Levi hat sein eigenes Tempo, und das ist auch gut so. Wir haben uns zum Glück nie von Aussagen wie "er müsste jetzt schon dieses oder jenes, aber AUF JEDEN FALL das hier können oder machen" beinflussen lassen, sondern einfach darauf vertraut, dass das schon irgendwie wird. Und es wurde. Wie mit dem Trinken aus dem Becher (Kinderarzt: "jetzt mit neun Monaten sollte er Wasser nur noch aus dem Becher, nicht aus Babyflaschen oder Schnabeltassen oder ähnlichem trinken). Levi hat das aber überhaupt nicht eingesehen und sich strikt geweigert. Und nachdem er sich den Inhalt seines Bechers diverse Male hingebungsvoll über dem Kopf ausgeleert hat, hatten wir ein Einsehen und beschlossen, dass er gerne noch einige Zeit aus dem Trinklernbecher trinken kann wenn er mag. Zwingen und krampfhaft üben wollten wir das nicht. Wozu? Auf ein paar Monate kommt es da doch nicht an. Und siehe da, irgendwann nahm er den Becher fest in seine beiden kleinen Hände und trank, als hätte er nie ein anderes Gefäß dafür benutzt. Und so geht es uns mit fast allen Dingen. Irgendwann macht er es von alleine, wir bieten ihm Dinge immer mal wieder an, er weiß, dass es sie gibt, Äpfel zum Beispiel (da wird noch immer stumm der Kopf geschüttelt), und wenn er soweit ist, gibt er das Signal. Und so haben wir so gut wie nie Stress. Natürlich gibt es Dinge, wo es keine Diskussion gibt, beim Zähneputzen zum Beispiel, aber zum Glück macht ihm das Spass und er ist sehr ambitioniert bei der Sache.
Manche Signale übersehe ich natürlich geflissentlich. Zum Beispiel hat er mich schon einige Male deutlich wissen lassen, dass er so was von bereit für ein großes Stück Sahnetorte oder das Riesen-Klettergerüst auf dem Spielplatz wäre. Da schüttle ich dann einfach stumm den Kopf.
Beim alleine, im eigenen Zimmer, schlafen ist es genauso. Wie ich schon des öfteren erwähnt habe, ist Levi ein wirklich guter Schläfer. Wir praktizieren ja das co-sleeping im großen Familienbett, und das klappt ganz wunderbar. Der Kleine schläft (wenn er nicht gerade Zähne bekommt oder krank ist) um die zwölf Stunden durch. Und zwar richtig durch, ohne zu mucken. Bisher jedenfalls. In letzter Zeit ist uns aufgefallen, dass er immer genau dann einen unruhigeren Schlaf bekam und anfing sich zu wälzen, wenn wir zu ihm ins Bett gekommen sind. Und so langsam haben wir das Gefühl, dass er bereit ist alleine zu schlafen. Das kommt insofern gelegen, als im Dezember ja sein kleiner Bruder zur Welt kommt und dann auch mit ins (Beistell)Bett zieht. Und Levi soll ja nicht das Gefühl bekommen, dass wir ihn aus unserem Schlafzimmer rausschmeissen weil ein neues Baby einzieht, deshalb muss das umquartieren in den nächsten Wochen stattfinden. Also ist unser nächstes großes Projekt das alleine schlafen im eigenen Zimmer. Allerdings halte ich nichts von Schlaflernprogrammen und schon gar nichts vom schreien lassen, auch nicht für kurze Zeit. Und schlafen lernen muss Levi ja auch nicht, das kann er schon ganz prima. Er soll ja nur lernen, im eigenen Zimmer zu schlafen. Und er soll lernen, dass das nicht heisst, das er plötzlich nachts alleine ist. Er kann sich darauf verlassen, dass wir immer sofort zur Stelle sind, wenn er uns braucht.
Ich habe mir als Lektüre das Buch "Besucherritze" von Eva Solmaz zugelegt und bin begeistert. Meine Theorie, dass das schreien lassen traumatisch für Kinder sein kann, und sie nicht lernen zu schlafen, sondern dass die Mama einfach nicht kommt wenn sie rufen, wird hier durch diverse Studien eindrucksvoll belegt. Das Buch hat mich noch darin bestärkt, dass Levi den Übergang als so sanft wie möglich empfinden soll, und wenn überhaupt, als aufregenden Schritt zum "großer Junge" Dasein.
Die Autorin beschreibt, dass Kinder, wenn schreien gelassen, irgendwann aufhören zu weinen und einschlafen. Aber nicht weil sie gelernt haben alleine einzuschlafen und das ok finden, sondern einfach weil sie resignieren und aufgeben. Wie traurig ist das denn bitte? Wieviel Verlustängste und Bedürfnisse werden denn da ignoriert? Die Autorin schlägt das "bindungsorientierte Schlafenlernen" vor: sobald as Kind signalisiert, dass es einen braucht, kehrt man unverzüglich zu ihm zurück und gibt ihm alle Nähe, die es verlangt. Man nimmt es auf den Arm, singt noch etwas vor, was auch immer. Vielleicht ist das etwas langwieriger und anstrengender als andere Methoden (oft wird empfohlen, das Kind auf keinen Fall aus dem Bett zu nehmen), aber hier lernt das Kind: "ich kann mich auf meine Eltern verlassen und brauche keine Angst zu haben-wenn ich rufe, kommen sie." Studien besagen, dass Kinder, deren Mütter sofort reagieren, auf lange Sicht länger und besser schlafen.
