Ihr Lieben,
wir sind im Renovierungschaos angekommen, das neue Haus ist eine riesige Baustelle. Oder, wie meine Freundin Biggi treffend bemerkte: "Man braucht ein wenig Phantasie, um sich das Endergebnis vorzustellen." Wie wahr! Es muss ungefähr alles gemacht werden: Fenster, Türen, Böden, Bad, Wände, Küche- alles! Das geht natürlich einher mit jeder Menge Entscheidungen die getroffen werden wollen, so haben mein Mann und ich kürzlich tasächlich geschlagene 40 Minuten über die perfekte Anbringungshöhe für das WC diskutiert! Und dann sind da noch die Handwerker. Was man da alles erlebt! Heute war zum Beispiel ein Tischler da, der sich die alte Holztreppe und den Dielenboden mal anschauen sollte. Bei allen Gestaltungsideen meinerseits machte er abfällige Kotzgeräusche und rollte die Augen (ich: "in der Küche stelle ich mir vor die Dielen weiss zu lackieren und die Wand in grau..."-er:( Finger im Hals) "bääääh" (würg)! Oder: ich "bei der Treppe fänd ich es ja ganz schick alles in weiss zu halten und den Handlauf anthrazit..."- er (grosse Augen): "Iiiiiiieh, bah". Das fand ich jetzt nicht so sympathisch! Immerhin hatte ich ihn nicht nach seiner Meinung zur Optik, sondern zu der Machbarkeit und den Kosten befragt. Denn wenn wir so anfangen, hätte ich ihn nach dem ersten Blick auf seine Dreiviertelhose sofort wieder nach Hause geschickt! Mal sehen, ob das was wird. Ein weiterer Tischler, er war vor ca 3 Wochen da, ist beim Sprechen fast eingeschlafen, und ich auch. Da hatte ich dann Sorge, dass er beim arbeiten ähnlich fix ist und wir haben von einem Auftrag abgesehen. Allerdings hat er es bis heute auch noch nicht geschafft den versprochenen Kostenvoranschlag zu schicken.
Dann haben wir noch einen Badinstallateur, der praktischerweise gleich nebenan wohnt, und für uns die Heizung und eben das Bad erneuert. Er kommt immer mit praktischen, offenen Sandalen (mit Socken, is klar) bei uns vorbei, um noch "schnell mal etwas zu besprechen". Den finde ich aber super! Er sieht auf den ersten Blick nicht aus wie ein Design-Guru, aber seine Vorschläge haben unseren Geschmack auf Anhieb getroffen. Wer hätte das gedacht? ("Hier ist die Liste von Herrn H. Vermutlich gefällt uns nix, das sind bestimmt ganz furchtbare Sachen, obwohl sie so teuer sind." Kurz darauf: "Mist, hast du das gesehen? Da ist alles GENAU so wie wir uns das vorgestellt haben!")
Man darf gespannt sein. Aber es macht natürlich auch ganz viel Spass, sich alles so zu gestalten wie man möchte. In diesem Haus werden unsere Kinder aufwachsen, es wird für sie hoffentlich ein kuscheliges Heim sein, in das sie auch später gerne von Zeit zu Zeit zu ihren leicht senilen Eltern zurück kommen werden. Hier
wird Henri laufen lernen und Levi seinen ersten Milchzahn verlieren.
Sie werden in unserer kleinen Sackgasse Fahrrad fahren lernen und an St.
Martin mit ihren Laternen um die Häuser ziehen. Sie werden in dem
kleinen Wäldchen nebenan mit ihren Freunden Abenteuer erleben und im
Park Fussball spielen. Sie bekommen eine Schaukel und einen Sandkasten und wir werden im Sommer zusammen auf der Dachterrasse grillen und im Winter in der Küche (mit weissen Dielen!) Weihnachtsplätzchen backen.
Sie werden ihre Kindheit und Jugend hier verbringen, und ich werde alles geben, diese so idyllisch und sorgenfrei wie möglich zu gestalten. Es ist irgendwie verrückt, das wir genau hier, in einer Vorstadt in der Provinz sesshaft werden, wo mein Mann und ich doch schon an so vielen Orten gelebt und gearbeitet haben. Für unsere Kinder dagegen wird es erstmal alles sein, was sie kennen. Vielleicht ist das auch gut so, denn raus in die Welt werden sie früh genug gehen, und das sollen sie auch. Und bis dahin werden sie behütet in einer kleinen, bürgerlichen Siedlung aufwachsen, mit einem grossen Park, mit Ententeichen und einer Schule zu der man bequem, und ohne grössere Strassen zu überqueren, hinradeln kann.
Mir hat dieser Spruch immer gut gefallen:
"Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie gross sind, gib ihnen Flügel."
In diesem Sinne:
Love, Blinki
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2014/08/03
2014/06/04
2014/06/01
Auf zu neuen Ufern
Seit ungefähr zwei Wochen sind mein Mann und ich offiziell Eigenheimbesitzer. Woohoo! Nach einem passenden Häuschen für unsere kleine Familie hatten wir ja schon lange gesucht, eigentlich schon seit Levis Geburt, also seit fast zweieinhalb Jahren.
Auf dem Weg zum Traumhaus haben wir uns unfassbare Bruchbuden angeschaut, bizarre Makler kennengelernt und über manche Preisvorstellungen einfach nur den Kopf geschüttelt. Das es so schwierig werden würde, hatten wir am Anfang nicht gedacht.
