2014/08/15

Levi sagt

Wir haben uns aus zwei Stühlen und einer Decke ein Wohnmobil gebaut.
Levi sitzt am Steuer, Blinki und Henri auf dem Rücksitz.
Blinki: "Und, wo fahren wir hin? Zum Spielplatz oder in den Zoo?"
Levi: "Ins Elsass." Pause. "Mama, wo ist das eigentlich?"

Ins ELSASS?!?

2014/08/03

Häusle baue

Ihr Lieben,
wir sind im Renovierungschaos angekommen, das neue Haus ist eine riesige Baustelle. Oder, wie meine Freundin Biggi treffend bemerkte: "Man braucht ein wenig Phantasie, um sich das Endergebnis vorzustellen." Wie wahr! Es muss ungefähr alles gemacht werden: Fenster, Türen, Böden, Bad, Wände, Küche- alles! Das geht natürlich einher mit jeder Menge Entscheidungen die getroffen werden wollen, so haben mein Mann und ich kürzlich tasächlich geschlagene 40 Minuten über die perfekte Anbringungshöhe für das WC diskutiert!  Und dann sind da noch die Handwerker. Was man da alles erlebt! Heute war zum Beispiel ein Tischler da, der sich die alte Holztreppe und den Dielenboden mal anschauen sollte. Bei allen Gestaltungsideen meinerseits machte er abfällige Kotzgeräusche und rollte die Augen (ich: "in der Küche stelle ich mir vor die Dielen weiss zu lackieren und die Wand in grau..."-er:( Finger im Hals) "bääääh" (würg)! Oder: ich "bei der Treppe fänd ich es ja ganz schick alles in weiss zu halten und den Handlauf anthrazit..."- er (grosse Augen): "Iiiiiiieh, bah". Das fand ich jetzt nicht so sympathisch! Immerhin hatte ich ihn nicht nach seiner Meinung zur Optik, sondern zu der Machbarkeit und den Kosten befragt. Denn wenn wir so anfangen, hätte ich ihn nach dem ersten Blick auf seine Dreiviertelhose sofort wieder nach Hause geschickt! Mal sehen, ob das was wird. Ein weiterer Tischler, er war vor ca 3 Wochen da, ist beim Sprechen fast eingeschlafen, und ich auch. Da hatte ich dann Sorge, dass er beim arbeiten ähnlich fix ist und wir haben von einem Auftrag abgesehen. Allerdings hat er es bis heute auch noch nicht geschafft den versprochenen Kostenvoranschlag zu schicken. 
Dann haben wir noch einen Badinstallateur, der praktischerweise gleich nebenan wohnt, und für uns die Heizung und eben das Bad erneuert. Er kommt immer mit praktischen, offenen Sandalen (mit Socken, is klar) bei uns vorbei, um noch "schnell mal etwas zu besprechen". Den finde ich aber super! Er sieht auf den ersten Blick nicht aus wie ein Design-Guru, aber seine Vorschläge haben unseren Geschmack auf Anhieb getroffen. Wer hätte das gedacht? ("Hier ist die Liste von Herrn H. Vermutlich gefällt uns nix, das sind bestimmt ganz furchtbare Sachen, obwohl sie so teuer sind." Kurz darauf: "Mist, hast du das gesehen? Da ist alles GENAU so wie wir uns das vorgestellt haben!")
Man darf gespannt sein. Aber es macht natürlich auch ganz viel Spass, sich alles so zu gestalten wie man möchte. In diesem Haus werden unsere Kinder aufwachsen, es wird für sie hoffentlich ein kuscheliges Heim sein, in das sie auch später gerne von Zeit zu Zeit zu ihren leicht senilen Eltern zurück kommen werden. Hier wird Henri laufen lernen und Levi seinen ersten Milchzahn verlieren. Sie werden in unserer kleinen Sackgasse Fahrrad fahren lernen und an St. Martin mit ihren Laternen um die Häuser ziehen. Sie werden in dem kleinen Wäldchen nebenan mit ihren Freunden Abenteuer erleben und im Park Fussball spielen. Sie bekommen eine Schaukel und einen Sandkasten und wir  werden im Sommer zusammen auf der Dachterrasse grillen und im Winter in der Küche (mit weissen Dielen!) Weihnachtsplätzchen backen.
Sie werden ihre Kindheit und Jugend hier verbringen, und ich werde alles geben, diese so idyllisch und sorgenfrei wie möglich zu gestalten. Es ist irgendwie verrückt, das wir genau hier, in einer Vorstadt in der Provinz sesshaft werden, wo mein Mann und ich doch schon an so vielen Orten gelebt und gearbeitet haben. Für unsere Kinder dagegen wird es erstmal alles sein, was sie kennen. Vielleicht ist das auch gut so, denn raus in die Welt werden sie früh genug gehen, und das sollen sie auch. Und bis dahin werden sie behütet in einer kleinen, bürgerlichen Siedlung aufwachsen, mit einem grossen Park, mit Ententeichen und einer Schule zu der man bequem, und ohne grössere Strassen zu überqueren, hinradeln kann.
Mir hat dieser Spruch immer gut gefallen:

"Wenn die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie gross sind, gib ihnen Flügel."

In diesem Sinne:

Love, Blinki


2014/07/04

Levi sagt

JEDEN Morgen:
Guten Morgen, Levi! Hast du gut geschlafen? Und was schönes geträumt?
-Ja, von Opa Heiners Eieruhr!

JEDEN Abend:
Gute Nacht, Mäuschen, träum was schönes!
-Ja! Vielleicht von Opa Heiners Eieruhr?"
(Kann mir das jemand erklären?)


"Mama, ich hab meinen Becher umgekippt."
- Nicht schlimm, das kann schonmal passieren."
-(brüllt): "DAS SOLLST DU NICH SAGEN!!!"


(philosophisch): Mama, was bist du eigentlich für eine Frau?
(wenn ich das selbst mal wüsste!)


Im Auto auf dem Weg zur Krabbelgruppe. Vor uns schleicht eine Frau in ihrem Auto vor sich hin. 
Mutter (genervt): "Los, Uschi! Fahr!"
Levi (weinerlich): "Ich will nicht zu Uschi! Ich will zu Mattis!"

2014/07/01

Das wird jetzt kein gutes Licht auf mich werfen...

...aber ich berichte auf besonderen Wunsch trotzdem noch von den anderen Dates.

Also, wen hatten wir denn da noch? Genau:

1. den Tigertanga
Das verrückte ist: den Tigertanga kenne ich schon ewig, und er war der erste richtige Freund den ich in Hamburg hatte. Am Anfang unserer Freundschaft gab es die üblichen Irrungen und Wirrungen wenn man jung ist und sich halbwegs attraktiv findet: man weiss noch nicht ganz, wo die Reise hingeht. Wir trafen uns zum spazierengehen und gingen zusammen in Ausstellungen, auf Parties und Konzerte. Er ist einer der wenigen, bei denen ich es nicht total schmalzig und übertrieben fand, an einem Sonntagmorgen beim Frühstück Gedichte oder Geschichten vorgelesen zu bekommen. Wir verstanden uns also prächtig, und nach meinem Ermessen lief das Ganze auf eine wunderbare, platonische Freundschaft hinaus. Bis es irgendwann zu dem heute berühmt-berüchtigten Unterwäscheskandal kam: eigentlich wollten wir nach der etwas mauen jährlichen Party der Hochschule für bildende Künste (HFBK) nur noch schnell einen Absacker bei mir zu Hause trinken (ist es eigentlich sehr naiv von mir, das wirklich zu glauben?), und ich tänzelte gerade mit zwei Likörchen aus meiner Küche heraus, da lag der der gute, nennen wir ihn aus Datenschutzgründen mal Egon, mit nichts als einem knappen Tigertanga bekleidet breitbeinig auf meinem Bett und raunte: "Du schuldest mir noch eine Nacht...". Bitte was? "Ich schulde dir gar nichts!" schleuderte ich empört zurück, exte schnell den Likör und schob Egon zur Tür hinaus. "Aber es regnet!" stammelte der noch, doch da fiel die Tür schon hinter ihm ins Schloss. Himmel, was war das denn?
Am nächsten Tag hat er sich wortreich und sehr beschämt für diesen Auftritt entschuldigt, und ausserdem den Ausfall auf  "keine Lust mit dem Bus zurück zu fahren und zuviel Biergenuss" geschoben. Damit liess ich es gut sein und wir haben nie wieder darüber gesprochen. Er ist nämlich wirklich ein sehr netter Mensch, den ich immer wieder gerne treffe wenn er mit seiner Band bei uns in der Provinz spielt und mich einlädt. Dann trinken wir Schnaps zusammen und erinnern uns kichernd an die Zeiten, als er in einer WG mit 17 Chinesen über dem Penny auf der Reeperbahn gewohnt hat, und ich auf seine Frage, wie ich seine neue Band finde "So naja" geantwortet habe- 5 Jahre später hatten sie ein Nr. 1 Album. So kann man sich täuschen! Damals jedenfalls sassen wir gerne und lange Abends am Hafen, an diesem kleinen Platz zwischen Fischmarkt und (Ex)-Hafenklang, tranken billigen Wein von der Tankstelle, schauten in den Nachthimmel und redeten und redeten. Er war derjenige, der auf meine Ankündigung, ich würde am Wochenende 'nach  Hause' fahren, als erster sagte: "Blinki, du bist zu Hause!" Recht hatte er.