Ich bleibe ja bis heute neben Levi sitzen bis er eingeschlafen ist. Ich singe ihm ein paar Lieder vor, und meistens schlummert er noch währenddessen sanft und selig ein. Das werde ich auch in Zukunft so machen, und dann mal schauen was passiert. Vielleicht ist der Umzug in sein eigenes Zimmer für ihn einfach nur aufregend und schön.
Ich glaube, er ist soweit. Und ich bin es auch.
Nächste Woche geht es los. Wünscht mir Glück!
Love, Blinki
2013/08/14
2013/08/09
Momente...
...in denen man leise innerlich aufschluchzt: wenn das Kind sich nach einem langen Tag beim Zubettgehen zunächst schlafend stellt, um dann die gerade leise aus dem Zimmer schleichende Mutter durch quietschendes Aufspringen und eine Vorführung des Ententanzes zu beglücken. Schnief!
2013/08/06
Halbzeit, und es wird ein....
Ab heute bin ich in der 20. Schwangerschaftswoche. Es ist verrückt wie schnell das diesmal geht. Während meiner Schwangerschaft mit Levi habe ich die Tage gezählt, zum Schluss die Stunden, und jeden Entwicklungsschritt in diversen Büchern, Zeitschriften und Apps nachgelesen. "Ihr Kind ist diese Woche so groß wie eine Olive, ab heute ist das Gehör ausgebildet, usw...", ich wusste alles zu jedem Zeitpunkt ganz genau. Diesmal ist es völlig anders. Nicht nur, dass wir so sehr von dieser freudigen Nachricht überrascht wurden-nein, mit einem kleinen Wirbelwind im Haus, der jede Gelegenheit nutzt um waghalsig seine Umwelt zu erkunden, bleibt einfach weniger Zeit sich intensiv mit dem wachsenden Bauch und seinem kleinen Bewohner zu beschäftigen. Nur Abends, wenn Levi im Bett ist und selig schlummert, habe ich Gelegenheit meinen Bauch mit dem toll riechenenden Öl einzureiben, welches mein Mann mir geschenkt hat (und angeblich den ollen Schwangerschaftsstreifen vorbeugen soll),in mich hinein zu horchen und die ersten zaghaften Bewegungen des Kleinen zu spüren. Denn ja- es wird wieder ein Junge! Wir sind begeistert, denn ein Mädchen wäre zwar auch schön gewesen, aber mit kleinen Jungs kenne ich mich jetzt aus, und so haben die beiden Racker, wenn sie größer sind, einen "partner in crime" um ihre Eltern gemeinsam in den Wahnsinn zu treiben. Dadurch, dass sie vermutlich fast auf den Tag genau zwei Jahre auseinander sein werden, ist der Altersunterschied auch nicht zu groß, und ich hoffe, die beiden können toll miteinander spielen und Unsinn machen. Meine Schwester ist auch nur zwei Jahre jünger als ich, und bis heute (abgesehen von ein paar Aussetzern in der Pubertät) verstehen wir uns prima. Als Kinder haben wir uns die verschiedensten Spiele ausgedacht, haben mit Puppen und Barbies gespielt, Klamotten geteilt und uns auch ordentlich gestritten. Genauso wie es sein muss. Wenn es aber darauf ankam, haben wir immer zusammengehalten, und das wünsche ich mir für meine Söhne auch.
Mein Bauch wächst übrigens in Rekordgeschwindigkeit. Ich kann zwar stolz vermelden, dass ich bisher weniger zugenommen habe als bei Levi, jedoch passen mir die meisten Sachen schon nicht mehr und meine bequeme Schwangerschaftsjogginghose mit dem riesigen Elastikband ist schon seit der zwölften Woche mein ständiger Begleiter- sehr zum Leidwesen meines Mannes. Ansonsten ist er toll wie eh und je, erträgt meine Hormongesteuerten Launen mit einem leichten Schmunzeln, und holt mir Abends blitzschnell Schokoeis vom Kiosk wenn ich auch nur andeute, dass das Baby dieses gerade dringend braucht. ICH persönlich würde mich ja nur von gesunden Dingen ernähren, aber das Baby verlangt einfach manchmal nach Eis oder Schokolade...
Levi ist derweil wie immer sein schelmisches Ich, mittlerweile weiss er genau, wie man meinen Mann und mich zum Lachen bringt und setzt das auch gezielt ein. Natürlich können wir ihm fast nichts übelnehmen, ausser, er weigert sich Abends um zehn immer noch zu schlafen. Andererseits, bei dem Wetter fällt mir das auch schwer. Spätestens seit er laut und deutlich "PAPA" ins Babyphone sagen kann, hat er meinen Mann sowieso um den Finger gewickelt und dieser kommt schnell mit einem Buch unter dem Arm ins Schlafzimmer geeilt um eine letzte, "aber wirklich allerletzte", Geschichte vorzulesen.
Ah, the good life!