Wir wollten doch nur ein kleines Haus auf dem Land! Raus aus der Stadt und rein ins Grüne! Mit Garten und in einer schönen Wohnsiedlung, wo Kinder auf der Strasse Fahrradfahren lernen können und in einer Art Pleasantville (erinnert sich jemand an den Film?) mit weissen Gartenzäunen und hübschen Vorgärten aufwachsen würden. Das kann doch nicht so schwer sein! Leider hatten wir übersehen, dass aufgrund der aktuellen Zinslage ungefähr jeder nach einem Haus sucht, so fühlte es sich jedenfalls an. Und wann immer wir auf Partys oder bei Freunden auf das Thema zu sprechen kamen, erfuhren wir direkt von neuen Konkurrenten auf dem Immobilienmarkt. Diese versuchten wir natürlich sofort auszuschalten ("also in DAS Viertel würden wir ja niemals ziehen!"-(flüster):" hast du gehört, da steht was leer!"). Zwischendurch hatten wir sogar erwogen, die Todesanzeigen der Tageszeitung etwas gründlicher zu studieren, um eventuell den trauernden Nachkommen wenigstens die Sorge um das Haus von Oma Herta abzunehmen. Nun ja, das konnten wir uns dann gerade noch verkneifen. Nachdem wir uns also viele, viele Häuser angeschaut haben, und uns (fast) immer einig waren, dass es das aus verschiedenen Gründen nicht war, da trafen wir auf Anette und Günter. Anette hatte eine Anzeige in der lokalen Tageszeitung geschaltet, in der sie ein 50er Jahre Haus zu einem wirklich günstigen Tarif verscherbeln wollte. Ein wunderschönes Haus mit weissen Fenstern und grossen, alten Bäumen im Garten, zwischen welchen man im Geiste schon die Hängematte sanft im Wind schaukeln sah. Eigentlich habe ich meinem Mann das Foto aber nur gezeigt, weil die Adresse in der Nähe seiner Eltern lag. "Guck mal hier, hihi, bei deinen Eltern wird ein Haus verkauft, verrückt!" Aus Neugier haben wir dann doch angerufen und direkt für den Nachmittag einen Besichtigungstermin vereinbart. Später haben wir erfahren, dass es aufgrund des Spottpreises am ersten Tag direkt 700 Anfragen gab. Bei der Besichtigung entlockten wir der leicht angeschwipsten Anette ausserdem, dass das Haus so günstig ist weil sie selbst von dem Geld nichts hat: das geht alles ans Altenheim ihrer Mutter, welche es verpasst hat, es ihrer Tochter rechtzeitig zu überschreiben, weshalb diese sich gerne mal ein Likörchen genehmigt und ansonsten froh ist, wenn sie mit dem Ding nichts mehr am Hut hat. Da Anette und ihr Mann Günter direkt nebenan wohnen, war ihnen hauptsächlich an netten Nachbarn gelegen, und da kommen wir ins Spiel. Denn wir sind natürlich supernett! Und unsere Kinder erst! Zum Glück hatten wir Levi bei den Grosseltern geparkt und Henri dabei, der schön niedlich aus der Wäsche guckte, Anette über beide Hamsterbacken angrinste und ansonsten wie wir alle so tat, als würde ihm von ihrer Fahne nicht gleich schwindelig. Wir bekamen den Zuschlag sofort, weitere Interessenten (mit Termin!) wurden von Anette resolut weitergewunken ("das Haus ist WEHEG!"). Und wir konnten es nicht fassen: unser Traumhaus! Es ist natürlich alt, aber noch gut in Schuß. Es müssen ein paar Renovierungs- und Sanierungsmassnahmen durchgeführt werden, aber dann ist es genau das, was wir gesucht haben: in einer schönen Gegend, in der Nähe der Großeltern, mit einem überschaubaren Garten und gut aufgeteilt. Ausserdem ein Haus mit Geschichte, mit einer Seele, denn die hat uns bei den Neubauten oder Doppelhaushälften, die wir uns unter anderem auch angeschaut haben, einfach gefehlt. Es gibt knarzende Dielen und eine schöne Holztreppe, wir lassen schöne Sprossenfenster einbauen und freuen uns schon auf die riesige Dachterrasse. Und das beste ist: Anette und Günter finden uns so sympathisch, dass sie noch ungefähr fünf mal mit dem Preis runtergegangen sind, ohne das wir auch nur einen Ton gesagt haben ("ihr habt euch eine Woche lang nicht gemeldet, da dachten wir, ihr habt es euch anders überlegt- was haltet ihr von 10.000 weniger?"). Selbstredend sind wir schon beim Du, und ich fürchte, ich muss in Zukunft regelmässig mit Anette Eierlikör über den Gartenzaun trinken, aber was tut man nicht alles für die Familie. Jedenfalls haben wir jetzt ein Haus und werden unsere schöne, liebgewonnene Altbauwohnung im Zentrum verlassen um aufs Land zu ziehen. Dann ist es vorbei mit schnell mal ins Kino, ins Theater, in die Kneipe oder "ich hab so Lust auf Tapas, holst du schnell welche bevor der Tatort anfängt?". Aber mal ehrlich: wie oft geht man mit zwei kleinen Kindern noch aus? Ich jedenfalls nicht mehr so viel! Zum Glück habe ich mich in meinen Zwanzigern ordentlich ausgetobt, mittlerweile habe ich ja die Schlafgewohnheiten einer Greisin. Und wenn ich doch mal auf einen Swutsch will, dann quartiere ich mich einfach bei einer Freundin ein, sollte ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zurückfahrenkönnen wollen. Das wird toll!
Auf dem Weg zum Traumhaus haben wir uns unfassbare Bruchbuden angeschaut, bizarre Makler kennengelernt und über manche Preisvorstellungen einfach nur den Kopf geschüttelt. Das es so schwierig werden würde, hatten wir am Anfang nicht gedacht.
Wir wollten doch nur ein kleines Haus auf dem Land! Raus aus der Stadt und rein ins Grüne! Mit Garten und in einer schönen Wohnsiedlung, wo Kinder auf der Strasse Fahrradfahren lernen können und in einer Art Pleasantville (erinnert sich jemand an den Film?) mit weissen Gartenzäunen und hübschen Vorgärten aufwachsen würden. Das kann doch nicht so schwer sein! Leider hatten wir übersehen, dass aufgrund der aktuellen Zinslage ungefähr jeder nach einem Haus sucht, so fühlte es sich jedenfalls an. Und wann immer wir auf Partys oder bei Freunden auf das Thema zu sprechen kamen, erfuhren wir direkt von neuen Konkurrenten auf dem Immobilienmarkt. Diese versuchten wir natürlich sofort auszuschalten ("also in DAS Viertel würden wir ja niemals ziehen!"