, wo man an der Salatschleuder drehen muss. Man kann praktisch dabei zusehen, wie sich in deinem Hirn die Synapsen verknüpfen. Du weisst genau, in welcher Schublade sich deine Sesamstangen und anderen Snacks befinden, und gehst gerne wie selbstverständlich in die Küche und steckst deinen ganzen Oberkörper hinein. Nachdem wir dich mal mit einer Reiswaffel im Mund und einem Keks in jeder Hand erwischt haben, ist die Schublade abgeschlossen. Auch Eltern müssen lernen. Du liebst deine Bilderbücher, deine Stofftiere (Dada, Elmo und die Katze) und machst gerne mit Kochlöffeln und Töpfen Krach. Und bist trotzdem so lieb und anschmiegsam wie man es sich nur wünschen kann. Zum Einschlafen singe ich dir ein "Best-of-Schlaflieder"- Medley vor: "der Mond ist aufgegangen", "Weisst du wieviel Sternlein stehen", und der Evergreen "Lalelu". Meistens entschlummerst du dann sanft. Manchmal hast du aber auch überhaupt keine Lust zu schlafen oder bist noch gar nicht müde-dann wird halt nochmal im Kinderzimmer gespielt. Wenn ich nicht müde bin, kann ich ja beim besten Willen auch nicht einschlafen, deshalb verstehe ich das. Und als Mama kann man ja ein "ich muss mich noch etwas wälzen" von "ich bin wirklich nicht müüüüüde, ich könnte Bäunme ausreissen" unterscheiden. So haben wir auch Abends nie wirklich Stress. Ausser ich bin, im Gegensatz zu dir, todmüde und möchte einfach nur aufs Sofa. Aber da kannst du ja nix dafür, und den Schuh ziehst du dir auch nicht an-dann erst recht!
Ich versuche jeden Tag eine gute, geduldige, liebevolle Mutter zu sein. Ich weiß nicht, ob ich das schaffen werde, aber ich weiß, dass du es mir so einfach wie möglich machst.
Love, Mama
seit gestern bist du ganze energieleadene, fröhliche 16 Monate alt. Zufällig hatte auch deine Oma Geburtstag, und so konntest du bei dem schönen Wetter im niegelnagelneuen Sandkasten bei den Großeltern spielen und der Oma helfen den Garten zu harken. Deine Mutter hat derweil gemütlich in der Sonne gesessen und eine
Aus irgendeinem Grund liebst du Besen, sei es der eklige Besen aus unserem Hausflur (wem gehört der eigentlich?) oder der Terrassenbesen bei meinen Eltern. Und da ich versuche eine gute Mutter zu sein, habe ich dir neulich deinen höchsteigenen (sauberen) Kinderbesen aus Holz gekauft. Den liebst du so sehr, dass es für dich nicht mehr zumutbar ist, ohne ihn zu essen, zu baden, oder zu schlafen. Ich hoffe, die Phase geht schnell vorbei! Es stört dich überhaupt nicht, dass das Ding durch den langen Stiel etwas unhandlich ist, aber du bekommst ihn ja auch nicht dauernd an den Kopf, das ist deine Mutter. Die hält die Birne aber auch garantiert immer trottelig in den Weg. Nun ja.
Du weißt wo deine Nase, Mamas Nase, deine Ohren, Mamas Ohren, Beine, Füsse und Augen sind. Wenn man sagt: "Levi, mach mal Ei", dann streichelst du einem, mit all der grobmotorischen Sanftheit die dir möglich ist, über den Kopf.
Wenn ich dich morgens fertig angezogen habe, wackelst du gerne in deinen Puschen Richtung Wohnungstür und schleppst eifrig deine Schuhe an damit ich sie dir anziehe. Wenn ich Glück habe, sind es zwei gleiche. Dann entschwindest du wieder, man hört dich ächzen und schnaufen, und du stehst mit einem meiner Gummistiefel im Kinderzimmer. Was solls, er wird angezogen. Ein Turnschuh folgt. Her damit-wenn es dich glücklich macht. Jetzt wird ein neues Oberteil aus dem Schrank geholt und mir auffordernd hingehalten. Auf die Frage, ob du jetzt lieber dieses anhättest, nickst du sehr bestimmt mit dem Kopf. Denn Nicken und Kopfschütteln- damit kommst du gerade gut durch die Welt. Wenn du etwas nicht möchtest, drehst du denn Kopf engagiert nach links und rechts und machst in dringenden Fällen (noch etwas Spinat,Mäuschen?) noch eine abwehrende Geste mit der Hand (NEIN, DANKE, Mama!). Also ziehe ich dir den neuen Pulli an. Was der Herr wünscht- ist doch gern geschehen.