2. der Erbsenkopf
Oh man, der Erbsenkopf! Das hab ich sowas von vermasselt, denn eigentlich fand ich den ganz gut.
Aber von Anfang an: der Erbsenkopf ist der beste Freund einer sehr guten Freundin aus Berlin, und auf einer tollen gemeinsamen Party, bei der zwar nichts lief, wir aber zusammen eine flotte Polka aufs Parkett gelegt hatten und uns ansonsten auch ganz prima verstanden, lud ich ihn aus einer Laune heraus zu mir nach Hamburg ein. Den Spitznamen 'Erbsenkopf' hat ihm übrigens mein Freund Ossi verpasst, der fand, dass der Kopf des jungen Mannes im Gegesatz zu seinem Körper unverhältnismässig klein sei. Mir war das so noch gar nicht aufgefallen, nach dieser Bemerkung konnte ich natürlich auf nichts anderes mehr achten. Logisch. Jedenfalls schien alles gebongt. Man geht zusammen etwas essen, dann etwas trinken und dann mal schauen, ob er das Gästezimmer wirklich braucht. Meine Freundin hatte mir noch gesteckt, dass er Gerüchten zufolge sehr gut im Bett sein solle. Das hätte sie aus äusserst verlässlichen Quellen- olala! Soviel kann ich an dieser Stelle schon verraten: ich habe es nie herausgefunden.
Der Abend lief gut an. Leckeres Essen, dann in eine der schäbbigsten Kneipen auf dem Kiez- einfach mal ehrlich am Brett abhängen dachte ich. Das ist subversiv, das kommt gut an! Zu der Zeit hielt ich mich fatalerweise, und wie ich heutzutage finde, unbegründet, in leicht angeschwipstem Zustand für viel charmanter und lockerer, deshalb hielt ich mich bei der Getränkebestellung nicht zurück: diverse Kurze wurden geordert. Leider habe ich es mit dem Mut antrinken ein wenig übertrieben, und war innerhalb kürzester Zeit jenseits von Gut und Böse. Natürlich konnte ich die Contenance noch so weit bewahren, dass man mir das nicht anmerkte. So dachte ich jedenfalls! Der Rest liegt im Nebel. Was man mir am nächsten Tag erzählte, ist folgendes: Irgendwann entschuldigte ich mich galant und verschwand auf die Toilette. Und tauchte nicht mehr auf. Der Erbsenkopf dachte sich zunächst nichts dabei und trank gemütlich sein Bier weiter. Als ich nach einer halben Stunde immer noch nicht wieder aufgetaucht war, entschloss er sich dazu auf den Toiletten nachzuschauen. Vielleicht war der Dame ja schlecht geworden? Auch nichts. Hm, vielleicht ist sie frische Luft schnappen gegangen....? Der arme Mann begab sich gerade in dem Moment nach draussen, als auf der anderen Strassenseite eine alte Bekannte vorbei schlenderte: Blinki! 
Verwirrt überquerte er die Strasse. "Blinki, wo kommst du denn her?" - Blinki (fröhlich und überrascht): Du auch hier? Das ist ja ein Zufall, was machst du denn in der Stadt?"
Ich muss wohl kaum erwähnen, dass mich diese Amnesie nicht gerade attraktiver für den jungen Mann manchte, Erbsenkopf hin oder her.
Er übernachtete in meinem Gästezimmer und reiste am nächsten Tag fluchtartig ab.
Bis heute weiss ich nicht, wo ich herkam und wo ich hinwollte.

