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2013/11/06

Jorge

Levi hat einen neuen besten Freund. Er heißt Jorge (ausgesprochen: choche oder chocha). Und nein, es ist nicht Jorge Gonzales, Heid Klums Topmodeltrainer. Leider. Jorge ist Levis kleiner, roter Hocker. Mit Jorge kommt er überall heran, besonders an Stellen, an die er gar nicht soll. Wenn ich zum Beispiel am Herd stehe und in den Töpfen herumrühre, steht normalerweise ein kleiner, ungeduldiger Mensch neben mir und ruft: "Arm! Arm!" und schimpft und meckert wie verrückt wenn man sagt, dass das gerade gar keine gute Idee ist, da die Herdplatte heiß ist und kleine Patschehände da sowieso nichts zu suchen haben.
Neuerdings aber meckert er nur kurz, denkt dann angestrengt nach, und die Lösung lässt seine Augen blitzen."Jorge!", hört man ihn begeistert murmeln, und schon dackelt das Kind eiftrig los, um seinen kleinen, roten Hocker vom Kinderzimmer in die Küche an den Herd zu schieben. Die Mutter bugsiert die beiden dann ein bisschen zur Seite an die Arbeitsplatte, und stellt ein paar Töpfe und Schüsseln zum hantieren zur Verfügung. 
Laune und Mittagessen von allen gerettet! 
Jorge ist auch zur Stelle wenn man Zähne putzen, den Wasserhahn im Bad auf-und zudrehen, im Wohnzimmer auf die Fensterbank klettern oder im Arbeitszimmer an die Silvia Plath- Biografie (gute Wahl!) im großen Bücherregal gelangen möchte.
Auf Jorge ist Verlass, er unterstützt Levi verlässlich bei jedem Blödsinn den dieser sich ausdenkt. Ein guter Freund eben.
Himmel!



2013/01/31

Das Koch-Dilemma

Liebe Leser, 
bevor ich auf Eure Fragen eingehe (über die ich mich sehr gefreut habe)ein kurzer Nachtrag zu Levis' Essverhalten. Besser gesagt, das Fehlen desselben. Wie ich hier und hier schonmal erwähnt habe, hält er es für eine Zumutung wenn ihm ein Löffel Brei oder ein Löffel mit irgendwas angeboten wird. Gefüttert werden ist nämlich etwas für Babys, es sei denn es gibt Joghurt. Wenn es nach ihm ginge, würde er sich ungerührt den ganzen Tag von Joghurt, Toast, Milchbrötchen oder Hirsekringeln ernähren. Damit er aber auch mal ein, zwei Vitamine und Nährstoffe zu sich nimmt, habe ich verzeifelt nach Rezepten mit Fingerfood für Kleinkinder gesucht und lange nichts gefunden. Bis ich mich in einer großen Buchhandlung durch gefühlte achtzig  Babykochbücher gewühlt habe (auf Nachfrage antwortete die Verkäuferin: "Sowas ham wa nich" und weg war sie. Und da wundern sie sich, dass alle online bestellen wenn die Beratung so enthusiastisch ist!). Jedenfalls wurde ich nach ca. zwei Stunden wühlen und blättern und lesen endlich fündig. Es gibt unendlich viele Kochbücher für Mamis, aber entweder sind es direkt irgendwelche "richtigen" Gerichte für Kleinkinder oder fünfzig Muffinrezepte oder oder oder. Als ich gerade aufgeben wollte, fiel mir das hier in die Hand: "Gesünder Kochen für Babys und Kleinkinder". Und endlich fand ich genau die Rezepte, die ich gesucht habe: Fingerfood. Kleine panierte Bällchen mit Brokkoli und Käse, Lachskringel, Tofuwürfel, gesunde Sandwiches.Kann ja sein, dass das für viele total leicht und offensichtlich erscheint, aber für mich war es die Erleuchtung. Und fast nix dauert länger als ne halbe Stunde und vieles kann man auch einfrieren. Und ein ganzes Kapitel für schwierige Esser gibt es sogar auch! Heute gab es Hähnchenbällchen mit Brokkoliröschen und Levi hat jeden Happen geliebt. Er kann sich endlich alles selbst in den Mund stopfen, mampft vor sich hin und lacht mich zwischendurch zufrieden an. Besser gehts nicht!
Love, Blinki