Wenn wir also beide zu deiner Zufriendenheit angezogen sind, gehen wir auf den Spielplatz. An guten Tagen habe ich überprüft ob ich zwei gleiche Schuhe anhabe.
Dort angekommen, isst du erstmal genüsslich ein paar Hände Sand, bis deine Mutter das bemerkt und etwas hektisch aber erfolglos versucht, dir den Mund auszuwischen. Ich schlage dann erstmal die Schaukel vor. Darauf hast du nur gewartet, denn schaukeln ist das allerallerschönste. Triumphierend stapfst du schonmal in die Richtung. Ich nehme dich dann auf den Schoß und wir schaukeln eine gefühlte Dreiviertelstunde, jedenfalls wenn sonst keiner ansteht. Du lehnst den Kopf an und geniesst. Dabei habe ich das Gefühl, dass der Akt des schaukelns für dich fast etwas meditatives hat. Wenn ich nach einer Ewigkeit anhalte und dich absetzen möchte, klammerst du dich an mir fest, nickst mehrmals mit Nachdruck und deutest so an, dass wir gerne noch ein, zwei Stündchen weiterschaukeln dürfen. Wenn es dem Herrn dann genehm ist, oder ein anderes Kind neben uns "schaukälllln, schaukällln!!!" schreit, begeben wir uns nach einem kurzen Zwischenstop an der Rutsche zurück zum Sandkasten. Ich backe dir ein paar Sandkekse, und jedesmal wenn ich ein Förmchen umdrehe, lachst du begeistert auf. Der Wahnsinn! Was die Mama alles kann! Mir ist schon klar, dass ich etwas mehr bringen muss, wenn du, sagen wir mal, 15 bist. Aber jetzt, jetzt reichen ein paar Sandkuchen. Auf dem Rückweg gibt es für jeden von uns einen Friand in unserem Lieblingscafé-ein kleiner Zuckerschock am Tag darf mittlerweile sein!
Was ist sonst noch neu? Du hast entdeckt, dass es nicht nur superwitzig ist wenn du gekitzelt wirst, nein, das kannst du doch selber auch! Also wird die Mama am Rücken, am Hals und an den Füssen gekitzelt und wir lachen uns beide kaputt.
Wenn du deinen geliebten Schnuller suchst, sagst du laut "WAHWAH, WAHWAH!" Zählt das schon als Wort? Deine Eltern verstehen auf jeden Fall was du meinst. Das Leben mit dir wird jeden Tag schöner und spannender, denn du lernst und entdeckst quasi stündlich neues. Wie man eine Flasche zudreht, wie man einen Schalter bedient, wo man an der Salatschleuder drehen muss. Man kann praktisch dabei zusehen, wie sich in deinem Hirn die Synapsen verknüpfen. Du weisst genau, in welcher Schublade sich deine Sesamstangen und anderen Snacks befinden, und gehst gerne wie selbstverständlich in die Küche und steckst deinen ganzen Oberkörper hinein. Nachdem wir dich mal mit einer Reiswaffel im Mund und einem Keks in jeder Hand erwischt haben, ist die Schublade abgeschlossen. Auch Eltern müssen lernen. Du liebst deine Bilderbücher, deine Stofftiere (Dada, Elmo und die Katze) und machst gerne mit Kochlöffeln und Töpfen Krach. Und bist trotzdem so lieb und anschmiegsam wie man es sich nur wünschen kann. Zum Einschlafen singe ich dir ein "Best-of-Schlaflieder"- Medley vor: "der Mond ist aufgegangen", "Weisst du wieviel Sternlein stehen", und der Evergreen "Lalelu". Meistens entschlummerst du dann sanft. Manchmal hast du aber auch überhaupt keine Lust zu schlafen oder bist noch gar nicht müde-dann wird halt nochmal im Kinderzimmer gespielt. Wenn ich nicht müde bin, kann ich ja beim besten Willen auch nicht einschlafen, deshalb verstehe ich das. Und als Mama kann man ja ein "ich muss mich noch etwas wälzen" von "ich bin wirklich nicht müüüüüde, ich könnte Bäunme ausreissen" unterscheiden. So haben wir auch Abends nie wirklich Stress. Ausser ich bin, im Gegensatz zu dir, todmüde und möchte einfach nur aufs Sofa. Aber da kannst du ja nix dafür, und den Schuh ziehst du dir auch nicht an-dann erst recht!