Love, Blinki
Mein Bauch wächst übrigens in Rekordgeschwindigkeit. Ich kann zwar stolz vermelden, dass ich bisher weniger zugenommen habe als bei Levi, jedoch passen mir die meisten Sachen schon nicht mehr und meine bequeme Schwangerschaftsjogginghose mit dem riesigen Elastikband ist schon seit der zwölften Woche mein ständiger Begleiter- sehr zum Leidwesen meines Mannes. Ansonsten ist er toll wie eh und je, erträgt meine Hormongesteuerten Launen mit einem leichten Schmunzeln, und holt mir Abends blitzschnell Schokoeis vom Kiosk wenn ich auch nur andeute, dass das Baby dieses gerade dringend braucht. ICH persönlich würde mich ja nur von gesunden Dingen ernähren, aber das Baby verlangt einfach manchmal nach Eis oder Schokolade...
Levi ist derweil wie immer sein schelmisches Ich, mittlerweile weiss er genau, wie man meinen Mann und mich zum Lachen bringt und setzt das auch gezielt ein. Natürlich können wir ihm fast nichts übelnehmen, ausser, er weigert sich Abends um zehn immer noch zu schlafen. Andererseits, bei dem Wetter fällt mir das auch schwer. Spätestens seit er laut und deutlich "PAPA" ins Babyphone sagen kann, hat er meinen Mann sowieso um den Finger gewickelt und dieser kommt schnell mit einem Buch unter dem Arm ins Schlafzimmer geeilt um eine letzte, "aber wirklich allerletzte", Geschichte vorzulesen.
Ah, the good life!
Love, Blinki
2013/07/25
Jakobsweg
Meine Schwester geht seit Samstag mit zwei Freunden den Jakobsweg. Ihre lustigen, skurrilen und anstregenden Tage auf dem Camino beschreiben die drei auf ihrem Blog kaffeeundmilch. Wer Lust hat, schaut mal rein!
Ps: 38°Celsius sind für mich und meinen Kreislauf schon unschwanger anstrengend. Aber so-puh!!! Wie geht es euch bei der Hitze?
Ps: 38°Celsius sind für mich und meinen Kreislauf schon unschwanger anstrengend. Aber so-puh!!! Wie geht es euch bei der Hitze?
2013/07/21
life lately
2013/07/15
Eineinhalb Jahre. Verrückt.
Liebe Leser,
da bin ich wieder! Die letzten Wochen waren etwas stressig und vollgepackt, zu bieten habe ich: 1 Mittelohrentzündung (Levi), einige Kreislaufattacken (ich) und die eifrige Suche nach einem Haus (die ganze Familie). Bei letzterem haben wir vielleicht einen Treffer gelandet und befinden uns gerade in Verhandlungen. Ich halte euch auf dem laufenden-versprochen!
Jetzt aber:
Lieber Levi,
seit dem 05.07.2013 bist du genau 1,5 jahre alt. Wir haben soviel Spass zusammen. Die Welt ist eine Wundertüte für dich, die an jeder Ecke etwas neues, spannendes bereit hält. Der Weg von unserer Wohnung zum nächsten Spielplatz ist ca. 300 Meter weit, wir brauchen dafür aber eine gute halbe Stunde. Kein Stein und keine Pflanze ist zu langweilig um nicht daran stehen zu bleiben. Meistens schiebe ich den Kinderwagen, während du, nebenher laufend, neugierig alles genau unter die Lupe nimmst. "Dada?" (Jawoll-wir sind von DA! auf DADA! umgestiegen, wenn das kein Fortschritt ist!) - "Das ist ein Fenster.", "Dada?"-"Das ist ein Fahrrad.", "Dada?"- "Das ist ein Zigarettenstummel. NEIN, nicht anfassen!"-"Dada?" - "..........". Und so geht es fröhlich, bis wir am Bestimmungsort angekommen sind.
Mittlerweise weisst du auch, wie die Kuh macht ("Mmmmm"), der Löwe ("Aaaaaaah"), der Hund ("wawawa") und das Feuerwehrauto ("Tatatatata"). Überhaupt, Fahrzeuge im Allgemeinen und große Fahrzeuge im Besonderen gefallen dir ausgesprochen gut. Du hörst einen Krankenwagen oder ein Feuerwehrauto schon, wenn ich noch abwesend in die Gegend starre. Von deinem aufgeregten "DA! Tatatatata!" werde ich aber schlagartig jedesmal aus den Tagträumen gerissen. Jeden Dienstag morgen stehen wir passend zur Leerung der Mülltonnen am Fenster deines Zimmers und schauen dem Müllauto gebannt bei seiner faszinierenden Tätigkeit zu. Du jedenfalls. Ich beobachte derweil müde die Passanten und frage mich, ob ich doch mal eine Mode-Polizei für unsere kleine Stadt gründen sollte. Vielleicht könnte ich auch Schilder ans Fenster halten, auf denen Dinge wie: "Zurück nach Hause-Umziehen!", oder "In dieser Strasse gilt Dreiviertelhosenverbot!" stehen. Mal sehen.
