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2014/08/16

Zweieinhalb und Einhalb

Ich übertreibe nicht im geringsten wenn ich sage, das diese Zeit die Beste überhaupt in meinem Leben ist. 
Jeden Tag denke ich mir mindestens einmal: die beiden sind so süss gerade, ich muss diesen Moment unbedingt geniessen. Wie Levi todernst mit dem neuen Arztkoffer, den Feuerwehrhelm schief auf dem Kopf, mit dem Bobbycar zu einem Patienten rast. Wie Henri ihm dabei völlig verzückt zuschaut. Wie Levi Abends zu mir sagt: Mama, ich hab dich so lieb, bleib noch ein bisschen (und ich blieb natürlich noch ein bisschen, obwohl ich dadurch viel zu spät zu einem Geburtstag kam). Oder wie Henri sich mit aller Kraft und völlig konzentriert das erste Mal am Sofa hochzog, unter lauten Anfeuerungsrufen der ganzen Familie. Das sind die Momente, an die ich mich erinnern möchte.

Was Levi angeht, und obwohl ich das vermutlich bei jedem Alter bisher gesagt habe, bin ich mir jetzt absolut sicher: zweieinhalb ist der Wahnsinn. Das allerbeste Alter überhaupt. Levi redet ohne Punkt und Komma, und nachdem er ja mehr als zwei Jahre nur sehr wenig verständliches von sich gegeben hat, fing er eines Tages einfach an in ganzen Sätzen zu sprechen. Kann man auch machen! Und was er dann sagt! Etwa so Sachen wie: "Mama, vermutlich brauche ich eigentlich noch einen Keks!" oder auf die Aufforderung, endlich mit dem Essen zu beginnen: "Ich muss noch kurz überlegen, ob der Dachdecker kommen soll!" (Ratet mal wie weit die Bauarbeiten im neuen Haus sind). Ich finde, von sinnlosem Gebrabbel in kürzester Zeit zu Wörtern wie 'vermutlich' und 'eigentlich' zu switchen ist schon ziemlich bemerkenswert, oder? Schön ist es auch, dass er bei jedem Fremdem, mit dem man sich auf der Strasse schnell über die Uhrzeit oder den kürzesten Weg irgendwohin austauscht, hinterher fragt: "Wer ist das? Wo wohnt der? Hat der einen grossen Rasenmäher? Hat er ein Motorrad? Braucht er eine Uhr?' Auch beliebt: "Was ist das hier eigentlich? Was kann man damit machen?"
Das sind gute Fragen, berechtigte Fragen! Und er ist neugierig, ich finde das wunderbar! Wir wissen doch alle: wer nicht fragt bleibt dumm. Dumm ist es allerdings, wenn man bei fünfzehn von zwanzig Fragen zugeben muss, das man die Antwort nicht weiß: "keine Ahnung wem das gehört." "Ich kannte die Frau nicht." "Nein, ich weiss leider nicht wo sie wohnt"... ihr könnt es euch vorstellen.
Und er ist einfach so niedlich. Seine blonden Haare stehen ihm meistens wirr vom Kopf ab und er kann  herrlich den Kopf in den Nacken werfen und herzhaft über Sachen wie: "Nachti, Nachti" lachen. Oft finde ich ihn so witzig, dass wir beide lachen bis uns die Tränen kommen. Oder ein Schluckauf. 
Zweienhalb ist natürlich auch das Alter, in dem ein Kind entdeckt, das es einen eigenen Kopf und Willen hat und austestet, wie weit es gehen kann. Das macht Levi natürlich auch. Und manchmal habe ich das Gefühl, ich hätte den ganzen Tag nur 'Nein, Nein, Tripelnein' gesagt, das tut mir dann immer leid. Aber ich weiss einfach, dass Konsequenz jetzt wichtig ist, und dass sie ihm Grenzen und Sicherheit gibt. Deshalb müssen wir jetzt da durch. Und wir merken auch schon, dass man langsam nur noch zweimal nein sagen muss statt dreimal, und Levi sich durchaus gemerkt hat, dass 'Nein' auch wirklich 'Nein' bedeutet. Ich bin ja sowieso nicht dafür, allzu viel zu verbieten. Natürlich müssen beide Kinder lernen sich zu benehmen-  ich finde nichts schlimmer als Kinder die sich aufführen wie offene Hosen und Eltern, die das einfach weglächeln. Aber trotzdem halte ich es immer noch mit dem von mir selbst erfundenen 'Why not' - Prinzip: Bei vielen Dingen, die man aus einem Impuls heraus verbieten oder einschränken möchte, frage ich mich erstmal: Warum eigentlich nicht? Was spricht wirklich dagegen sich beispielsweise zwei Kilo Sand in die Latzhose zu schütten? Eigentlich ja nur die Aussicht darauf, das Kind wieder komplett entsanden zu müssen. Meine Bequemlichkeit versus die Erfahrung wie sich sowas anfühlt. Also rein mit dem Sand in die Hose! Das Beispiel ist vielleicht etwas blöd gewählt, aber ich hoffe, ihr wisst was ich meine.