Ich versuche jeden Tag eine gute, geduldige, liebevolle Mutter zu sein. Ich weiß nicht, ob ich das schaffen werde, aber ich weiß, dass du es mir so einfach wie möglich machst.
Love, Mama
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| Besen?-check. Sandkasten?-check. Mehr braucht ein Levi nicht! |
2013/04/28
Mia hat eins mehr
Bei meinen Streifzügen durch das Netz bin ich kürzlich über den Blog der lieben Claudia gestossen. Sie hat ihre Tochter Mia mit neun Monaten verloren, da sie an einem schweren Herzfehler litt. Ausserdem hatte Mia das 21. Chromosom dreimal, Trisomie 21 genannt.
Beim Lesen der Einträge habe ich ein paar Tränchen verdrückt, das gebe ich zu. Na gut, viele.
Denn ein Kind zu verlieren ist einfach das Schlimmste was einem passieren kann, ich habe dafür keine Worte.
Aber viel öfter habe ich gelächelt, denn die Menschen und Schicksale die Claudia neben ihrem eigenen vorstellt sind herzergreifend, voller Wärme und Inspiration, und erinnern einmal mehr daran, dass Kinder wunderbar sind, egal in welcher Form das Universum sie uns schickt. Schaut mal rein.
Love, Blinki
Beim Lesen der Einträge habe ich ein paar Tränchen verdrückt, das gebe ich zu. Na gut, viele.
Denn ein Kind zu verlieren ist einfach das Schlimmste was einem passieren kann, ich habe dafür keine Worte.
Aber viel öfter habe ich gelächelt, denn die Menschen und Schicksale die Claudia neben ihrem eigenen vorstellt sind herzergreifend, voller Wärme und Inspiration, und erinnern einmal mehr daran, dass Kinder wunderbar sind, egal in welcher Form das Universum sie uns schickt. Schaut mal rein.
Love, Blinki
2013/04/24
Kitapopita
Ein ähnlich heikles Thema wie das attachment parenting ist ja die Kita- Frage. Denn auch hier gerät man immer in Erklärungsnot oder zumindest ins Kreuzverhör, wenn man locker erzählt, dass das eigene Kind nicht in die Kita, sondern erst mit drei in den Kindergarten gehen wird."Hääää? Wieso das denn?" ist die gängige Frage auf diese Offenbarung. "Weil wir das so wollen!" ist die Antwort,die noch mehr Unverständnis hervorruft. Da wundere ich mich dann mal wieder. War das nicht früher ganz normal?
Versteht mich nicht falsch: ich finde Kitas toll und richtig, und jede Familie sollte auch hier das machen, was für sie am besten funktioniert. Und als alte Emanze möchte ich auch noch betonen, dass es für die Unabhängigkeit der Frau total wichtig ist arbeiten gehen zu können, wenn sie muss oder möchte, und ihr Kind dabei gut betreut zu wissen. In Skandinavien oder Frankreich ist das eine Selbstverständlichkeit, schon bei sehr kleinen Kindern.
ABER: wir machen es halt anders. Ich habe mich bewusst entschieden, die ersten drei Jahre komplett zu Hause zu bleiben um mich um Levi zu kümmern. Ich finde es einfach schön, ihn aufwachsen zu sehen und jeden kleinen Entwicklungsschritt aus erster Hand mitzubekommen. Vor ein paar Tagen hat er auf dem Spielplatz das erste mal genüsslich eine Handvoll Sand gegessen-nicht auszudenken wenn ich das verpasst hätte! Von ersten Schritten, ersten Worten und so vielem mehr mal ganz zu schweigen. Ich bin natürlich in der glücklichen Situation, dass wir das können. Mir ist schon bewusst, dass einige auch lieber länger zu Hause blieben, aber Angst um ihren Job haben oder einfach Geld verdienen müssen. Und andere Wollen gerne arbeiten, weil ihnen die Decke zu Hause auf den Kopf fällt und das ist auch verständlich und völlig in Ordnung.