Tja, und damit kommen wir zu
Nr. 3 -dem Pony
An einem wunderschönen Herbstwochenende bekam ich Besuch von meinen besten Freundinnen, welche extra aus unserer Heimatstadt zu mir an die Elbe gereist waren. Wir kannten uns damals schon seit fünfzehn Jahren, und freuten uns immer wie verrückt auf solche Wochenenden voller Spass.
Wir hatten mal wieder einen Lauf. Tagsüber hatten wir einen Ausflug an die Ostsee gemacht, waren am Strand entlang geschlendert,hatten uns den Wind um die Ohren wehen lassen, um dann in einem kleinen Restaurant leckeren Fisch zu essen. Wie immer wenn wir zusammen sind, wurde viel und herzlich gelacht, und ich fühlte mich wohlig warm inmitten von Freundinnen, denen man nichts beweisen oder erklären muss. Das ist übrigens bis heute so, auch wenn unsere Leben mittlerweile in ganz unterschiedliche Richtungen wachsen.
Zurück in Hamburg liessen wir uns durch die üblichen Etablissements treiben, und landeten schliesslich in meiner Lieblingskneipe: der Mutter an der Stresemannstrasse. Die Mutter war damals so etwas wie mein verlängertes Wohnzimmer: irgendwelche Leute kannte man immer, und ich durfte sogar anschreiben. So ein Service! In dieser kleinen Souterrain-Bar haben sich in meiner Anwesenheit schon unglaubliche Szenen abgespielt, leider kann ich fast nichts davon zum besten geben. Allerdings habe ich mich schonmal von dem kleinen Münztelefon im Flur bei meinem damaligen Arbeitgeber,einer norddeutschen Sendeanstalt, zur Frühschicht krank gemeldet. Im Hintergrund tobte die Musik und ich sass auf dem Schoss eines bekannten Entertainers... aber so verantwortungslos war ich nur dieses eine Mal! Und ich hatte Geburtstag!
Wie auch immer, dort landeten wir jedenfalls und hatten ordentlich einen im Kahn. Wenn sich das jetzt so anhört, als hätte ich damals ein kleines Alkoholproblem gehabt, dann ist das falsch. Ganz falsch! Bloss passierten mit Alkhol immer noch seltsamere Dinge als ohne! Zum Beispiel, das ich mal mit einer fremden Brille und nur einem Schuh nach Hause kam! Aber zurück zur Mutter. An der Theke standen, völlig unerwartet und zu meiner Empörung, nur Fremde. Egal, wir quetschten uns dazwischen und bestellten Getränke. Die Bar ist sehr klein, und irgendwann kamen wir zwangsläufig mit den Umstehenden ins Gepräch. Besonders ein Gast hatte es mir angetan. In meiner Erinnerung war er gross gewachsen, hatte glänzendes schwarzes Haar und ein wunderschönes Lächeln. Meine Freundinnen behaupten bis heute, er wäre ein schmieriger Gigolo in schlecht sitzendem Anzug mit Hasenzähnen gewesen. Davon weiss ich nichts! Die Mädels konnten es also nicht fassen, und versuchten, mich mehr oder weniger subtil von diesem Typen weg zu locken. Nichts zu machen. Verzückt soll ich meiner Freundin immer wieder ins Ohr geflüstert haben: "Ist er nicht süss? Er sieht aus wie ein Pony!"-Sie: "Zu eins: NEIN. Und zu Zwei: GENAU!!??!!" Irgendwann musste ich mich beugen, und wurde von den Damen nach Hause geschleift. Allerdings nicht, ohne über meine Schulter noch schnell in den Raum zu rufen: "Ich komme wieder! Denn ich bin eine richtige UND erotische Frau!"