Mein süsser Henri dagegen ist ein Wonneproppen. Ein runder, strahlender Wonneproppen, der mittlerweile stolz die Frisur meines Onkel Dereks trägt: Stirnglatze und gelockter Kranz drum herum. Er sieht zum Anbeissen aus! Also Henri, nicht Onkel Derek (Gott hab ihn selig), der hatte als waschechter Brite einen Hang zu leicht exzentrischen Outfits, aber dazu ein andernmal.
Henri kann Strahlen, wie das nur Babys können. Mit seinen sechs Beisserchen lacht er breit übers ganze rosige Gesicht. Wenn man ihn hochwirft oder Kuckuck ruft, jauchzt er auch noch glucksend dazu, eigentlich quietscht er wie ein schlecht geöltes Scharnier. Besonders witzig findet er immer noch seinen grossen Bruder. Den findet er so knallermässig, das Levi eigentlich nur "Henri! Chrchrchr (Ernielache)" machen muss und Henri lacht und gluckst und quietscht, das er fast umfällt. 
Ich stille ihn immer noch, nicht voll, denn er bekommt die erste Beikost, aber noch zwei bis dreimal am Tag und nachts. Das kann von mir aus erstmal so weitergehen, bis einer von uns beiden entscheidet, dass es genug ist. Trotzdem freue ich mich auf den ersten Wein nach dem Abstillen!

Jetzt liegen sie beide neben mir und schlafen friedlich. Und die meisten Eltern werden mir zustimmen: da hat man sie gleich noch ein Stückchen lieber.

In diesem Sinne: Nachti, nachti!

Ein schönes Wochenende meine Lieben!
Love, Blinki


2014/05/27

Lieber Henri

Es ist höchste Zeit, dass ich mal wieder was von mir hören lasse. Sind noch ein paar von euch übrig da draussen? Mit zwei Kindern kommt man zu nix, hätte mir ja mal jemand sagen können...

Henri hat es verdient, das auch seine Entwicklung regelmässig festgehalten wird. Schlimm genug, dass ich erst jetzt damit anfange, er ist ja schon unglaubliche fünf Monate alt!


Also:

Lieber Henri, 
du machst uns so viel Freude, das ist nicht zum aushalten. Nie hätte ich gedacht, mal zwei gesunde, quirlige Kinder zu haben. Ich danke wirklich jeden Tag dem Universum dafür.
Du bist jetzt fünf Monate alt und strahlst uns fast den ganzen Tag von einem Ohr zum anderen mit diesem charmanten, breiten Babylächeln an. Seit einer Woche haben sich noch zwei kleine Hasenzähne unten dazu gesellt, und man möchte eigentlich den ganzen Tag nur in dich reinbeissen. Anscheinend produziere ich Sahne, denn du hast dich zu einem stattlichen Michelin-Männchen gemausert- inclusive Speckbeinchen und Hamsterbacken. Es ist einfach zu schön! Ich weiss wirklich nicht, womit ich das verdient habe, aber du bist ebenso entspannt wie dein Bruder als Baby- du schläfst gut, das stillen klappt und meistens bist du zufrieden und mopsfidel. Manchmal, wenn du nicht in den Schlaf findest, meckerst du lautstark und ungeduldig, aber ich weiss zum Glück genau, in welcher Position du dann auf meinem Arm liegen musst, und dann kriegen wir auch das hin. Drehen kannst du dich auch schon, und am liebsten verrenkst du dann dein kleines Köpfchen in Richtung deines grossen Bruders. Levi ist super interessant und super witzig, selbst wenn du schlechte Laune hast. Wenn Levi dich ansieht, fängst du an zu grinsen. Er beugt sich dann ganz nah zu dir heran, und flötet völlig affektiert und übertrieben: "Jaaaa, halloooo, naaa?" Da fühlt man sich als Erwachsener natürlich sofort ertappt und peinlich berührt. Es fällt einem direkt auf, wie affig man sich manchmal einem Baby gegenüber verhält. Aber Babys lieben das doch so, oder? Sag jetzt nichts falsches! Ich möchte mich auch nicht ins Fettnäpfchen bei dir setzen, aber du bist, nun ja, ein ganz schöner Brocken. Mittlerweile sind wir bei Kleidergrösse 74-80 angelangt und das trug dein grosser Bruder erst mit einem Jahr. Im Winter! Folglich habe ich jetzt eine schöne Winterjacke, dicke Strumpfhosen und diverse Pullover unnütz hier herumliegen. Na gut, überredet-ich gehe los und kaufe etwas sommerliches. 
In deinem Leben hast du bisher ganze zweimal im Kinderwagen gelegen, meistens trage ich dich nämlich im Tuch. Oder dein Papa. Ja, der macht das auch. Und zwar gerne. Er fühlt sich bei so einem Spaziergang zwar wie ein Affe im Zoo, weil anscheinend noch niemand einen Vater mit Baby im Tuch und Kleinkind an der Hand gesehen hat (dabei hat mein Hippie-Vater das schon in den Siebzigern vorgemacht! Auf dem Dorf!), aber das hindert deinen Papa überhaupt nicht. Im Gegenteil, er liebt diese Spaziergänge mit euch beiden alleine, das kann ihm auch nicht das unverhohlenste Starren verderben. Einen tollen Papa hast du! Am Wochenende schleicht er sich frühmorgens, wenn du frisch gestillt wurdest, an meine Bettseite wo du im Beistellbett oder meiner Seite (meistens) liegst, und entführt dich aufs Sofa, damit ich auch noch ein bis zwei Stündchen Schlaf mit etwas mehr Platz und ohne Babygeräusche geniessen kann. In der Spielgruppe jammerte eine Mutter neulich, dass diese ständige Nähe nachts (ihr Baby brauchte auch beim schlafen viel Körperkontakt) total auf den Senkel gehe, und sie das super-anstrengend fände. Das empfindet natürlich jeder anders. Mir macht das jedenfalls nichts aus. Ich hab euch gerne bei mir, und ich halte auch gerne deine Hände nachts, wenn du mal wieder so doll damit fuchtelst und dich selbst aufweckst (aus dem fantastischen Puck-Schlafsack der ersten Monate bist du Moppel ja leider schon rausgewachsen). Also, ich halte deine Hände und spüre deinen Atem und jede Bewegung und stille auch noch zwischendurch und es ist überhaupt nicht schlimm. Ich mache das gerne für dich, denn ich kann das verstehen. Ich verstehe, dass es alleine im Bett einsam ist, ich verstehe, dass man, wenn man so klein ist, immer in der Nähe der Mama (oder des Papas)sein möchte und ich verstehe, dass die Welt noch riesig und manchmal beängstigend ist und man sich deshalb ständig rückversichern muss. Alles ist gut. Wir lieben dich, du bist toll!
Love, Mama

2014/01/16

Henri

Und jetzt komme ich endlich mal dazu von Henris Geburt zu berichten. Denn eins kann ich euch verraten: mit einem energiegeladenen Zweijährigen und einem Säugling kommt man zu NICHTS! 