-(flüster):" hast du gehört, da steht was leer!"). Zwischendurch hatten wir sogar erwogen, die Todesanzeigen der Tageszeitung etwas gründlicher zu studieren, um eventuell den trauernden Nachkommen wenigstens die Sorge um das Haus von Oma Herta abzunehmen. Nun ja, das konnten wir uns dann gerade noch verkneifen. Nachdem wir uns also viele, viele Häuser angeschaut haben, und uns (fast) immer einig waren, dass es das aus verschiedenen Gründen nicht war, da trafen wir auf Anette und Günter. Anette hatte eine Anzeige in der lokalen Tageszeitung geschaltet, in der sie ein 50er Jahre Haus zu einem wirklich günstigen Tarif verscherbeln wollte. Ein wunderschönes Haus mit weissen Fenstern und grossen, alten Bäumen im Garten, zwischen welchen man im Geiste schon die Hängematte sanft im Wind schaukeln sah. Eigentlich habe ich meinem Mann das Foto aber nur gezeigt, weil die Adresse in der Nähe seiner Eltern lag. "Guck mal hier, hihi, bei deinen Eltern wird ein Haus verkauft, verrückt!" Aus Neugier haben wir dann doch angerufen und direkt für den Nachmittag einen Besichtigungstermin vereinbart. Später haben wir erfahren, dass es aufgrund des Spottpreises am ersten Tag direkt 700 Anfragen gab. Bei der Besichtigung entlockten wir der leicht angeschwipsten Anette ausserdem, dass das Haus so günstig ist weil sie selbst von dem Geld nichts hat: das geht alles ans Altenheim ihrer Mutter, welche es verpasst hat, es ihrer Tochter rechtzeitig zu überschreiben, weshalb diese sich gerne mal ein Likörchen genehmigt und ansonsten froh ist, wenn sie mit dem Ding nichts mehr am Hut hat. Da Anette und ihr Mann Günter direkt nebenan wohnen, war ihnen hauptsächlich an netten Nachbarn gelegen, und da kommen wir ins Spiel. Denn wir sind natürlich supernett! Und unsere Kinder erst! Zum Glück hatten wir Levi bei den Grosseltern geparkt und Henri dabei, der schön niedlich aus der Wäsche guckte, Anette über beide Hamsterbacken angrinste und ansonsten wie wir alle so tat, als würde ihm von ihrer Fahne nicht gleich schwindelig. Wir bekamen den Zuschlag sofort, weitere Interessenten (mit Termin!) wurden von Anette resolut weitergewunken ("das Haus ist WEHEG!"). Und wir konnten es nicht fassen: unser Traumhaus! Es ist natürlich alt, aber noch gut in Schuß. Es müssen ein paar Renovierungs- und Sanierungsmassnahmen durchgeführt werden, aber dann ist es genau das, was wir gesucht haben: in einer schönen Gegend, in der Nähe der Großeltern, mit einem überschaubaren Garten und gut aufgeteilt. Ausserdem ein Haus mit Geschichte, mit einer Seele, denn die hat uns bei den Neubauten oder Doppelhaushälften, die wir uns unter anderem auch angeschaut haben, einfach gefehlt. Es gibt knarzende Dielen und eine schöne Holztreppe, wir lassen schöne Sprossenfenster einbauen und freuen uns schon auf die riesige Dachterrasse. Und das beste ist: Anette und Günter finden uns so sympathisch, dass sie noch ungefähr fünf mal mit dem Preis runtergegangen sind, ohne das wir auch nur einen Ton gesagt haben ("ihr habt euch eine Woche lang nicht gemeldet, da dachten wir, ihr habt es euch anders überlegt- was haltet ihr von 10.000 weniger?"). Selbstredend sind wir schon beim Du, und ich fürchte, ich muss in Zukunft regelmässig mit Anette Eierlikör über den Gartenzaun trinken, aber was tut man nicht alles für die Familie. Jedenfalls haben wir jetzt ein Haus und werden unsere schöne, liebgewonnene Altbauwohnung im Zentrum verlassen um aufs Land zu ziehen. Dann ist es vorbei mit schnell mal ins Kino, ins Theater, in die Kneipe oder "ich hab so Lust auf Tapas, holst du schnell welche bevor der Tatort anfängt?". Aber mal ehrlich: wie oft geht man mit zwei kleinen Kindern noch aus? Ich jedenfalls nicht mehr so viel! Zum Glück habe ich mich in meinen Zwanzigern ordentlich ausgetobt, mittlerweile habe ich ja die Schlafgewohnheiten einer Greisin. Und wenn ich doch mal auf einen Swutsch will, dann quartiere ich mich einfach bei einer Freundin ein, sollte ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zurückfahren
2013/12/24
Ein Christkind. Aber nur fast.
Ihr Lieben,
Henri ist da! Seit Donnerstag mittag ist er bei uns, und wir sind alle schwer verliebt in ihn. Zwei Wochen zu früh war der kleine Mann und wog trotzdem schon 3750 Gramm. Ich weiß gar nicht, ob irgendwen Details der Geburt interessieren? Die reiche ich sonst gerne nach. Nur soviel: es war am Ende ein Kaiserschnitt und das war auch gut so, sonst wären wir nicht alle so gesund und munter.
Henri ist perfekt auf jede Art und Weise, das Stillen klappt wieder super und gerade schlummert er gemütlich neben mir. Was für niedliche Geräusche so kleine Wesen machen hatte ich ganz vergessen! Aufgrund des Kaiserschnitts bin ich noch etwas unbeweglich und liege eingemummelt und fürstlich umsorgt mit Henri im Bett, während mein Mann Levi bespasst und den Haushalt schmeisst. Levi ist hin-und hergerissen von der Ankunft seines Bruders, und braucht jetzt viel Zeit und Liebe mit uns beiden.
Die Feiertage werden wir entsprechend ruhig verbringen. Kein Verwandten-Marathon und kein Terminstress, wir igeln uns hier zu viert ein. Heute nachmittag kommen meine Schwiegereltern mit einem Weihnachtsmenü im Gepäck bei uns vorbei, wir essen, machen eine kleine Bescherung und dann wird weiter unterm Tannenbaum ausgeruht. Und morgen das gleiche mit meinen Eltern.
Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten!
Love, Blinki
Henri ist da! Seit Donnerstag mittag ist er bei uns, und wir sind alle schwer verliebt in ihn. Zwei Wochen zu früh war der kleine Mann und wog trotzdem schon 3750 Gramm. Ich weiß gar nicht, ob irgendwen Details der Geburt interessieren? Die reiche ich sonst gerne nach. Nur soviel: es war am Ende ein Kaiserschnitt und das war auch gut so, sonst wären wir nicht alle so gesund und munter.
Henri ist perfekt auf jede Art und Weise, das Stillen klappt wieder super und gerade schlummert er gemütlich neben mir. Was für niedliche Geräusche so kleine Wesen machen hatte ich ganz vergessen! Aufgrund des Kaiserschnitts bin ich noch etwas unbeweglich und liege eingemummelt und fürstlich umsorgt mit Henri im Bett, während mein Mann Levi bespasst und den Haushalt schmeisst. Levi ist hin-und hergerissen von der Ankunft seines Bruders, und braucht jetzt viel Zeit und Liebe mit uns beiden.
Die Feiertage werden wir entsprechend ruhig verbringen. Kein Verwandten-Marathon und kein Terminstress, wir igeln uns hier zu viert ein. Heute nachmittag kommen meine Schwiegereltern mit einem Weihnachtsmenü im Gepäck bei uns vorbei, wir essen, machen eine kleine Bescherung und dann wird weiter unterm Tannenbaum ausgeruht. Und morgen das gleiche mit meinen Eltern.
Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten!
Love, Blinki
2013/12/10
2013/08/06
Halbzeit, und es wird ein....