Wie gesagt, diese Geschichten werfen wirklich kein gutes Licht auf mich.
Gute Nacht!
Love, Blinki

2014/06/21

Nur mal so

Schaut ihr auch alle fleissig die Fussball-WM in diesen Tagen? Ich muss ja zugeben, dass ich die Massen-Public-Viewing Veranstaltungen eher furchtbar finde, und deshalb meide. Also meiden würde, wenn ich abends rausgehen könnte zur Zeit, haha! Heute Abend schaue ich zum Beispiel gemütlich mit Henri auf dem Sofa. Mein lieber Mann ist bei der Arbeit, und während das Baby verschnupft und unruhig auf meinem Arm schlummert, wandern meine Gedanken immer wieder zurück zum Sommer 2006, diesem Jahrhundertsommer, als die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland stattfand. Ist das lange her! Damals lebte ich noch in Hamburg, mitten in der trubeligen Schanze, und hatte mich gerade von meinem Freund, dem leicht neurotischen Sänger einer Band getrennt. Die meisten WM -Spiele verfolgte ich mit meinen Freunden bei dem kleinen Portugiesen um die Ecke: dort stand einfach ein alter Holzfernseher auf drei Astrakisten und dazu gab es das gute portugiesische Sagres Bier.
Ich war also jung und ungebunden, und es war heiss, sehr heiss in Hamburg. Übrigens gibt es nichts schöneres als Sommer in Hamburg. Ausser Winter in Hamburg vielleicht. Jedenfalls wollte ich etwas erleben und mich irgendwie ablenken, und dass wir unsere Stammkneipen nach der Trennung quasi aufgeteilt hatten, um uns nicht dauernd sehen zu müssen, machte es auch nicht besser ("Ich nehm' die Mutter!" - "Na gut, aber dann nehme ICH den grünen Jäger!"). Mein Radius war also eingeschränkt, und so traf man mich, wenn ich nicht beim Portugiesen abhing, in diversen Lokalitäten, in  die ich vorher noch nie einen Fuss gesetzt hatte. So kam es, dass ich mir eine Reihe bizarrer Dates anlachte. 

Date 1: der Zwerg (politisch nicht korrekt, sorry)
fing auf einem Barhocker im Rosi's an, und wenn ich, bzw besser noch er, zwischendurch mal aufgestanden wäre, hätte der Abend vielleicht einen anderen Verlauf genommen. Aber so tranken wir diverse Schnäpse miteinander und lallten uns gegenseitig ins Ohr wie witzig und attraktiv wir uns finden. Ich glaube, ich lobte ihn sogar für seine tollen, voluminösen Haare und dass er aussehe wie Terence Hill. Wir waren uns einig, dass man sich unbedingt bald wieder treffen müsse. Es wurde sich tatsächlich zu einem WM- Spiel am nächsten Tag verabredet und ich verschwand schwankend mit einem eleganten "schüss habbich gesacht" in die Nacht. Am nächsten Tag, nüchtern, musste ich leider feststellen, dass aus Terence Hill eher Danny de Vito geworden war, staturmässig jedenfalls, und witzig fand ich ihn auch nicht mehr, eher prollig und bereute es, auch noch Pumps angezogen zu haben, denn neben mir sah Danny de Vito aus wie mein Sohn. Oder mein Opa.

Date 2: das Paillettenshirt
fing ähnlich an, nur dass es am nächsten Tag schneller zuende ging: der junge Herr, der mir am Vorabend noch äusserst attraktiv erschienen war, tauchte zu der Verabredung in einem hautengen, bauchfreien Shirt auf, auf das mit Pailletten "Beautiful" gestickt war. Da hab ich dann direkt meinem Freund Ossi die verabredete Not-SMS geschickt: "Du hattest Recht, du hattest Recht. Und du kannst später herzlich lachen, aber bitte ruf mich jetzt erst mal an und täusche ein krankes Meerschweinchen oder etwas ähnlich dringendes vor. BITTE!"