Zurück zum Thema. Ich finde es wirklich interessant, dass du so doll auf Bagger und Autos abfährst, obwohl ich mich bewusst bei geschlechtsspezifischem Spielzeug und Büchern und allem zurück gehalten habe, weil ich fest der Überzeugung war, dass vieles am Verhalten von Kindern Sozialisation und Erziehung ist, und weniger Genetik. Du hast Autos und Puppen und Stofftiere, und wenn du irgendwann eine Barbie haben möchtest, würde mir nur das vermittelte Frauenbild Probleme bereiten, nicht aber die Tatsache, dass du so ein Ding haben möchtest. Wie sonst auch, finde ich es wichtig, dass du dich frei entfaltest, fern von Einschränkungen wie "Das machen Jungs nicht", oder "das ist Mädchenspielzeug, iiieh"). Letzeren Kommentar musste ich mir mal in der Krabbelgruppe von einer Mutti,die zum Glück nicht mehr da ist, anhören und habe mir das direkt verbeten. Das kommt früh genug. Freunde aus Hamburg erzählten mal, dass ihr vierjähriger Sohn die Mutter beim Nägellackieren beobachtet hatte, und daraufhin auch mal Nagellack tragen wollte. Und durfte. In der Kita wurde er dafür dann von Erzieherinnen (unmöglich!) und Kindern ausgelacht (schade).
Du, lieber Levi, findest jedenfalls alles was brummt super, und das was du super findest, finde ich auch gut. Im Moment jedenfalls noch. Das kann sich ja schnell ändern!
Auf dem Spielplatz ist die Schaukel immer noch das allerallerbeste. Wir haben neulich einen Spielplatz mit Babyschaukel, in der du alleine sitzen kannst, entdeckt und dort bist du überhaupt nicht mehr raus zu kriegen. Heute nachmittag habe ich dir alle fünf Minuten kräftigen Anschwung gegeben, und mich dann weiter mit den anderen Muttis unterhalten. Du sasst dort einfach ungerührt, hast keine Mine verzogen, und wenn ich alle Viertelstunde gefragt habe, ob du fertig mit schaukeln bist, hast du stumm und ernst den Kopf geschüttelt.
Ähnlich verhält es sich mit Kinderkarussells. Am Wochenende war im Dorf meiner Eltern Schützenfest (diese Veranstaltung ist eigentlich einen eigenen Post wert, ich sage nur soviel: wenn man seine Ex-Schulkameradinnen mit lila Strähnchen in der frechen Kurzhaarfrisur und antoupiertem Hinterkopf schunkelnd in der Menge entdeckt, ist man SPÄTESTENS froh, das Kaff irgendwann mal verlassen zu haben). Das Schützenfest beinhaltet neben betrunkenen Schützen in allen Strassengräben drei Highlights: die Pizzabude, der Süßigkeitenstand (Gummischnüre-yay!), und seit gestern auch das winzige Kinderkarussell. Der Fahrkartenverkäufer war gleichzeitig auch der Fahrkarteneinsammler und der DJ ("Ich will immer wieder dieses Fieber spüren") in Personalunion.
Tante Ruth und ich haben dich in das Feuerwehrauto gesetzt und von da an war kein halten mehr. Lässig den Ellenbogen aus dem Fenster gelehnt, mit der anderen Hand ab und zu das Lenkrad drehend, hast du dir den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen. Jedesmal wenn die Tour zuende war, und wir dich herausheben wollten, hast du eine preisverdächtige Schüppe gezogen und wild den Kopf geschüttelt. Das hat deine arme Tante nicht ausgehalten und sofort beim Schalter neue Karten besorgt. "Ich kann nichts dafür, wenn er mich so traurig ansieht, müsste man ja ein Herz aus Stein haben!" Nach acht (!) Runden hatte ich aber genau das, und wir haben uns auf den Heimweg gemacht.
Zum Glück hast du bei der Rabenmutter eine so liebe Tante!
Love, Mama
da bin ich wieder! Die letzten Wochen waren etwas stressig und vollgepackt, zu bieten habe ich: 1 Mittelohrentzündung (Levi), einige Kreislaufattacken (ich) und die eifrige Suche nach einem Haus (die ganze Familie). Bei letzterem haben wir vielleicht einen Treffer gelandet und befinden uns gerade in Verhandlungen. Ich halte euch auf dem laufenden-versprochen!
Jetzt aber:
Lieber Levi,
seit dem 05.07.2013 bist du genau 1,5 jahre alt. Wir haben soviel Spass zusammen. Die Welt ist eine Wundertüte für dich, die an jeder Ecke etwas neues, spannendes bereit hält. Der Weg von unserer Wohnung zum nächsten Spielplatz ist ca. 300 Meter weit, wir brauchen dafür aber eine gute halbe Stunde. Kein Stein und keine Pflanze ist zu langweilig um nicht daran stehen zu bleiben. Meistens schiebe ich den Kinderwagen, während du, nebenher laufend, neugierig alles genau unter die Lupe nimmst. "Dada?" (Jawoll-wir sind von DA! auf DADA! umgestiegen, wenn das kein Fortschritt ist!) - "Das ist ein Fenster.", "Dada?"-"Das ist ein Fahrrad.", "Dada?"- "Das ist ein Zigarettenstummel. NEIN, nicht anfassen!"-"Dada?" - "..........". Und so geht es fröhlich, bis wir am Bestimmungsort angekommen sind.