Ab heute bin ich in der 20. Schwangerschaftswoche. Es ist verrückt wie schnell das diesmal geht. Während meiner Schwangerschaft mit Levi habe ich die Tage gezählt, zum Schluss die Stunden, und jeden Entwicklungsschritt in diversen Büchern, Zeitschriften und Apps nachgelesen. "Ihr Kind ist diese Woche so groß wie eine Olive, ab heute ist das Gehör ausgebildet, usw...", ich wusste alles zu jedem Zeitpunkt ganz genau. Diesmal ist es völlig anders. Nicht nur, dass wir so sehr von dieser freudigen Nachricht überrascht wurden-nein, mit einem kleinen Wirbelwind im Haus, der jede Gelegenheit nutzt um waghalsig seine Umwelt zu erkunden, bleibt einfach weniger Zeit sich intensiv mit dem wachsenden Bauch und seinem kleinen Bewohner zu beschäftigen. Nur Abends, wenn Levi im Bett ist und selig schlummert, habe ich Gelegenheit meinen Bauch mit dem toll riechenenden Öl einzureiben, welches mein Mann mir geschenkt hat (und angeblich den ollen Schwangerschaftsstreifen vorbeugen soll),in mich hinein zu horchen und die ersten zaghaften Bewegungen des Kleinen zu spüren. Denn ja- es wird wieder ein Junge! Wir sind begeistert, denn ein Mädchen wäre zwar auch schön gewesen, aber mit kleinen Jungs kenne ich mich jetzt aus, und so haben die beiden Racker, wenn sie größer sind, einen "partner in crime" um ihre Eltern gemeinsam in den Wahnsinn zu treiben. Dadurch, dass sie vermutlich fast auf den Tag genau zwei Jahre auseinander sein werden, ist der Altersunterschied auch nicht zu groß, und ich hoffe, die beiden können toll miteinander spielen und Unsinn machen. Meine Schwester ist auch nur zwei Jahre jünger als ich, und bis heute (abgesehen von ein paar Aussetzern in der Pubertät) verstehen wir uns prima. Als Kinder haben wir uns die verschiedensten Spiele ausgedacht, haben mit Puppen und Barbies gespielt, Klamotten geteilt und uns auch ordentlich gestritten. Genauso wie es sein muss. Wenn es aber darauf ankam, haben wir immer zusammengehalten, und das wünsche ich mir für meine Söhne auch.
Mein Bauch wächst übrigens in Rekordgeschwindigkeit. Ich kann zwar stolz vermelden, dass ich bisher weniger zugenommen habe als bei Levi, jedoch passen mir die meisten Sachen schon nicht mehr und meine bequeme Schwangerschaftsjogginghose mit dem riesigen Elastikband ist schon seit der zwölften Woche mein ständiger Begleiter- sehr zum Leidwesen meines Mannes. Ansonsten ist er toll wie eh und je, erträgt meine Hormongesteuerten Launen mit einem leichten Schmunzeln, und holt mir Abends blitzschnell Schokoeis vom Kiosk wenn ich auch nur andeute, dass das Baby dieses gerade dringend braucht. ICH persönlich würde mich ja nur von gesunden Dingen ernähren, aber das Baby verlangt einfach manchmal nach Eis oder Schokolade...
Levi ist derweil wie immer sein schelmisches Ich, mittlerweile weiss er genau, wie man meinen Mann und mich zum Lachen bringt und setzt das auch gezielt ein. Natürlich können wir ihm fast nichts übelnehmen, ausser, er weigert sich Abends um zehn immer noch zu schlafen. Andererseits, bei dem Wetter fällt mir das auch schwer. Spätestens seit er laut und deutlich "PAPA" ins Babyphone sagen kann, hat er meinen Mann sowieso um den Finger gewickelt und dieser kommt schnell mit einem Buch unter dem Arm ins Schlafzimmer geeilt um eine letzte, "aber wirklich allerletzte", Geschichte vorzulesen.
Ah, the good life!
Love, Blinki
Mein Bauch wächst übrigens in Rekordgeschwindigkeit. Ich kann zwar stolz vermelden, dass ich bisher weniger zugenommen habe als bei Levi, jedoch passen mir die meisten Sachen schon nicht mehr und meine bequeme Schwangerschaftsjogginghose mit dem riesigen Elastikband ist schon seit der zwölften Woche mein ständiger Begleiter- sehr zum Leidwesen meines Mannes. Ansonsten ist er toll wie eh und je, erträgt meine Hormongesteuerten Launen mit einem leichten Schmunzeln, und holt mir Abends blitzschnell Schokoeis vom Kiosk wenn ich auch nur andeute, dass das Baby dieses gerade dringend braucht. ICH persönlich würde mich ja nur von gesunden Dingen ernähren, aber das Baby verlangt einfach manchmal nach Eis oder Schokolade...
Levi ist derweil wie immer sein schelmisches Ich, mittlerweile weiss er genau, wie man meinen Mann und mich zum Lachen bringt und setzt das auch gezielt ein. Natürlich können wir ihm fast nichts übelnehmen, ausser, er weigert sich Abends um zehn immer noch zu schlafen. Andererseits, bei dem Wetter fällt mir das auch schwer. Spätestens seit er laut und deutlich "PAPA" ins Babyphone sagen kann, hat er meinen Mann sowieso um den Finger gewickelt und dieser kommt schnell mit einem Buch unter dem Arm ins Schlafzimmer geeilt um eine letzte, "aber wirklich allerletzte", Geschichte vorzulesen.
Ah, the good life!
Love, Blinki
2013/07/25
Jakobsweg
Meine Schwester geht seit Samstag mit zwei Freunden den Jakobsweg. Ihre lustigen, skurrilen und anstregenden Tage auf dem Camino beschreiben die drei auf ihrem Blog kaffeeundmilch. Wer Lust hat, schaut mal rein!
Ps: 38°Celsius sind für mich und meinen Kreislauf schon unschwanger anstrengend. Aber so-puh!!! Wie geht es euch bei der Hitze?
Ps: 38°Celsius sind für mich und meinen Kreislauf schon unschwanger anstrengend. Aber so-puh!!! Wie geht es euch bei der Hitze?
2013/04/05
attachment parenting
In der aktuellen Printausgabe der Eltern geht es um die bedürfnisorientierte Erziehung: zehn Familien haben getestet, wie es ist, 20 Tage lang das Baby nach Bedarf zu stillen, im Familien-, oder Beistellbett schlafen zu lassen, das Kind in den Schlaf zu begleiten, es nicht schreien zu lassen und auch noch soviel wie möglich zu tragen.
Der zuständige Experte fragte sich vorher, ob sich wohl so viele Familien finden liessen, die sich auf ein Experiment dieser Art einlassen würden, da so ein Ansatz für die meisten Eltern heutzutage ja radikal erscheinen müsse. Passend dazu lautet der Titel auch provokant: 'Wenn das Baby der Boss ist'.