Date 3: der Headbanger
war eigentlich ganz lustig, wir lernten uns beim Kickern in der Cobra-Bar kennen und trafen uns ein paar Mal. Auch die Tatsache, dass er für seine Auftritte mit seiner Metal-Band immer eine Perücke mit arschlangen, schwarzen Haaren auf seine kurzen, blonden Haare setzten musste, um besser headbangen zu können, hätte ich ja irgendwie witzig gefunden, wäre das von ihm nich toternst gemeint gewesen.


weitere seltsame Dates in ungeordneter Reihenfolge:
der Erbsenkopf
der Tigertanga
das Pony

Wie gesagt, es war heiss, und im Herbst 2006 hatten wir uns alle abgekühlt,meine Torschlusspanik war vorbei und das Leben ging wieder etwas beschaulicher weiter.

Zum Glück trat zwei Jahre später mein Mann in mein Leben!

Love, Blinki





2014/06/12

Ick freu mir...

...denn ich habe eine kleine Geschäftsidee entwickelt, und mit euch werde ich sie als erstes teilen. Aber nicht jetzt. Ist noch viel zu früh!
Was ich dagegen heute mit euch teilen möchte, ist folgender Dialog:

(Levi sitzt im Bett, im Begriff seinen Mittagsschlaf anzutreten; Henri spielt mit seinen Füssen)
Levi: "SNULLER. ICH BRAUCHE EINEN SNULLER! ZWEI! UND ICH WILL HEGIS FÜSSE NICH SEHEN!"
Mutter: " Logisch. Warte kurz, ich hol dir zwei Schnuller und nehme Henri mit."
Levi (überlegt kurz): "das is aber lieb von dir."

Hach- der Knödel!

2014/06/04

Levi sagt..

Levi sitzt im Kinderzimmer und spielt mit Legosteinen.

Mutter: "Mittagsschlaf! Ich gehe mit Henri schon mal vor, er möchte noch etwas Milch trinken. Kommst du nach?"
Levi (ohne aufzublicken): "Ich ruf dich an."


Und ich sach' noch...

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/wenn-babys-schreien-liebe-statt-kuechenpsychologie-1.1984711