Mittlerweise weisst du auch, wie die Kuh macht ("Mmmmm"), der Löwe ("Aaaaaaah"), der Hund ("wawawa") und das Feuerwehrauto ("Tatatatata"). Überhaupt, Fahrzeuge im Allgemeinen und große Fahrzeuge im Besonderen gefallen dir ausgesprochen gut. Du hörst einen Krankenwagen oder ein Feuerwehrauto schon, wenn ich noch abwesend in die Gegend starre. Von deinem aufgeregten "DA! Tatatatata!" werde ich aber schlagartig jedesmal aus den Tagträumen gerissen. Jeden Dienstag morgen stehen wir passend zur Leerung der Mülltonnen am Fenster deines Zimmers und schauen dem Müllauto gebannt bei seiner faszinierenden Tätigkeit zu. Du jedenfalls. Ich beobachte derweil müde die Passanten und frage mich, ob ich doch mal eine Mode-Polizei für unsere kleine Stadt gründen sollte. Vielleicht könnte ich auch Schilder ans Fenster halten, auf denen Dinge wie: "Zurück nach Hause-Umziehen!", oder "In dieser Strasse gilt Dreiviertelhosenverbot!" stehen. Mal sehen.
Zurück zum Thema. Ich finde es wirklich interessant, dass du so doll auf Bagger und Autos abfährst, obwohl ich mich bewusst bei geschlechtsspezifischem Spielzeug und Büchern und allem zurück gehalten habe, weil ich fest der Überzeugung war, dass vieles am Verhalten von Kindern Sozialisation und Erziehung ist, und weniger Genetik. Du hast Autos und Puppen und Stofftiere, und wenn du irgendwann eine Barbie haben möchtest, würde mir nur das vermittelte Frauenbild Probleme bereiten, nicht aber die Tatsache, dass du so ein Ding haben möchtest. Wie sonst auch, finde ich es wichtig, dass du dich frei entfaltest, fern von Einschränkungen wie "Das machen Jungs nicht", oder "das ist Mädchenspielzeug, iiieh"). Letzeren Kommentar musste ich mir mal in der Krabbelgruppe von einer Mutti,die zum Glück nicht mehr da ist, anhören und habe mir das direkt verbeten. Das kommt früh genug. Freunde aus Hamburg erzählten mal, dass ihr vierjähriger Sohn die Mutter beim Nägellackieren beobachtet hatte, und daraufhin auch mal Nagellack tragen wollte. Und durfte. In der Kita wurde er dafür dann von Erzieherinnen (unmöglich!) und Kindern ausgelacht (schade).
Du, lieber Levi, findest jedenfalls alles was brummt super, und das was du super findest, finde ich auch gut. Im Moment jedenfalls noch. Das kann sich ja schnell ändern!
Auf dem Spielplatz ist die Schaukel immer noch das allerallerbeste. Wir haben neulich einen Spielplatz mit Babyschaukel, in der du alleine sitzen kannst, entdeckt und dort bist du überhaupt nicht mehr raus zu kriegen. Heute nachmittag habe ich dir alle fünf Minuten kräftigen Anschwung gegeben, und mich dann weiter mit den anderen Muttis unterhalten. Du sasst dort einfach ungerührt, hast keine Mine verzogen, und wenn ich alle Viertelstunde gefragt habe, ob du fertig mit schaukeln bist, hast du stumm und ernst den Kopf geschüttelt.
Ähnlich verhält es sich mit Kinderkarussells. Am Wochenende war im Dorf meiner Eltern Schützenfest (diese Veranstaltung ist eigentlich einen eigenen Post wert, ich sage nur soviel: wenn man seine Ex-Schulkameradinnen mit lila Strähnchen in der frechen Kurzhaarfrisur und antoupiertem Hinterkopf schunkelnd in der Menge entdeckt, ist man SPÄTESTENS froh, das Kaff irgendwann mal verlassen zu haben). Das Schützenfest beinhaltet neben betrunkenen Schützen in allen Strassengräben drei Highlights: die Pizzabude, der Süßigkeitenstand (Gummischnüre-yay!), und seit gestern auch das winzige Kinderkarussell. Der Fahrkartenverkäufer war gleichzeitig auch der Fahrkarteneinsammler und der DJ ("Ich will immer wieder dieses Fieber spüren") in Personalunion.
Tante Ruth und ich haben dich in das Feuerwehrauto gesetzt und von da an war kein halten mehr. Lässig den Ellenbogen aus dem Fenster gelehnt, mit der anderen Hand ab und zu das Lenkrad drehend, hast du dir den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen. Jedesmal wenn die Tour zuende war, und wir dich herausheben wollten, hast du eine preisverdächtige Schüppe gezogen und wild den Kopf geschüttelt. Das hat deine arme Tante nicht ausgehalten und sofort beim Schalter neue Karten besorgt. "Ich kann nichts dafür, wenn er mich so traurig ansieht, müsste man ja ein Herz aus Stein haben!" Nach acht (!) Runden hatte ich aber genau das, und wir haben uns auf den Heimweg gemacht.
Zum Glück hast du bei der Rabenmutter eine so liebe Tante!
Love, Mama
2013/06/25
Warum nicht immer so?
"Levi, bist du müde, möchtest du ein Mittagsschläfchen machen?"
Eifriges Nicken.
"Dann geh doch schon mal vor ins Schlafzimmer, ich komme nach!"
Levi klemmt sich entschlossen Dada unter den Arm und wackelt los.