Also, bei uns ist niemand der Boss, und wenn überhaupt, dann mein Mann und ich- denn wir sind schliesslich die Erziehungsberechtigten. Und trotzdem wundert es mich, dass die oben genannten Punkte vielen Menschen anscheinend fremd, oder völlig neuartig erscheinen. Wir haben uns nie hingesetzt und festgelegt, wie genau wir unser Baby erziehen wollen. Liebevoll und konsequent, das war klar. Aber sonst? Das wollten wir auf uns zukommen lassen, und schauen was sich für alle drei gut anfühlt. Als Levi dann da war, erschien vieles der bedürfnisorientierten Erziehung einfach völlig natürlich und selbstverständlich. Und, ehrlich gesagt, auch einfach praktischer! So haben wir einfach aus dem Bauch heraus entschieden, das Kind im Beistellbett (und später im Familienbett) schlafen zu lassen. Weil das Kinderzimmer zu weit von unserem Schlafzimmer entfernt ist, und ich zum stillen nicht jedesmal aufstehen wollte. Eine Frau braucht ihren Schlaf-und am Anfang hat man davon ja eh viel zu wenig. Später dann war es einfach gemütlich (ich empfehle allerdings auch ein 1,80 Meter Bett wie bei uns). Den kleinen Wurm, gerade erst aus dem warmen, sicheren Bauch geschlüpft, ganz alleine in ein für ihn riesiges, weit von den Eltern entferntes Bett zu legen, hätten wir nicht übers Herz gebracht. Und stillen NICHT nach Bedarf-gibt es das überhaupt? Dann wäre ich ja übergelaufen, und wozu sollte man so ein kleines Wesen denn warten lassen? Wo Levi doch sowieso bei jedem Hüngerchen schon dachte, er würde verhungern und das auch lautstark kund getan hat. Dann stillt man halt mal unterwegs, na und? Muss ja nicht jeder sehen, wenn einem (so wie mir) das unangenehm ist. Ich sage nur soviel: Karstadt und C&A haben sehr geräumige Umziehkabinen! H&M kann ich nicht empfehlen, in dem Licht hatten sogar meine Oberarme Cellulite, und wenn man da sitzt und stillt, hat man genug Zeit jede Beule ausgiebig zu bewundern.
Schreien lassen kam sowieso nie in Frage, und da Levi sich am Anfang nicht ablegen liess, habe ich meinen Sohn die ersten Monate fast ausschliesslich getragen. Ich hatte das Gefühl, dass er die Nähe einfach brauchte, und da so ein kleiner Wurm erstmal ankommen muss in der Welt und sowieso nicht aus Berechnung schreit, habe ich ihm alle Nähe gegeben die er verlangte. Mich überrascht diese Diskussion auch insofern,als Dinge wie feste Mahlzeiten, schlafen im eigenen Bettchen oder der Kinderwagen alles Produkte der Moderne sind. Kinder sollen so früh wie möglich dazu erzogen werden selbstständig zu sein, und nicht zu nerven. Wehe, sie bringenden schön kultivierten Tagesablauf durcheinander! Aber warum? Kinder sind genau dafür da, sie brauchen viel Nähe, Zuwendung und Geborgenheit. Sie sind eben nicht sofort selbstständig, sonst hätte Mutter Natur es so eingerichtet, dass sie nach der Geburt wie ein kleines Fohlen einfach aufstehen und losrennen.
Ich habe das Gefühl, dass die Form des "attachment parenting", die wir (bisher unbewusst) verfolgen, aus unserem Baby ein sicheres, geborgenes und zufriedenes Kind gemacht hat. Natürlich respektiere ich alle anderen Ansätze,denn jedes Kind und jede Familie ist anders, würde mir aber wünschen, dass man nicht mehr als Exot gilt, wenn das Kind noch mit 15 Monaten im Elternbett schläft, es immer noch nicht schreien gelassen wird, und wir Abends bei ihm sitzen und ihn in den Schlaf begleiten. Nur tragen, tragen kann ich den kleinen Klops wirklich nicht mehr.
Was meint ihr dazu? Ich würde zu gerne eure Meinungen hören!
Love, Blinki
Der zuständige Experte fragte sich vorher, ob sich wohl so viele Familien finden liessen, die sich auf ein Experiment dieser Art einlassen würden, da so ein Ansatz für die meisten Eltern heutzutage ja radikal erscheinen müsse. Passend dazu lautet der Titel auch provokant: 'Wenn das Baby der Boss ist'.
Also, bei uns ist niemand der Boss, und wenn überhaupt, dann mein Mann und ich- denn wir sind schliesslich die Erziehungsberechtigten. Und trotzdem wundert es mich, dass die oben genannten Punkte vielen Menschen anscheinend fremd, oder völlig neuartig erscheinen. Wir haben uns nie hingesetzt und festgelegt, wie genau wir unser Baby erziehen wollen. Liebevoll und konsequent, das war klar. Aber sonst? Das wollten wir auf uns zukommen lassen, und schauen was sich für alle drei gut anfühlt. Als Levi dann da war, erschien vieles der bedürfnisorientierten Erziehung einfach völlig natürlich und selbstverständlich. Und, ehrlich gesagt, auch einfach praktischer! So haben wir einfach aus dem Bauch heraus entschieden, das Kind im Beistellbett (und später im Familienbett) schlafen zu lassen. Weil das Kinderzimmer zu weit von unserem Schlafzimmer entfernt ist, und ich zum stillen nicht jedesmal aufstehen wollte. Eine Frau braucht ihren Schlaf-und am Anfang hat man davon ja eh viel zu wenig. Später dann war es einfach gemütlich (ich empfehle allerdings auch ein 1,80 Meter Bett wie bei uns). Den kleinen Wurm, gerade erst aus dem warmen, sicheren Bauch geschlüpft, ganz alleine in ein für ihn riesiges, weit von den Eltern entferntes Bett zu legen, hätten wir nicht übers Herz gebracht. Und stillen NICHT nach Bedarf-gibt es das überhaupt? Dann wäre ich ja übergelaufen, und wozu sollte man so ein kleines Wesen denn warten lassen? Wo Levi doch sowieso bei jedem Hüngerchen schon dachte, er würde verhungern und das auch lautstark kund getan hat. Dann stillt man halt mal unterwegs, na und? Muss ja nicht jeder sehen, wenn einem (so wie mir) das unangenehm ist. Ich sage nur soviel: Karstadt und C&A haben sehr geräumige Umziehkabinen! H&M kann ich nicht empfehlen, in dem Licht hatten sogar meine Oberarme Cellulite, und wenn man da sitzt und stillt, hat man genug Zeit jede Beule ausgiebig zu bewundern.