Meine Mutter ist Lehrerin. Und damals, in den Siebzigern, sechs Wochen nach beiden Geburten wieder arbeiten gegangen. In der Zeit hatten wir dann eine Betreuung, die dann zu uns nach Hause kam. Die Vorläuferin der modernen Tagesmutter sozusagen. Geschadet hat es uns nicht, und auch die Bindung zu meiner Mutter war ganz normal und eng. Aber ich hätte das mit Levi einfach nicht gekonnt,zumal ich ihn ja auch voll gestillt habe. Und so einen kleinen Wurm in fremde Hände (egal wie liebevolle)zu geben, hätte ich nicht übers Herz gebracht.
Unser Modell sieht so aus: im Moment haben wir das klassische Rollenmodell: ich bin zu Hause, mein Mann arbeitet. Ab September (mit 20 Monaten) geht Levi an zwei Vormittagen in der Woche von 9.00 bis 12.00 in eine Spielgruppe zur Vorbereitung auf den Kindergarten, der geht dann ganz normal mit drei Jahren los.
In unserer Muttirunde bin ich übrigens die einzige, die das so macht. Alle anderen Kinder gehen in die Kita. Der erste mit acht Monaten schon letzten Sommer, die anderen jetzt mit 15,16 Monaten. Da frage ich mich immer: warum sind wir solche Exoten? Manchmal kommt es mir so vor, als gehöre es einfach dazu, oder zum guten Ton das Kind in die Kita zu geben, auch wen man das wirtschaftlich nicht muss.
Und überhaupt, verpasst Levi jetzt etwas? Ich glaube nicht.
Kontakte zu anderen Kindern hat er jede Menge: jeweils einmal die Woche Muttirunde, Musikgarten und Turnen. Und er hat Zeit mit mir: Zeit, in der wir spielen, tanzen, backen und Quatsch machen. Diese Zeit bekommen wir so nie wieder, und haben dadurch eine besondere, schöne Bindung.
Ich denke, für ihn ist diese sanfte Methode des Übergangs einfach die beste Form. Denn, wie unsere charmante Französin aus der Muttirunde gerne sagt: "Cherie, Levi ist einfach sensibel".Und das stimmt, er ist sensibel und anhänglich und lieb.
Diese drei Jahre mit mir zu Hause, die schenke ich uns beiden. Ab dem Kindergartenalter sind die Kleinen dann ja sowieso quasi aus dem Haus: Schule, Sportverein, Freunde-da ist die Mutti irgendwann abgemeldet. Und das ist ja auch gut so.
Aber diese ersten drei Jahre, die gehören uns.
Versteht mich nicht falsch: ich finde Kitas toll und richtig, und jede Familie sollte auch hier das machen, was für sie am besten funktioniert. Und als alte Emanze möchte ich auch noch betonen, dass es für die Unabhängigkeit der Frau total wichtig ist arbeiten gehen zu können, wenn sie muss oder möchte, und ihr Kind dabei gut betreut zu wissen. In Skandinavien oder Frankreich ist das eine Selbstverständlichkeit, schon bei sehr kleinen Kindern.
ABER: wir machen es halt anders. Ich habe mich bewusst entschieden, die ersten drei Jahre komplett zu Hause zu bleiben um mich um Levi zu kümmern. Ich finde es einfach schön, ihn aufwachsen zu sehen und jeden kleinen Entwicklungsschritt aus erster Hand mitzubekommen. Vor ein paar Tagen hat er auf dem Spielplatz das erste mal genüsslich eine Handvoll Sand gegessen-nicht auszudenken wenn ich das verpasst hätte! Von ersten Schritten, ersten Worten und so vielem mehr mal ganz zu schweigen. Ich bin natürlich in der glücklichen Situation, dass wir das können. Mir ist schon bewusst, dass einige auch lieber länger zu Hause blieben, aber Angst um ihren Job haben oder einfach Geld verdienen müssen. Und andere Wollen gerne arbeiten, weil ihnen die Decke zu Hause auf den Kopf fällt und das ist auch verständlich und völlig in Ordnung.