Aber schnell zu Henri.
Die Schwangerschaft mit ihm habe ich noch viel mehr genossen, als damals mit Levi. Die Sorgen, die ich beim ersten Kind noch manchmal hatte (siehe den Post etwas weiter unten), waren komplett weg. Ich habe mich viel mehr auf mich und mein Körpergefühl konzentriert, und das sagte: es ist alles in Ordnung. Da auch nach einem Kaiserschnitt eine vaginale Geburt möglich ist (im Gegenzug zu 1976,als meiner Mutter noch gesagt wurde, das wäre ausgeschlossen), hatte ich mich auf diese Option eingestellt, um endlich auch die natürliche Variante kennen zu lernen. Brav sass ich auch wieder im Geburtsvorbereitungskurs, denn immerhin gilt man nach einem Kaiserschnitt quasi als Erstgebärende. Ausserdem gab mir der Kurs die Gelegenheit, mich ausschliesslich auf das neue Baby zu konzentrieren, ohne von "MAAAAAAMAAAAAA!MAAAAAMAAAAAA!" -Rufen und umherfliegendem Spielzeug unterbrochen zu werden. Es tat einfach gut, sich diese zwei Stunden jede Woche ganz für uns zwei zu nehmen. Ausserdem habe ich in meinem ersten Vorbereitungskurs drei Viertel meiner heutigen Muttirunde kennengelernt-daher war ich sehr gespannt auf die anderen Paare! Zurecht, wie sich herausstellte, allerdings möchte ich mich mit denen eher nicht mehr treffen. Aber das ist eine andere Geschichte.
So rückte der Geburtstermin immer näher und ich war guter Dinge was eine natürliche Geburt anging. Ab der dreissigsten Schwangerschaftswoche machte allerdings meine Narbe vom ersten Kaiserschnitt mir immer mehr zu schaffen: sie war rot, sie spannte, sie tat mir weh. Meine Frauenärztin (eine tolle, kompetente Frau- ein Fuchs!) wollte sie beobachten, und regelmässig einen Ultraschall machen, um zu schauen wie sie von innen aussieht. Bei unserem (wie sich später rausstellte) letzten Termin in der 37. Schwangerschaftswoche stand der Ultraschall auch wieder ganz oben auf der Liste. Aber wie das so ist wenn man schon länger bei einem Arzt in Behandlung ist und sich ganz gut versteht: wir unterhielten uns blendend über aktuelle Kinofilme und ob Biarritz oder San Sebastian  als Urlaubsortschöner ist, und vergaßen beim schallen einfach die Narbe. Henri wurde gemessen und das Gewicht geschätzt ("..und hier wieder der kleine Penis" Beide:" haha, hihi") und dann bin ich gut gelaunt nach Hause. Mir fiel das Versäumnis erst auf, als ich circa eine Woche später in unserem Wunschkrankenhaus zur Anmeldung war, und das Thema Narbe ansprach. Nach ein paar Untersuchungen war schnell klar: die Narbe war schlecht verheilt und sah nicht gut aus, ausserdem war die Gebärmuttervorderwand so dünn, dass sie unter Wehen vermutlich reissen würde. Also wurde erneut ein Kaiserschnitt empfohlen. Kaum hatten wir uns dazu durchgerungen, holte die zuständige Oberärztin auch schon geschäftig ihren Kalender und suchte mit uns ein passendes Datum aus. Wie surreal! Wie bürokratisch! Wie seltsam, etwas so hoch emotionales wie eine Geburt so nüchtern und sachlich zu planen. Mein Mann und ich fanden das alles mehr als bizarr.
Aber es nützte ja nix, das Baby musste geholt werden, und zwar schon vor Weihnachten, aufgrund der Narbe.
Immerhin konnten wir mit diesem feststehenden Datum dafür sorgen, dass Levi optimal betreut wurde. Meine Schwester hat das übernommen und die zwei hatten einen fabelhaften Tag.
Mein Mann und ich waren derweil im Krankenhaus, und da ich dieses Mal wusste was mich erwartet, hatte ich sogar noch etwas mehr Angst.

Punkt 1: der Blasenkatheter. Klingt unangenehm? Ist es auch.
Punkt 2: das legen der Spinalen. Same here.
Punkt 3: die Schmerzen danach. Man fühlt sich wie durchgeschnitten und kann sich kaum bewegen.