Meine Rede!
Love, Blinki

2014/06/01

Auf zu neuen Ufern

Seit ungefähr zwei Wochen sind mein Mann und ich offiziell Eigenheimbesitzer. Woohoo! Nach einem passenden Häuschen für unsere kleine Familie hatten wir ja schon lange gesucht, eigentlich schon seit Levis Geburt, also seit fast zweieinhalb Jahren. 
Auf dem Weg zum Traumhaus haben wir uns unfassbare Bruchbuden angeschaut, bizarre Makler kennengelernt und über manche Preisvorstellungen einfach nur den Kopf geschüttelt. Das es so schwierig werden würde, hatten wir am Anfang nicht gedacht.
Wir wollten doch nur ein kleines Haus auf dem Land! Raus aus der Stadt und rein ins Grüne! Mit Garten und in einer schönen Wohnsiedlung, wo Kinder auf der Strasse Fahrradfahren lernen können und in einer Art Pleasantville (erinnert sich jemand an den Film?) mit weissen Gartenzäunen und hübschen Vorgärten aufwachsen würden. Das kann doch nicht so schwer sein! Leider hatten wir übersehen, dass aufgrund der aktuellen Zinslage ungefähr jeder nach einem Haus sucht, so fühlte es sich jedenfalls an. Und wann immer wir auf Partys oder bei Freunden auf das Thema zu sprechen kamen, erfuhren wir direkt von neuen Konkurrenten auf dem Immobilienmarkt. Diese versuchten wir natürlich sofort auszuschalten ("also in DAS Viertel würden wir ja niemals ziehen!"-(flüster):" hast du gehört, da steht was leer!"). Zwischendurch hatten wir sogar erwogen, die Todesanzeigen der Tageszeitung etwas gründlicher zu studieren, um eventuell den trauernden Nachkommen wenigstens die Sorge um das Haus von Oma Herta abzunehmen. Nun ja, das konnten wir uns dann gerade noch verkneifen. Nachdem wir uns also viele, viele Häuser angeschaut haben, und uns (fast) immer einig waren, dass es das aus verschiedenen Gründen nicht war, da trafen wir auf Anette und Günter. Anette hatte eine Anzeige in der lokalen Tageszeitung geschaltet, in der sie ein 50er Jahre Haus zu einem wirklich günstigen Tarif verscherbeln wollte. Ein wunderschönes Haus mit weissen Fenstern und grossen, alten Bäumen im Garten, zwischen welchen man im Geiste schon die Hängematte sanft im Wind schaukeln sah. Eigentlich habe ich meinem Mann das Foto aber nur gezeigt, weil die Adresse in der Nähe seiner Eltern lag. "Guck mal hier, hihi, bei deinen Eltern wird ein Haus verkauft, verrückt!" Aus Neugier haben wir dann doch angerufen und direkt für den Nachmittag einen Besichtigungstermin vereinbart. Später haben wir erfahren, dass es aufgrund des Spottpreises am ersten Tag direkt 700 Anfragen gab. Bei der Besichtigung entlockten wir der leicht angeschwipsten Anette ausserdem, dass das Haus so günstig ist weil sie selbst von dem Geld nichts hat: das geht alles ans Altenheim ihrer Mutter, welche es verpasst hat, es ihrer Tochter rechtzeitig zu überschreiben, weshalb diese sich gerne mal ein Likörchen genehmigt und ansonsten froh ist, wenn sie mit dem Ding nichts mehr am Hut hat. Da Anette und ihr Mann Günter direkt nebenan wohnen, war ihnen hauptsächlich an netten Nachbarn gelegen, und da kommen wir ins Spiel. Denn wir sind natürlich supernett! Und unsere Kinder erst! Zum Glück hatten wir Levi bei den Grosseltern geparkt und Henri dabei, der schön niedlich aus der Wäsche guckte, Anette über beide Hamsterbacken angrinste und ansonsten wie wir alle so tat, als würde ihm von ihrer Fahne nicht gleich schwindelig. Wir bekamen den Zuschlag sofort, weitere Interessenten (mit Termin!) wurden von Anette resolut weitergewunken ("das Haus ist WEHEG!"). Und wir konnten es nicht fassen: unser Traumhaus! Es ist natürlich alt, aber noch gut in Schuß. Es müssen ein paar Renovierungs- und Sanierungsmassnahmen durchgeführt werden, aber dann ist es genau das, was wir gesucht haben: in einer schönen Gegend, in der Nähe der Großeltern, mit einem überschaubaren Garten und gut aufgeteilt. Ausserdem ein Haus mit Geschichte, mit einer Seele, denn die hat uns bei den Neubauten oder Doppelhaushälften, die wir uns unter anderem auch angeschaut haben, einfach gefehlt.
Es gibt knarzende Dielen und eine schöne Holztreppe, wir lassen schöne Sprossenfenster einbauen und freuen uns schon auf die riesige Dachterrasse. Und das beste ist: Anette und Günter finden uns so sympathisch, dass sie noch ungefähr fünf mal mit dem Preis runtergegangen sind, ohne das wir auch nur einen Ton gesagt haben ("ihr habt euch eine Woche lang nicht gemeldet, da dachten wir, ihr habt es euch anders überlegt- was haltet ihr von 10.000 weniger?"). Selbstredend sind wir schon beim Du, und ich fürchte, ich muss in Zukunft regelmässig mit Anette Eierlikör über den Gartenzaun trinken, aber was tut man nicht alles für die Familie. Jedenfalls haben wir jetzt ein Haus und werden unsere schöne, liebgewonnene Altbauwohnung im Zentrum verlassen um aufs Land zu ziehen. Dann ist es vorbei mit schnell mal ins Kino, ins Theater, in die Kneipe oder "ich hab so Lust auf Tapas, holst du schnell welche bevor der Tatort anfängt?". Aber mal ehrlich: wie oft geht man mit zwei kleinen Kindern noch aus? Ich jedenfalls nicht mehr so viel! Zum Glück habe ich mich in meinen Zwanzigern ordentlich ausgetobt, mittlerweile habe ich ja die Schlafgewohnheiten einer Greisin. Und wenn ich doch mal auf einen Swutsch will, dann quartiere ich mich einfach bei einer Freundin ein, sollte ich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zurückfahren können wollen. Das wird toll!





2014/05/27

Lieber Henri

Es ist höchste Zeit, dass ich mal wieder was von mir hören lasse. Sind noch ein paar von euch übrig da draussen? Mit zwei Kindern kommt man zu nix, hätte mir ja mal jemand sagen können...