Meine Mutter ist Lehrerin. Und damals, in den Siebzigern, sechs Wochen nach beiden Geburten wieder arbeiten gegangen. In der Zeit hatten wir dann eine Betreuung, die dann zu uns nach Hause kam. Die Vorläuferin der modernen Tagesmutter sozusagen. Geschadet hat es uns nicht, und auch die Bindung zu meiner Mutter war ganz normal und eng. Aber ich hätte das mit Levi einfach nicht gekonnt,zumal ich ihn ja auch voll gestillt habe. Und so einen kleinen Wurm in fremde Hände (egal wie liebevolle)zu geben, hätte ich nicht übers Herz gebracht.
Unser Modell sieht so aus: im Moment haben wir das klassische Rollenmodell: ich bin zu Hause, mein Mann arbeitet. Ab September (mit 20 Monaten) geht Levi an zwei Vormittagen in der Woche von 9.00 bis 12.00 in eine Spielgruppe zur Vorbereitung auf den Kindergarten, der geht dann ganz normal mit drei Jahren los.
In unserer Muttirunde bin ich übrigens die einzige, die das so macht. Alle anderen Kinder gehen in die Kita. Der erste mit acht Monaten schon letzten Sommer, die anderen jetzt mit 15,16 Monaten. Da frage ich mich immer: warum sind wir solche Exoten? Manchmal kommt es mir so vor, als gehöre es einfach dazu, oder zum guten Ton das Kind in die Kita zu geben, auch wen man das wirtschaftlich nicht muss.
Und überhaupt, verpasst Levi jetzt etwas? Ich glaube nicht.
Kontakte zu anderen Kindern hat er jede Menge: jeweils einmal die Woche Muttirunde, Musikgarten und Turnen. Und er hat Zeit mit mir: Zeit, in der wir spielen, tanzen, backen und Quatsch machen. Diese Zeit bekommen wir so nie wieder, und haben dadurch eine besondere, schöne Bindung.
Ich denke, für ihn ist diese sanfte Methode des Übergangs einfach die beste Form. Denn, wie unsere charmante Französin aus der Muttirunde gerne sagt: "Cherie, Levi ist einfach sensibel".Und das stimmt, er ist sensibel und anhänglich und lieb.
Diese drei Jahre mit mir zu Hause, die schenke ich uns beiden. Ab dem Kindergartenalter sind die Kleinen dann ja sowieso quasi aus dem Haus: Schule, Sportverein, Freunde-da ist die Mutti irgendwann abgemeldet. Und das ist ja auch gut so.
Aber diese ersten drei Jahre, die gehören uns.
2013/04/17
Mit Logik hat das nichts zu tun!