Aber:  erstaunlicherweise erholt man sich sehr schnell von so einem Eingriff, und diesmal war ich auch viel schneller wieder fit als beim ersten Mal. Ausserdem habe ich mir ein Einzelzimmer gegönnt-das war zwar etwas teurer, aber es hat sich jeder Cent gelohnt. So oft entbindet man ja nicht im Leben (jedenfalls wenn man so durchschnittlich ist wie wir), und da kann man es sich doch etwas gemütlich machen, oder? Niemand, auf den ich Rücksicht nehmen musste- und umgekehrt. So kurz nach einer Geburt hatte ich einfach keine Lust auf Zimmernachbarinnen mit 20-köpfigem Besuch, der ne Rutsche Eiersalat mitbringt und dazu rund um die Uhr RTL2 mit voller Lautstärke anwirft, aber sich weigert mal durch zu lüften. Ist mir alles schon passiert!
So lagen Henri und ich also schön in meinem Einzelzimmer, haben viel geschlafen, lieben Besuch empfangen und uns beide erholt.
In der ersten Nacht war Henri noch sehr unruhig, weil er noch so viel Fruchtwasser in seinem kleinen Magen hatte, und dauernd spucken musste. Aber als das überstanden war, entpuppte er sich als genauso entspannt wie sein grosser Bruder als Baby: trinken, schlafen, Windel vollmachen, schlafen-das ist Henri zur Zeit. Er weint nicht viel, nimmt ständig gut zu und bei der U3 gestern war der Kinderarzt sehr zufrieden (Ich: "Tadaaaa-Henri!"-Kinderarzt: "Helloooooo Henri!")
Levi ist übrigens ganz entzückend zu seinem kleinen Bruder. Schon bei seinem ersten Besuch im Krankenhaus gab es für das Baby ein Küsschen, er möchte ihn dauernd streicheln und auf den Schoss nehmen. Natürlich mit all der Sanftheit die einem zweijährigen (nicht) möglich ist, deshalb muss man da ganz genau aufpassen. Schon morgens ruft er begeistert: "Hegi! Hegi!" und beugt sich zu dem Kleinen runter "Mah!". Eifersucht ist noch kein wirkliches Thema, manchmal sagt Levi: "Papa- Baby! Mama-Levi!", was soviel heisst wie: Papa soll das Baby nehmen, dami Levi mit Mama kuscheln kann. Und das machen wir dann auch ausgiebig, besonders morgens nach dem aufwachen, und geniessen beide die Mama-Levi Zeit. Schnell ist Levi wieder glücklich und zufrieden und hat keine Zeit mehr für die Mama: es gilt eine Welt zu entdecken- aufgestanden muss werden! Und zwar schnell! 
Das Schlafen im Familienbett klappt zu viert übrigens ausgesprochen gut. Die Jungs wecken sich überraschenderweise nicht dauernd gegenseitig auf, und alle bekommen genügend Schlaf- wir sind ganz begeistert! Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass mein Mann ein Jahr Elternzeit hat? Lalalalala...
So, jetzt möchte hier jemand gestillt werden.
Bis bald! 
Love, Blinki

2014/01/08

Gestatten: der Herr Bruder

kurz darauf wurde versucht dem Baby in die Nase zu kneifen.
Und ja: das Kind trägt Eselpuschen.

2013/12/31

Wie unsere Jungs das Licht der Welt erblickten.

Weil ich darum gebeten wurde, und auch für mich selbst, möchte ich gerne aufschreiben wie Levi und Henri geboren wurden. Denn um Henris Geschichte zu erzählen, muss ich eigentlich mit Levi anfangen.
Und das war so.