Schreien lassen kam sowieso nie in Frage, und da Levi sich am Anfang nicht ablegen liess, habe ich meinen Sohn die ersten Monate fast ausschliesslich getragen. Ich hatte das Gefühl, dass er die Nähe einfach brauchte, und da so ein kleiner Wurm erstmal ankommen muss in der Welt und sowieso nicht aus Berechnung schreit, habe ich ihm alle Nähe gegeben die er verlangte. Mich überrascht diese Diskussion auch insofern,als Dinge wie feste Mahlzeiten, schlafen im eigenen Bettchen oder der Kinderwagen alles Produkte der Moderne sind. Kinder sollen so früh wie möglich dazu erzogen werden selbstständig zu sein, und nicht zu nerven. Wehe, sie bringenden schön kultivierten Tagesablauf durcheinander! Aber warum? Kinder sind genau dafür da, sie brauchen viel Nähe, Zuwendung und Geborgenheit. Sie sind eben nicht sofort selbstständig, sonst hätte Mutter Natur es so eingerichtet, dass sie nach der Geburt wie ein kleines Fohlen einfach aufstehen und losrennen.
Ich habe das Gefühl, dass die Form des "attachment parenting", die wir (bisher unbewusst) verfolgen, aus unserem Baby ein sicheres, geborgenes und zufriedenes Kind gemacht hat. Natürlich respektiere ich alle anderen Ansätze,denn jedes Kind und jede Familie ist anders, würde mir aber wünschen, dass man nicht mehr als Exot gilt, wenn das Kind noch mit 15 Monaten im Elternbett schläft, es immer noch nicht schreien gelassen wird, und wir Abends bei ihm sitzen und ihn in den Schlaf begleiten. Nur tragen, tragen kann ich den kleinen Klops wirklich nicht mehr.
Was meint ihr dazu? Ich würde zu gerne eure Meinungen hören!
Love, Blinki
2013/04/01
Aua und Eier
| hier werden nicht etwa Ostereier gesucht, sondern 'Kuckuck' mit der Tante gespielt |
Levi bekommt Backenzähne. Einen links, einen rechts. Das hört sich schmerzhaft an, oder? Ist es, glaube ich, auch! Jedenfalls hatte er in den letzten Tagen Fieber, rote Wangen und extra schlechte Laune. Zurecht natürlich! Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die Nächte besonders kurz waren...nun ja. Schlaf ist ja auch überbewertet.
Die Ostertage waren trotzdem sehr schön und gemütlich, und dieses Jahr hat Levi auch das erste Mal richtig teilgenommen (letztes Jahr Ostern hat er praktisch verschlafen-wie man das halt so macht mit drei Monaten).
Das Ostereiersuchen war ein großer Erfolg, ein Lacherfolg für die Erwachsenen in jedem Fall, denn für Levi waren Verstecke wie "Osterhase sitzt unübersehbar mitten auf dem Sofa" einfach noch zu schwer. Auch zu schwer: drei Ostereier auf einmal zu transportieren, und dann in die Handtasche zu stecken (jaaa, zu Hause geht nix ohne Handtasche, aka eine kleine, orange Filztasche mit Henkeln, in der er Bauklötze, Stofftiere und Zwiebäcke von Zimmer zu Zimmer transportiert).
Herrlich! Auch herrlich: schönster Sonnenschein beim Verdauungsspaziergang mit der Familie, Levis erste Breakdance Versuche zum Klang seiner Kinder-Musikbox, und ein Brunch am Ostermontag mit vielen lieben Freunden.
Liebes Universum, ist es vermessen wenn ich jetzt noch um 10 Grad mehr bitte?
| nicht im Bild: die praktische Herrenhandtasche |
2013/03/25
Post für den Tiger
Im Geburtsvorbereitungskurs hat unsere Hebamme uns damals, im November 2011, in der letzten Sitzung Briefbögen ausgeteilt. Wir sollten unserem noch ungeborenen Kind einen kleinen Brief schreiben, dazu waren zehn Minuten Zeit. Das war gar nicht so einfach, wie fasst man Jahre der Sehnsucht und Monate der Vorfreude in so kurzer Zeit in Worte? Nach einer halben Minute nachdenklichen Kullikauens habe ich einfach drauflosgeschrieben. Herausgekommen ist keine sentimentale Ode an unser Wunschbaby, sondern ein etwas seltsames Gedankensammelsurium. Und über manche Stellen kann ich einfach nur den Kopf schütteln.
Unsere Hebamme hat die Briefe dann eingesammelt und uns nach der Geburt zugeschickt. Mein Mann und ich haben lange überlegt, ob wir die Briefe aufmachen, und uns gegenseitig vorlesen, oder sie Levi ungeöffnet an seinem 18. Geburtstag überreichen sollten. An einem verregneten Nachmittag im letzten Herbst hielten wir es nicht mehr aus: während das Kind friedlich neben uns schlief, öffneten wir vorsichtig die Umschläge.
Hier ist meiner:
Lieber Levi,
wenn ich Dir irgendwann diesen Brief vorlese, hast Du hoffentlich gesund und munter das Licht der Welt erblickt. Deshalb erstmal: Willkommen im Leben!
Wir haben uns so sehr auf dich gefreut.
Ich hoffe, ich kann Dir eine gute Mutter sein!
Vermutlich werde ich einiges falsch machen, und mit Sicherheit werde ich Dir auch das eine oder andere Mal sehr peinlich sein. Dazu kann ich nur sagen: auch so ist das Leben.
Aber ich werde mein bestes geben, und dich immer lieb haben. Egal, ob Du mit 15 ein Computernerd oder Gruftie bist, ob Du Dir die Haare grün färbst oder Rollenspiele machst- ich finde alles super. Einzige Ausnahme: Du wirst total konservativ und kleinbürgerlich, damit könntest Du mich wirklich schocken. Rebelliere, aber anders!
Dein Papa und ich werden auf jeden Fall immer für Dich da sein und versuchen, Dich gut auf das Leben vorzubereiten. Bitte sei lieb zu Mrs Murphy, sie ist schon sehr alt und war bist jetzt die größte Diva in unserem Haushalt.
Eine Menge Menschen haben sich sehr auf Deine Ankunft gefreut. Du bekommst nicht nur tolle Großeltern,eine Urgroßoma, Onkel,Tanten und Cousins, sondern auch noch jede Menge Menschen mit denen Du zwar nicht verwandt bist, die aber ebenso immer für Dich da sein werden.
Wichtig ist: Du kannst alles machen, werden und ausprobieren, wir werden Dich immer und überall unterstützen.
Bis auf Kleinigkeiten wie: Konsum (harter) Drogen, Kleinkriminalität (kommt aber drauf an), Tierquälerei oder einer Karriere bei der NPD.