Gründe, aus denen Levi heute morgen schon bitterlich geweint hat:
*weil ich alleine auf die Toilette gehen wollte (ihn dann aber mitgenommen habe)
*weil er zum Frühstück kein Waffelei, sondern Toast essen sollte
*weil er die Lieblings-DVD seines Vaters nicht aus der Packung nehmen durfte
*weil er keinen Doppelknoten in den Schnürsenkeln haben wollte
*weil er mit den Fingern nicht in den Öffnungen der Waschmaschine rumfummeln durfte
*weil ich ihm regelmässig den dreckigen Handbesen wieder abgenommen habe
*weil er unseren Hausschlüssel nicht mit in die Badewanne nehmen durfte
Gründe, aus denen Levi heute schon laut und unkontrolliert gelacht hat:
*jedesmal wenn ich beim tanzen meine berühmten Polka-Schritte mache
*jedesmal wenn ich zu ihm "Haaaaa......löchen" sage
*jedesmal bei unsren gefühlten 2000 'Kuckuck' Spielen
*jedesmal wenn er sich sein Bilderbuch selbst vorliest
*jedesmal wenn ich vom Toast abbeisse und laut "Mmmmmm" sage
*jedesmal wenn ich ihn beim verstecken spielen überrasche
*jedesmal wir gleichzeitig unter den Tisch gucken
*weil ich alleine auf die Toilette gehen wollte (ihn dann aber mitgenommen habe)
*weil er zum Frühstück kein Waffelei, sondern Toast essen sollte
*weil er die Lieblings-DVD seines Vaters nicht aus der Packung nehmen durfte
*weil er keinen Doppelknoten in den Schnürsenkeln haben wollte
*weil er mit den Fingern nicht in den Öffnungen der Waschmaschine rumfummeln durfte
*weil ich ihm regelmässig den dreckigen Handbesen wieder abgenommen habe
*weil er unseren Hausschlüssel nicht mit in die Badewanne nehmen durfte
Gründe, aus denen Levi heute schon laut und unkontrolliert gelacht hat:
*jedesmal wenn ich beim tanzen meine berühmten Polka-Schritte mache
*jedesmal wenn ich zu ihm "Haaaaa......löchen" sage
*jedesmal bei unsren gefühlten 2000 'Kuckuck' Spielen
*jedesmal wenn er sich sein Bilderbuch selbst vorliest
*jedesmal wenn ich vom Toast abbeisse und laut "Mmmmmm" sage
*jedesmal wenn ich ihn beim verstecken spielen überrasche
*jedesmal wir gleichzeitig unter den Tisch gucken
2013/04/09
life lately
2013/04/05
attachment parenting
In der aktuellen Printausgabe der Eltern geht es um die bedürfnisorientierte Erziehung: zehn Familien haben getestet, wie es ist, 20 Tage lang das Baby nach Bedarf zu stillen, im Familien-, oder Beistellbett schlafen zu lassen, das Kind in den Schlaf zu begleiten, es nicht schreien zu lassen und auch noch soviel wie möglich zu tragen.
Der zuständige Experte fragte sich vorher, ob sich wohl so viele Familien finden liessen, die sich auf ein Experiment dieser Art einlassen würden, da so ein Ansatz für die meisten Eltern heutzutage ja radikal erscheinen müsse. Passend dazu lautet der Titel auch provokant: 'Wenn das Baby der Boss ist'.
Also, bei uns ist niemand der Boss, und wenn überhaupt, dann mein Mann und ich- denn wir sind schliesslich die Erziehungsberechtigten. Und trotzdem wundert es mich, dass die oben genannten Punkte vielen Menschen anscheinend fremd, oder völlig neuartig erscheinen. Wir haben uns nie hingesetzt und festgelegt, wie genau wir unser Baby erziehen wollen. Liebevoll und konsequent, das war klar. Aber sonst? Das wollten wir auf uns zukommen lassen, und schauen was sich für alle drei gut anfühlt. Als Levi dann da war, erschien vieles der bedürfnisorientierten Erziehung einfach völlig natürlich und selbstverständlich. Und, ehrlich gesagt, auch einfach praktischer! So haben wir einfach aus dem Bauch heraus entschieden, das Kind im Beistellbett (und später im Familienbett) schlafen zu lassen. Weil das Kinderzimmer zu weit von unserem Schlafzimmer entfernt ist, und ich zum stillen nicht jedesmal aufstehen wollte. Eine Frau braucht ihren Schlaf-und am Anfang hat man davon ja eh viel zu wenig. Später dann war es einfach gemütlich (ich empfehle allerdings auch ein 1,80 Meter Bett wie bei uns). Den kleinen Wurm, gerade erst aus dem warmen, sicheren Bauch geschlüpft, ganz alleine in ein für ihn riesiges, weit von den Eltern entferntes Bett zu legen, hätten wir nicht übers Herz gebracht. Und stillen NICHT nach Bedarf-gibt es das überhaupt? Dann wäre ich ja übergelaufen, und wozu sollte man so ein kleines Wesen denn warten lassen? Wo Levi doch sowieso bei jedem Hüngerchen schon dachte, er würde verhungern und das auch lautstark kund getan hat. Dann stillt man halt mal unterwegs, na und? Muss ja nicht jeder sehen, wenn einem (so wie mir) das unangenehm ist. Ich sage nur soviel: Karstadt und C&A haben sehr geräumige Umziehkabinen! H&M kann ich nicht empfehlen, in dem Licht hatten sogar meine Oberarme Cellulite, und wenn man da sitzt und stillt, hat man genug Zeit jede Beule ausgiebig zu bewundern.