Die Mama legt ihn ins Bett und schliesst den Schlafsack.
"Der Mond ist....."
"Schnaaaaaarch...."
Das gefällt! - Eine schönen Dienstag Euch!
Eifriges Nicken.
"Dann geh doch schon mal vor ins Schlafzimmer, ich komme nach!"
Levi klemmt sich entschlossen Dada unter den Arm und wackelt los.
Die Mama legt ihn ins Bett und schliesst den Schlafsack.
"Der Mond ist....."
"Schnaaaaaarch...."
Das gefällt! - Eine schönen Dienstag Euch!
2013/06/20
Manchmal kommt es anders...
Ich hatte ja super-duper Neuigkeiten angekündigt. Und heute möchte ich damit rausrücken, aber dafür muss ich etwas ausholen. Ich habe euch ja ausführlich über unseren Kinderwunsch berichtet, nachzulesen hier, hier und hier. Das war eine körperlich, emotional und auch finanziell anstrengende Zeit, die sich aber natürlich sowas von gelohnt hat! Und gerne wollten wir immer ein zweites Kind, möglichst mit nicht zu großem Abstand (man wird ja nicht jünger, hüstel), die Frage war nur: wann gehen wir das an? Wir haben uns dann auf Anfang 2014 geeinigt, da wird Levi Zwei und der Zeitpunkt erschien uns ganz passend, wieder in der Kinderwunschklinik vorstellig zu werden.
Aber dann kam alles ganz anders: vor ein paar Wochen war ich bei meiner Gynäkologin, weil ich undefinierbare Schmerzen im Unterleib hatte und mal wieder eine olle Zyste vermutete. Die Ärztin schaute sich alles ganz genau an, machte ein Ultraschall und verkündete strahlend: "Schauen Sie mal Blinki, ich kann Ihnen zeigen, woran die Schmerzen liegen. Herzlichen Glückwunsch!" Auf dem Bildschirm war eine winzige Fruchthöhle zu sehen, die Schmerzen kamen wohl von den sich dehnenden Mutterbändern. Ich bin schwanger! Und zwar einfach so! Ohne Hormone, ohne Hilfe, ohne Warteschleife und ganz ohne Hoffen und Bangen. Ich konnte es nicht fassen. Um nicht zu sagen: Ich war sprachlos und wäre beinahe vom Stuhl gefallen. Damit hatten wir mit unserer Geschichte nun wirklich nicht gerechnet!
Natürlich hatten uns die Ärzte nach Levis Geburt gesagt: "Das zweite kommt oft von ganz allein, Sie werden sehen!" Und mein Mann und ich haben dazu milde gelächelt und "Blablabla, na klar.." gedacht. Und dann sowas. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überglücklich und freuen uns wahnsinnig. Mittlerweile bin ich in der 13. Woche und beim letzten Ultraschall hat das Kleine mir schon fröhlich zugewunken. Levi wird also ein grosser Bruder, und jetzt suchen wir noch intensiver nach einem Haus mit Garten für unsere kleine Familie.
Liebes Universum, du hast es wirklich verdient, dass wir heute mal auf dich anstossen. Mit 'ner Orangina selbstverständlich.
Aber dann kam alles ganz anders: vor ein paar Wochen war ich bei meiner Gynäkologin, weil ich undefinierbare Schmerzen im Unterleib hatte und mal wieder eine olle Zyste vermutete. Die Ärztin schaute sich alles ganz genau an, machte ein Ultraschall und verkündete strahlend: "Schauen Sie mal Blinki, ich kann Ihnen zeigen, woran die Schmerzen liegen. Herzlichen Glückwunsch!" Auf dem Bildschirm war eine winzige Fruchthöhle zu sehen, die Schmerzen kamen wohl von den sich dehnenden Mutterbändern. Ich bin schwanger! Und zwar einfach so! Ohne Hormone, ohne Hilfe, ohne Warteschleife und ganz ohne Hoffen und Bangen. Ich konnte es nicht fassen. Um nicht zu sagen: Ich war sprachlos und wäre beinahe vom Stuhl gefallen. Damit hatten wir mit unserer Geschichte nun wirklich nicht gerechnet!
Natürlich hatten uns die Ärzte nach Levis Geburt gesagt: "Das zweite kommt oft von ganz allein, Sie werden sehen!" Und mein Mann und ich haben dazu milde gelächelt und "Blablabla, na klar.." gedacht. Und dann sowas. Wie ihr euch vorstellen könnt, sind wir überglücklich und freuen uns wahnsinnig. Mittlerweile bin ich in der 13. Woche und beim letzten Ultraschall hat das Kleine mir schon fröhlich zugewunken. Levi wird also ein grosser Bruder, und jetzt suchen wir noch intensiver nach einem Haus mit Garten für unsere kleine Familie.
Liebes Universum, du hast es wirklich verdient, dass wir heute mal auf dich anstossen. Mit 'ner Orangina selbstverständlich.
2013/06/15
Momente...
...in denen man sich Geiste mal kurz alleine auf eine Südseeinsel beamt: wenn man das Kind dabei überrascht, wie es hingebungsvoll mit dem Labello das Stoffsofa bearbeitet.
Jaja, ich weiß- ein Stoffsofa, süß von uns. Das haben wir uns selbstverständlich noch kinderlos gekauft!