Levi war ursprünglich für den 10. Januar ausgerechnet. Während der gesamten Schwangerschaft habe ich mich, abgesehen von der vermutlich normalen Sorge, ob bei dem Ungeborenen alles in Ordnung ist, gut gefühlt. Ich hatte weder vorzeitgige Wehen, noch einen verkürzten Muttermund, keine Schwangerschaftsdiabetes oder was es sonst noch so an Wehwehchen gibt. Levi entwickelte sich völlig zeitgerecht, und bis auf die Nackenfaltenmessung haben wir auch keine Pränataldiagnostik in Anspruch genommen. Was für einen Unterschied hätten denn auch irgendwelche Wahrscheinlichkeitsrechnungen für uns gemacht? Genau- keinen. 
Auf das Baby haben wir uns einfach wahnsinnig gefreut, egal in welcher Form das Universum es uns schicken sollte. 
Ein paar Tage vor dem errechneten Entbindungstermin wachte ich plötzlich morgens mit einem komischen Gefühl auf und sagte zu meinem Mann: "Irgendetwas stimmt nicht mit dem Baby, lass uns mal ein CTG machen." Gesagt, getan. Wir fuhren zu meiner Gynäkologin und beim CTG stellte sich heruas, dass die Herztöne überhaupt nicht gut waren. Sie schickte uns schnell ins Krankenhaus, und weitere Untersuchungen vor Ort ergaben, dass ausserdem mein Fruchtwasser so gut wie aufgebraucht war: Levi musste schnell auf die Welt, am besten mit einem Kaiserschnitt. Man hätte auch auf der Stelle einleiten können, aber das hätte evtl zu lange gedauert. Und obwohl ich die ganze Schwangerschaft über fest an eine natürliche Geburt geglaubt hatte, erschien das mir in dem Moment als die beste Alternative - Hauptsache, dem Kind geht es gut, oder?
Den Kaiserschnitt an sich fand ich dann eher nicht so schön. Es war nicht traumatisch, aber die Op-Situation, die Tatsache, dass ich das Kind nur ganz kurz sehen konnte, bevor es zum wiegen und messen weggetragen wurde, und dass ich dann auch noch eine halbe Stunde zugenäht wurde und danach noch eine weitere halbe Stunde in einem Aufwachraum bleiben musste um meinen Kreislauf zu stabilisieren, das alles war eher suboptimal. Während der OP stellte die Ärztin dann auch noch fest, dass Levi so verkeilt in meinem Bauch war, dass die Geburt selbst beim Einleiten definitiv auf einen Kaiserschnitt hinausgelaufen wäre. Die mussten aber auch an ihm ziehen und zerren bis er endlich draussen war! Trotz Spinalanästhesie bekommt man das Ruckeln ja auch genauestens mit, zwar ohne Schmerzen, aber das reicht trotzdem! Aber: alles richtig gemacht, es war wohl die richtige Entscheidung.
Als ich dann endlich in meinem Bett in mein Zimmer gerollt wurde, sass mein armer Mann mit unserem brandneuen Baby in einer Ecke des Raumes auf einem unbequemen Hocker und traute sich nicht sich zu bewegen. Es war soviel los auf der Station, dass die Schwestern einfach keine Zeit hatten, ihm das erste Bonding auf der nackten Brust zu erklären oder ihm etwas bequemeres zum Sitzen anzubieten. Auch das war, gelinde gesagt, nicht optimal.
Dafür war Levi endlich da. Gesund und rosig und rundum perfekt. Endlich durfte ich ihn auf den Arm nehmen und bewundern. Zum Glück klappte das Stillen sofort und wir starrten für den Rest des Tages einfach verliebt unser süsses Baby an.
Meine Hebamme und meine Ärztin haben mir später erzählt, dass sie selten einen solchen Fall von Mutterinstinkt in der Praxis erleben würden.  Das eine Schwangere morgens aufwacht und einfach WEISS, ohne irgendwelche Symptome, das etwas nicht stimmt. Bei mir war es so, und das war mein, und Levis, Glück.

To be continued!
Einen guten Rutsch wünscht
Blinki


 

2013/12/24

Ein Christkind. Aber nur fast.

Ihr Lieben,
Henri ist da! Seit Donnerstag mittag ist er bei uns, und wir sind alle schwer verliebt in ihn. Zwei Wochen zu früh war der kleine Mann und wog trotzdem schon 3750 Gramm. Ich weiß gar nicht, ob irgendwen Details der Geburt interessieren? Die reiche ich sonst gerne nach. Nur soviel: es war am Ende ein Kaiserschnitt und das war auch gut so, sonst wären wir nicht alle so gesund und munter.
Henri ist perfekt auf jede Art und Weise, das Stillen klappt wieder super und gerade schlummert er gemütlich neben mir. Was für niedliche Geräusche so kleine Wesen machen hatte ich ganz vergessen! Aufgrund des Kaiserschnitts bin ich noch etwas unbeweglich und liege eingemummelt und fürstlich umsorgt mit Henri im Bett, während mein Mann Levi bespasst und den Haushalt schmeisst. Levi ist hin-und hergerissen von der Ankunft seines Bruders, und braucht jetzt viel Zeit und Liebe mit uns beiden.
Die Feiertage werden wir entsprechend ruhig verbringen. Kein Verwandten-Marathon und kein Terminstress, wir igeln uns hier zu viert ein. Heute nachmittag kommen meine Schwiegereltern mit einem Weihnachtsmenü im Gepäck bei uns vorbei, wir essen, machen eine kleine Bescherung und dann wird weiter unterm Tannenbaum ausgeruht. Und morgen das gleiche mit meinen Eltern.
Ich wünsche euch wunderschöne Weihnachten!
Love, Blinki