Schreien lassen kam sowieso nie in Frage, und da Levi sich am Anfang nicht ablegen liess, habe ich meinen Sohn die ersten Monate fast ausschliesslich getragen. Ich hatte das Gefühl, dass er die Nähe einfach brauchte, und da so ein kleiner Wurm erstmal ankommen muss in der Welt und sowieso nicht aus Berechnung schreit, habe ich ihm alle Nähe gegeben die er verlangte. Mich überrascht diese Diskussion auch insofern,als Dinge wie feste Mahlzeiten, schlafen im eigenen Bettchen oder der Kinderwagen alles Produkte der Moderne sind. Kinder sollen so früh wie möglich dazu erzogen werden selbstständig zu sein, und nicht zu nerven. Wehe, sie bringenden schön kultivierten Tagesablauf durcheinander! Aber warum? Kinder sind genau dafür da, sie brauchen viel Nähe, Zuwendung und Geborgenheit. Sie sind eben nicht sofort selbstständig, sonst hätte Mutter Natur es so eingerichtet, dass sie nach der Geburt wie ein kleines Fohlen einfach aufstehen und losrennen.
Ich habe das Gefühl, dass die Form des "attachment parenting", die wir (bisher unbewusst) verfolgen, aus unserem Baby ein sicheres, geborgenes und zufriedenes Kind gemacht hat. Natürlich respektiere ich alle anderen Ansätze,denn jedes Kind und jede Familie ist anders, würde mir aber wünschen, dass man nicht mehr als Exot gilt, wenn das Kind noch mit 15 Monaten im Elternbett schläft, es immer noch nicht schreien gelassen wird, und wir Abends bei ihm sitzen und ihn in den Schlaf begleiten. Nur tragen, tragen kann ich den kleinen Klops wirklich nicht mehr.
Was meint ihr dazu? Ich würde zu gerne eure Meinungen hören!
Love, Blinki
Der zuständige Experte fragte sich vorher, ob sich wohl so viele Familien finden liessen, die sich auf ein Experiment dieser Art einlassen würden, da so ein Ansatz für die meisten Eltern heutzutage ja radikal erscheinen müsse. Passend dazu lautet der Titel auch provokant: 'Wenn das Baby der Boss ist'.
Also, bei uns ist niemand der Boss, und wenn überhaupt, dann mein Mann und ich- denn wir sind schliesslich die Erziehungsberechtigten. Und trotzdem wundert es mich, dass die oben genannten Punkte vielen Menschen anscheinend fremd, oder völlig neuartig erscheinen. Wir haben uns nie hingesetzt und festgelegt, wie genau wir unser Baby erziehen wollen. Liebevoll und konsequent, das war klar. Aber sonst? Das wollten wir auf uns zukommen lassen, und schauen was sich für alle drei gut anfühlt. Als Levi dann da war, erschien vieles der bedürfnisorientierten Erziehung einfach völlig natürlich und selbstverständlich. Und, ehrlich gesagt, auch einfach praktischer! So haben wir einfach aus dem Bauch heraus entschieden, das Kind im Beistellbett (und später im Familienbett) schlafen zu lassen. Weil das Kinderzimmer zu weit von unserem Schlafzimmer entfernt ist, und ich zum stillen nicht jedesmal aufstehen wollte. Eine Frau braucht ihren Schlaf-und am Anfang hat man davon ja eh viel zu wenig. Später dann war es einfach gemütlich (ich empfehle allerdings auch ein 1,80 Meter Bett wie bei uns). Den kleinen Wurm, gerade erst aus dem warmen, sicheren Bauch geschlüpft, ganz alleine in ein für ihn riesiges, weit von den Eltern entferntes Bett zu legen, hätten wir nicht übers Herz gebracht. Und stillen NICHT nach Bedarf-gibt es das überhaupt? Dann wäre ich ja übergelaufen, und wozu sollte man so ein kleines Wesen denn warten lassen? Wo Levi doch sowieso bei jedem Hüngerchen schon dachte, er würde verhungern und das auch lautstark kund getan hat. Dann stillt man halt mal unterwegs, na und? Muss ja nicht jeder sehen, wenn einem (so wie mir) das unangenehm ist. Ich sage nur soviel: Karstadt und C&A haben sehr geräumige Umziehkabinen! H&M kann ich nicht empfehlen, in dem Licht hatten sogar meine Oberarme Cellulite, und wenn man da sitzt und stillt, hat man genug Zeit jede Beule ausgiebig zu bewundern.