Jaja, ich weiß- ein Stoffsofa, süß von uns. Das haben wir uns selbstverständlich noch kinderlos gekauft!
2013/06/09
Es war einmal...
...eine Traumhochzeit in Schweden. Um genau zu sein: gestern. NATÜRLICH habe ich mir das in voller Länge angeschaut. Levi hing mit 39 Grad Fieber schlafend auf meinem Arm und konnte sich nicht wehren...der Ärmste.
Im Vorfeld habe ich ja geträumt, ich wäre zu dieser Hochzeit eingeladen. Das fand ich im Traum überhaupt nicht verwunderlich, sondern hielt es als Madeleines beste Freundin natürlich für das Mindeste. Leider hatte ich mich bis zum Vorabend der Trauung nicht um ein passendes Outfit gekümmert und war nun einigermassen verzweifelt. Irgendwann fiel mir noch das Kleid ein, welches ich zur Hochzeit meiner Freundin B. vor ein paar Wochen getragen hatte. Was solls,dachte ich, dann ziehe ich halt das an. Fehlte nur noch ein Hut! Wie es der Zufall wollte, öffnete meine Mutter mir kurz darauf mit einem turmhohen Fascinator a la Kate Middleton die Tür, wollte diesen aber ungern verleihen. "Ich habe hier noch einen Tirolerhut, setze den doch auf!" Ein Tirolerhut, die spinnt doch...während ich mich noch ärgerte, riss mich Levi mit einem lauten "MAMAMAMAMA" aus dem Schlaf.
Soviel zu meinen komischen Hirngespinsten in der Nacht. Ich führe ja ein Traumtagebuch, das immer griffbereit in meiner Nachttischschublade liegt, und in welches ich dann sofort und ungefiltert nach dem Aufwachen meine Träume, sofern ich mich erinnere, niederschreibe. Vielleicht sollte ich das mal einem Psychologen zeigen, denn die darin enthaltenen Szenerien schwanken zwischen unfassbar konfus und lustig und einfach nur bizarr. Alpträume schreibe ich übrigens aus Prinzip nicht auf. Wer will sich denn an sowas erinnern?
Hier einige Kostproben.
04.03.2005
Bin mit einer Freundin in Mexiko unterwegs. In einer schäbigen Spelunke wollen wir auf die Toilette gehen. Diese befindet sich im Keller, den man nur über eine Rutsche erreicht. Dort unten ist ein weiterer Raum, in dem Heinz Strunk und Jaques Palminger Karten spielen. Heinz besorgt uns gefälschte Pässe- wofür wir die brauchen, weiss ich nicht mehr. Ich bin beleidigt, weil ich den Pass bekomme, auf dem das Mädchen auf dem Foto Schielaugen und eine unförmige Frisur hat. Meine Freundin bekommt das hübsche Foto mit dem Pagenschnitt und den runden Puppenaugen.
02.05.2005
Ich habe mir betrunken ein furchtbar hässliches Symbol auf den Handrücken tatowieren lassen. Es sah ungefähr so aus (Zeichnung). Natürlich bin ich verzeifelt und möchte es sofort weglasern lassen. Ausserdem habe ich vor den Tätowierer zu verklagen weil ich ja so betrunken und nicht Herr meiner Sinne war. Mir wird ein guter Anwalt empfohlen. Auf dem Weg dorthin treffe ich im Bus Angelina Jolie, die mir ein Tatoo zeigt, welches ihr Bruder ihr mal gestochen hat, und was sie auch ganz fürchterlich findet. Es sieht ungefähr so aus (Zeichnung). Dann erzählt sie, dass sie in ihrem nächsten Film Dracula spielen wird. Ich bin irritiert. War das nicht ein Mann? Nein, Angelina korrigiert mich: das war eine transsexuelle Frau! Verrückt. Ich möchte Angelina erschrecken, und verkleide mich als Gandalf aus Herr der Ringe. Sie ist nicht beeindruckt.
03.07.2006 (man erinnere sich: Fussball-WM)
Ich stehe an einer Pommesbude. Dahinter steht gutgelaunt Bastian Schweinsteiger und hilft seinen Eltern. Das nächste WM-Spiel ist ja auch erst morgen. Er ist gar nicht so hässlich wie im Fernsehen. Simone B. und ihre Schwester kommen hinzu. Ich frage, was sie in Hamburg machen. Simone sagt, sie lag acht Wochen hier im Krankenhaus weil sie sich an einem Robbensteak vergiftet hatte. Sie nuschelt sehr. Mein Vater bittet mich, eine leere Orangensaftflasche zurück ins Mannschaftsquartier der Deutschen im Grunewald zurück zu bringen. Ich schleiche mich rein. Alles leer. Ein paar Spieler essen Pommes.
20.11.2011
Ich bin in einem Raum mit einem grossen, schwarzen Hund. Der Hund hat Schlappohren und Hängebacken und scheint zu schlafen. Ich sage: "Irgendwie riecht es hier komisch." Der Hund hebt den Kopf und sagt: "nach Jochurt Baby, nach Jochurt." Er lässt den kopf wieder fallen und schläft weiter.
Das passiert also in meinem Kopf während ich schlafe. Ist das normal? Ich mein, sowas kann man sich ja gar nicht ausdenken!