Heute bin ich in der 37. Schwangerschaftswoche angekommen, und wir können es kaum noch erwarten Dich endlich in den Armen zu halten.
Ich freue mich darauf, die Welt demnächst mit Deinen Augen neu zu sehen und mit Dir zusammen alles wieder zum ersten Mal zu entdecken.
Love, Deine Mama
Kleinkriminalität- KOMMT DRAUF AN????? Was habe ich mir denn dabei gedacht? Haben die Räucherstäbchen in der Hebammenpraxis mich ganz benebelt gemacht?
Verwundert, Blinki
Unsere Hebamme hat die Briefe dann eingesammelt und uns nach der Geburt zugeschickt. Mein Mann und ich haben lange überlegt, ob wir die Briefe aufmachen, und uns gegenseitig vorlesen, oder sie Levi ungeöffnet an seinem 18. Geburtstag überreichen sollten. An einem verregneten Nachmittag im letzten Herbst hielten wir es nicht mehr aus: während das Kind friedlich neben uns schlief, öffneten wir vorsichtig die Umschläge.
Hier ist meiner:
Lieber Levi,
wenn ich Dir irgendwann diesen Brief vorlese, hast Du hoffentlich gesund und munter das Licht der Welt erblickt. Deshalb erstmal: Willkommen im Leben!
Wir haben uns so sehr auf dich gefreut.
Ich hoffe, ich kann Dir eine gute Mutter sein!
Vermutlich werde ich einiges falsch machen, und mit Sicherheit werde ich Dir auch das eine oder andere Mal sehr peinlich sein. Dazu kann ich nur sagen: auch so ist das Leben.
Aber ich werde mein bestes geben, und dich immer lieb haben. Egal, ob Du mit 15 ein Computernerd oder Gruftie bist, ob Du Dir die Haare grün färbst oder Rollenspiele machst- ich finde alles super. Einzige Ausnahme: Du wirst total konservativ und kleinbürgerlich, damit könntest Du mich wirklich schocken. Rebelliere, aber anders!
Dein Papa und ich werden auf jeden Fall immer für Dich da sein und versuchen, Dich gut auf das Leben vorzubereiten. Bitte sei lieb zu Mrs Murphy, sie ist schon sehr alt und war bist jetzt die größte Diva in unserem Haushalt.
Eine Menge Menschen haben sich sehr auf Deine Ankunft gefreut. Du bekommst nicht nur tolle Großeltern,eine Urgroßoma, Onkel,Tanten und Cousins, sondern auch noch jede Menge Menschen mit denen Du zwar nicht verwandt bist, die aber ebenso immer für Dich da sein werden.
Wichtig ist: Du kannst alles machen, werden und ausprobieren, wir werden Dich immer und überall unterstützen.
Bis auf Kleinigkeiten wie: Konsum (harter) Drogen, Kleinkriminalität (kommt aber drauf an), Tierquälerei oder einer Karriere bei der NPD.
Heute bin ich in der 37. Schwangerschaftswoche angekommen, und wir können es kaum noch erwarten Dich endlich in den Armen zu halten.
Ich freue mich darauf, die Welt demnächst mit Deinen Augen neu zu sehen und mit Dir zusammen alles wieder zum ersten Mal zu entdecken.
Love, Deine Mama
Kleinkriminalität- KOMMT DRAUF AN????? Was habe ich mir denn dabei gedacht? Haben die Räucherstäbchen in der Hebammenpraxis mich ganz benebelt gemacht?
Verwundert, Blinki
2013/03/04
Home Alone
Mein Mann ist ja beim fahrenden Volk. Denn, wie ich schonmal erwähnte, er arbeitet beim Film. Das heißt, dass er oft unter der Woche nicht zu Hause ist, sondern an irgendwelchen exotischen Drehorten, wie z.B. Köln-Kalk.
So auch im Moment, denn er ist genau dort um den neuen Kölner Tatort zu drehen. Also bin ich zur Zeit quasi alleinerziehend, denn am Wochenende kommt er Samstags gegen Mittag zurück zu uns in die Provinz, und muss am Sonntag Abend schon wieder los. Das ist ok, denn wir kennen es nur so. Und im ersten Lebensjahr von Levi, also bis Januar, waren wir ja auch beide zu Hause, da er die komplette Elternzeit genommen hat. Beide zu Hause, oha, werdet ihr sagen. Tja, um ehrlich zu sein war es ein wunderschönes Jahr und wir sind uns nur ganz manchmal auf den Zeiger gegangen. Dann aber richtig! Trotzdem war das Universum uns wohlgesonnen und Freunde nannten uns schon immer bizarr harmonisch.
Als wir uns damals kennenlernten und ich noch in meinem Job als Modejournalistin arbeitete, haben wir uns überall da getroffen wo es gerade passte. Mal Berlin, mal Hamburg, mal Düsseldorf- je nachdem wie wir es beruflich einrichten konnten, denn ich war ja auch viel in der Weltegeschichte unterwegs. Jetzt bin ich permanent in unserer kleinen Stadt, das Leben ist etwas gemächlicher und ich bin begeisterte Hausfrau und Mutter. Und wißt ihr was -ich liebe es. Weil ich es mir so ausgesucht habe, weil es meine freie Entscheidung war. Ich mache den Haushalt, ich koche, ich backe, ich restauriere Möbel vom Flohmarkt, gehe mit Levi zum Musikgarten, zum Turnen und zum Babytreff. Und finde das alles ganz fabelhaft. Versteht mich nicht falsch, ich bin mir sicher, dass es viele Jobs für Frauen gibt, die sich prima mit Kindern vereinbaren lassen. Und ich verstehe es vollkommen, wenn man seine Unabhängigkeit nicht aufgeben möchte. Aber in meinem alten Job wäre ein Kind schwierig gewesen, und ich habe immer gesagt: wenn ich mal ein Kind bekomme, dann möchte ich mich auch selbst darum kümmern. Wozu bekomme ich sonst eins?
Also habe ich meinen Job aufgegeben um mich erstmal voll und ganz um Levi zu kümmern. Und, ob ihr es glaubt, oder nicht: zu Hause sein und ihm beim Aufwachsen zuschauen zu können,seine kleinen Fortschritte zu sehen, den Tag mit ihm zu verbringen, das bedeutet für mich gerade Freiheit.
Ps: Wir haben ja das skypen für uns entdeckt und Levi versteht zwar nicht warum Papa da aus der Blechbüchse winkt, findet es aber ganz aufregend. Und winkt zurück und küsst den Bildschirm und schmiegt seinen kleinen Kopf aufs Display. Hach.
Eine schöne Woche Euch- hier riecht es nach Frühling!