Schreien lassen kam sowieso nie in Frage, und da Levi sich am Anfang nicht ablegen liess, habe ich meinen Sohn die ersten Monate fast ausschliesslich getragen. Ich hatte das Gefühl, dass er die Nähe einfach brauchte, und da so ein kleiner Wurm erstmal ankommen muss in der Welt und sowieso nicht aus Berechnung schreit, habe ich ihm alle Nähe gegeben die er verlangte. Mich überrascht diese Diskussion auch insofern,als Dinge wie feste Mahlzeiten, schlafen im eigenen Bettchen oder der Kinderwagen alles Produkte der Moderne sind. Kinder sollen so früh wie möglich dazu erzogen werden selbstständig zu sein, und nicht zu nerven. Wehe, sie bringenden schön kultivierten Tagesablauf durcheinander! Aber warum? Kinder sind genau dafür da, sie brauchen viel Nähe, Zuwendung und Geborgenheit. Sie sind eben nicht sofort selbstständig, sonst hätte Mutter Natur es so eingerichtet, dass sie nach der Geburt wie ein kleines Fohlen einfach aufstehen und losrennen.
Ich habe das Gefühl, dass die Form des "attachment parenting", die wir (bisher unbewusst) verfolgen, aus unserem Baby ein sicheres, geborgenes und zufriedenes Kind gemacht hat. Natürlich respektiere ich alle anderen Ansätze,denn jedes Kind und jede Familie ist anders, würde mir aber wünschen, dass man nicht mehr als Exot gilt, wenn das Kind noch mit 15 Monaten im Elternbett schläft, es immer noch nicht schreien gelassen wird, und wir Abends bei ihm sitzen und ihn in den Schlaf begleiten. Nur tragen, tragen kann ich den kleinen Klops wirklich nicht mehr.
Was meint ihr dazu? Ich würde zu gerne eure Meinungen hören!
Love, Blinki
2013/04/01
Aua und Eier
| hier werden nicht etwa Ostereier gesucht, sondern 'Kuckuck' mit der Tante gespielt |
Levi bekommt Backenzähne. Einen links, einen rechts. Das hört sich schmerzhaft an, oder? Ist es, glaube ich, auch! Jedenfalls hatte er in den letzten Tagen Fieber, rote Wangen und extra schlechte Laune. Zurecht natürlich! Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die Nächte besonders kurz waren...nun ja. Schlaf ist ja auch überbewertet.
Die Ostertage waren trotzdem sehr schön und gemütlich, und dieses Jahr hat Levi auch das erste Mal richtig teilgenommen (letztes Jahr Ostern hat er praktisch verschlafen-wie man das halt so macht mit drei Monaten).
Das Ostereiersuchen war ein großer Erfolg, ein Lacherfolg für die Erwachsenen in jedem Fall, denn für Levi waren Verstecke wie "Osterhase sitzt unübersehbar mitten auf dem Sofa" einfach noch zu schwer. Auch zu schwer: drei Ostereier auf einmal zu transportieren, und dann in die Handtasche zu stecken (jaaa, zu Hause geht nix ohne Handtasche, aka eine kleine, orange Filztasche mit Henkeln, in der er Bauklötze, Stofftiere und Zwiebäcke von Zimmer zu Zimmer transportiert).
Herrlich! Auch herrlich: schönster Sonnenschein beim Verdauungsspaziergang mit der Familie, Levis erste Breakdance Versuche zum Klang seiner Kinder-Musikbox, und ein Brunch am Ostermontag mit vielen lieben Freunden.
Liebes Universum, ist es vermessen wenn ich jetzt noch um 10 Grad mehr bitte?
| nicht im Bild: die praktische Herrenhandtasche |
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