Ich sage nur soviel: es tauchen weiterhin unverhältnismässig viele Prominente auf. Ich habe noch im Angebot: Sky Dumont, 50 Cent, Marika Rökk und Justin Timberlake.
Im Vorfeld habe ich ja geträumt, ich wäre zu dieser Hochzeit eingeladen. Das fand ich im Traum überhaupt nicht verwunderlich, sondern hielt es als Madeleines beste Freundin natürlich für das Mindeste. Leider hatte ich mich bis zum Vorabend der Trauung nicht um ein passendes Outfit gekümmert und war nun einigermassen verzweifelt. Irgendwann fiel mir noch das Kleid ein, welches ich zur Hochzeit meiner Freundin B. vor ein paar Wochen getragen hatte. Was solls,dachte ich, dann ziehe ich halt das an. Fehlte nur noch ein Hut! Wie es der Zufall wollte, öffnete meine Mutter mir kurz darauf mit einem turmhohen Fascinator a la Kate Middleton die Tür, wollte diesen aber ungern verleihen. "Ich habe hier noch einen Tirolerhut, setze den doch auf!" Ein Tirolerhut, die spinnt doch...während ich mich noch ärgerte, riss mich Levi mit einem lauten "MAMAMAMAMA" aus dem Schlaf.
Soviel zu meinen komischen Hirngespinsten in der Nacht. Ich führe ja ein Traumtagebuch, das immer griffbereit in meiner Nachttischschublade liegt, und in welches ich dann sofort und ungefiltert nach dem Aufwachen meine Träume, sofern ich mich erinnere, niederschreibe. Vielleicht sollte ich das mal einem Psychologen zeigen, denn die darin enthaltenen Szenerien schwanken zwischen unfassbar konfus und lustig und einfach nur bizarr. Alpträume schreibe ich übrigens aus Prinzip nicht auf. Wer will sich denn an sowas erinnern?
Hier einige Kostproben.
04.03.2005
Bin mit einer Freundin in Mexiko unterwegs. In einer schäbigen Spelunke wollen wir auf die Toilette gehen. Diese befindet sich im Keller, den man nur über eine Rutsche erreicht. Dort unten ist ein weiterer Raum, in dem Heinz Strunk und Jaques Palminger Karten spielen. Heinz besorgt uns gefälschte Pässe- wofür wir die brauchen, weiss ich nicht mehr. Ich bin beleidigt, weil ich den Pass bekomme, auf dem das Mädchen auf dem Foto Schielaugen und eine unförmige Frisur hat. Meine Freundin bekommt das hübsche Foto mit dem Pagenschnitt und den runden Puppenaugen.
02.05.2005
Ich habe mir betrunken ein furchtbar hässliches Symbol auf den Handrücken tatowieren lassen. Es sah ungefähr so aus (Zeichnung). Natürlich bin ich verzeifelt und möchte es sofort weglasern lassen. Ausserdem habe ich vor den Tätowierer zu verklagen weil ich ja so betrunken und nicht Herr meiner Sinne war. Mir wird ein guter Anwalt empfohlen. Auf dem Weg dorthin treffe ich im Bus Angelina Jolie, die mir ein Tatoo zeigt, welches ihr Bruder ihr mal gestochen hat, und was sie auch ganz fürchterlich findet. Es sieht ungefähr so aus (Zeichnung). Dann erzählt sie, dass sie in ihrem nächsten Film Dracula spielen wird. Ich bin irritiert. War das nicht ein Mann? Nein, Angelina korrigiert mich: das war eine transsexuelle Frau! Verrückt. Ich möchte Angelina erschrecken, und verkleide mich als Gandalf aus Herr der Ringe. Sie ist nicht beeindruckt.
03.07.2006 (man erinnere sich: Fussball-WM)
Ich stehe an einer Pommesbude. Dahinter steht gutgelaunt Bastian Schweinsteiger und hilft seinen Eltern. Das nächste WM-Spiel ist ja auch erst morgen. Er ist gar nicht so hässlich wie im Fernsehen. Simone B. und ihre Schwester kommen hinzu. Ich frage, was sie in Hamburg machen. Simone sagt, sie lag acht Wochen hier im Krankenhaus weil sie sich an einem Robbensteak vergiftet hatte. Sie nuschelt sehr. Mein Vater bittet mich, eine leere Orangensaftflasche zurück ins Mannschaftsquartier der Deutschen im Grunewald zurück zu bringen. Ich schleiche mich rein. Alles leer. Ein paar Spieler essen Pommes.
20.11.2011
Ich bin in einem Raum mit einem grossen, schwarzen Hund. Der Hund hat Schlappohren und Hängebacken und scheint zu schlafen. Ich sage: "Irgendwie riecht es hier komisch." Der Hund hebt den Kopf und sagt: "nach Jochurt Baby, nach Jochurt." Er lässt den kopf wieder fallen und schläft weiter.
Das passiert also in meinem Kopf während ich schlafe. Ist das normal? Ich mein, sowas kann man sich ja gar nicht ausdenken!
Ich sage nur soviel: es tauchen weiterhin unverhältnismässig viele Prominente auf. Ich habe noch im Angebot: Sky Dumont, 50 Cent, Marika Rökk und Justin Timberlake.
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