So auch im Moment, denn er ist genau dort um den neuen Kölner Tatort zu drehen. Also bin ich zur Zeit quasi alleinerziehend, denn am Wochenende kommt er Samstags gegen Mittag zurück zu uns in die Provinz, und muss am Sonntag Abend schon wieder los. Das ist ok, denn wir kennen es nur so. Und im ersten Lebensjahr von Levi, also bis Januar, waren wir ja auch beide zu Hause, da er die komplette Elternzeit genommen hat. Beide zu Hause, oha, werdet ihr sagen. Tja, um ehrlich zu sein war es ein wunderschönes Jahr und wir sind uns nur ganz manchmal auf den Zeiger gegangen. Dann aber richtig! Trotzdem war das Universum uns wohlgesonnen und Freunde nannten uns schon immer bizarr harmonisch.
Als wir uns damals kennenlernten und ich noch in meinem Job als Modejournalistin arbeitete, haben wir uns überall da getroffen wo es gerade passte. Mal Berlin, mal Hamburg, mal Düsseldorf- je nachdem wie wir es beruflich einrichten konnten, denn ich war ja auch viel in der Weltegeschichte unterwegs. Jetzt bin ich permanent in unserer kleinen Stadt, das Leben ist etwas gemächlicher und ich bin begeisterte Hausfrau und Mutter. Und wißt ihr was -ich liebe es. Weil ich es mir so ausgesucht habe, weil es meine freie Entscheidung war. Ich mache den Haushalt, ich koche, ich backe, ich restauriere Möbel vom Flohmarkt, gehe mit Levi zum Musikgarten, zum Turnen und zum Babytreff. Und finde das alles ganz fabelhaft. Versteht mich nicht falsch, ich bin mir sicher, dass es viele Jobs für Frauen gibt, die sich prima mit Kindern vereinbaren lassen. Und ich verstehe es vollkommen, wenn man seine Unabhängigkeit nicht aufgeben möchte. Aber in meinem alten Job wäre ein Kind schwierig gewesen, und ich habe immer gesagt: wenn ich mal ein Kind bekomme, dann möchte ich mich auch selbst darum kümmern. Wozu bekomme ich sonst eins?
Also habe ich meinen Job aufgegeben um mich erstmal voll und ganz um Levi zu kümmern. Und, ob ihr es glaubt, oder nicht: zu Hause sein und ihm beim Aufwachsen zuschauen zu können,seine kleinen Fortschritte zu sehen, den Tag mit ihm zu verbringen, das bedeutet für mich gerade Freiheit.
Ps: Wir haben ja das skypen für uns entdeckt und Levi versteht zwar nicht warum Papa da aus der Blechbüchse winkt, findet es aber ganz aufregend. Und winkt zurück und küsst den Bildschirm und schmiegt seinen kleinen Kopf aufs Display. Hach.
Eine schöne Woche Euch- hier riecht es nach Frühling!
2013/01/04
Morgen Kinder, wirds was geben!
Diese kleinen Monster habe ich für meinen Sohn gebacken. GANZ ALLEINE! Nicht schlecht dafür, dass ich früher sogar Tütensuppen anbrennen liess, oder? ODER? Morgen hat Levi nämlich Geburtstag. Seinen allerersten. Eigentlich den zweiten, denn letztes Jahr war ja in Prinzip sein erster Geburtstag. Wie auch immer- morgen steigt bei uns ne Party. Wir haben alle eingeladen! So jetzt muss ich hier weiter rumwuseln und vorbereiten- ich werde berichten!
2012/06/30
die Uromma
Vor
ein paar Tagen wurde mein Mann 35. Das musste natürtlich gefeiert
werden! Mit der Feier des Jahrhunderts! Mit einer so wilden Sause, dass
das Studio 54 hätte einpacken können, würde es noch existieren. Exzess,
Rausch, Apokalypse! So ähnlich-es wurde bei seinen Eltern im
Garten gegrillt. Eingeladen waren wir, meine Eltern, meine Schwester und
seine Oma.
Dazu
muss man wissen, dass seine Oma mit ihren 89 Jahren leicht an Demenz
erkrankt ist, was dazu führt, dass sie nicht mehr so richtig auf dem
Schirm hat wer in dieser Familie mit wem verheiratet ist, und zu wem
welche Urenkel gehören. Das gab schon schöne Verwechslungen! Schön war
auch die Frage an meinen Mann, ob er denn schon eine Freundin hat ("Oma,
ich bin verheiratet."),oder ob er denn noch andere Kinder mit anderen
Frauen hat (würde mich auch interessieren!).
Ursprünglich
aus Berlin, konnte sie dem Landleben nie viel abgewinnen "Hier ist ja
nüscht los, NÜSCHT!", und seit sie auch noch im Heim lebt, schwankt der
Gemütszustand zwischen euphorisch "Leute, was ham wirs wieder gut, was
ham wirs gut!" (beide Arme in der Luft), und angewidert "ach, im Heim,
da sitzen ja nur so olle Tanten, alle total dusselig, und keine
vernünftigen Männer- alt werden macht keinen Spaß, sag ich Euch!" Was
sie aber nie, wirklich nie, vergisst, ist, dass sie meinen Vater
äusserst attraktiv findet. Und zwar so, das ich mich frage ob ihr klar
ist, das er verheiratet ist. Und zwar mit meiner Mutter. Und so fanden
wir ihre Geburtstagsansprache auch äusserst gelungen: "Ich trinke auf
den einzigen richtigen Mann am Tisch!" Mein Mann setzte gerade dazu an
sich geschmeichelt zu bedanken, als sie noch hinterherschob: "Also, ein
Hoch auf Herrn S.!" Völlig genervt raunte meine Schwiegermutter: " Das
ist der Geburtstag von Deinem Enkel! Und ausserdem sitzen hier jawohl
noch mehr richtige Männer mit am Tisch." Mein Mann und mein
Schwiegervater lächelten schon erleichtert, als die Oma nur
triumphierend antwortete "Jaa, aber nicht in meinem Alter!" Haha! Sorry
Papa. Natürlich blieb ich auch nicht lange verschont: Wie alt bist Du
denn jetzt geworden, Enkel?" - "35." -"35? Ich dachte, du wärst
höchstens Mitte 20! Da hast Du dir aber einen jungen Mann geangelt, Blinki."
"Och ja, ich bin ja quasi nur ein Jahr....." - "Du könntest ja praktisch
seine Mutter sein!" SEINE MUTTER? Ich muss doch sehr bitten! Gut, seit
der Geburt von Levi hab ich vielleicht ein, zwei Augenringe mehr, und
die Haare sind auch nicht immer gemacht... aber seine Mutter? Ich schiebe es auf ihre schwindende Sehkraft und ungünstige Lichtverhältnisse....Schwamm drüber.
Ihren jüngsten Urenkel findet sie auf jeden Fall entzückend, und das ist doch das wichtigste, oder?
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