Henri hat es verdient, das auch seine Entwicklung regelmässig festgehalten wird. Schlimm genug, dass ich erst jetzt damit anfange, er ist ja schon unglaubliche fünf Monate alt!


Also:

Lieber Henri, 
du machst uns so viel Freude, das ist nicht zum aushalten. Nie hätte ich gedacht, mal zwei gesunde, quirlige Kinder zu haben. Ich danke wirklich jeden Tag dem Universum dafür.
Du bist jetzt fünf Monate alt und strahlst uns fast den ganzen Tag von einem Ohr zum anderen mit diesem charmanten, breiten Babylächeln an. Seit einer Woche haben sich noch zwei kleine Hasenzähne unten dazu gesellt, und man möchte eigentlich den ganzen Tag nur in dich reinbeissen. Anscheinend produziere ich Sahne, denn du hast dich zu einem stattlichen Michelin-Männchen gemausert- inclusive Speckbeinchen und Hamsterbacken. Es ist einfach zu schön! Ich weiss wirklich nicht, womit ich das verdient habe, aber du bist ebenso entspannt wie dein Bruder als Baby- du schläfst gut, das stillen klappt und meistens bist du zufrieden und mopsfidel. Manchmal, wenn du nicht in den Schlaf findest, meckerst du lautstark und ungeduldig, aber ich weiss zum Glück genau, in welcher Position du dann auf meinem Arm liegen musst, und dann kriegen wir auch das hin. Drehen kannst du dich auch schon, und am liebsten verrenkst du dann dein kleines Köpfchen in Richtung deines grossen Bruders. Levi ist super interessant und super witzig, selbst wenn du schlechte Laune hast. Wenn Levi dich ansieht, fängst du an zu grinsen. Er beugt sich dann ganz nah zu dir heran, und flötet völlig affektiert und übertrieben: "Jaaaa, halloooo, naaa?" Da fühlt man sich als Erwachsener natürlich sofort ertappt und peinlich berührt. Es fällt einem direkt auf, wie affig man sich manchmal einem Baby gegenüber verhält. Aber Babys lieben das doch so, oder? Sag jetzt nichts falsches! Ich möchte mich auch nicht ins Fettnäpfchen bei dir setzen, aber du bist, nun ja, ein ganz schöner Brocken. Mittlerweile sind wir bei Kleidergrösse 74-80 angelangt und das trug dein grosser Bruder erst mit einem Jahr. Im Winter! Folglich habe ich jetzt eine schöne Winterjacke, dicke Strumpfhosen und diverse Pullover unnütz hier herumliegen. Na gut, überredet-ich gehe los und kaufe etwas sommerliches. 
In deinem Leben hast du bisher ganze zweimal im Kinderwagen gelegen, meistens trage ich dich nämlich im Tuch. Oder dein Papa. Ja, der macht das auch. Und zwar gerne. Er fühlt sich bei so einem Spaziergang zwar wie ein Affe im Zoo, weil anscheinend noch niemand einen Vater mit Baby im Tuch und Kleinkind an der Hand gesehen hat (dabei hat mein Hippie-Vater das schon in den Siebzigern vorgemacht! Auf dem Dorf!), aber das hindert deinen Papa überhaupt nicht. Im Gegenteil, er liebt diese Spaziergänge mit euch beiden alleine, das kann ihm auch nicht das unverhohlenste Starren verderben. Einen tollen Papa hast du! Am Wochenende schleicht er sich frühmorgens, wenn du frisch gestillt wurdest, an meine Bettseite wo du im Beistellbett oder meiner Seite (meistens) liegst, und entführt dich aufs Sofa, damit ich auch noch ein bis zwei Stündchen Schlaf mit etwas mehr Platz und ohne Babygeräusche geniessen kann. In der Spielgruppe jammerte eine Mutter neulich, dass diese ständige Nähe nachts (ihr Baby brauchte auch beim schlafen viel Körperkontakt) total auf den Senkel gehe, und sie das super-anstrengend fände. Das empfindet natürlich jeder anders. Mir macht das jedenfalls nichts aus. Ich hab euch gerne bei mir, und ich halte auch gerne deine Hände nachts, wenn du mal wieder so doll damit fuchtelst und dich selbst aufweckst (aus dem fantastischen Puck-Schlafsack der ersten Monate bist du Moppel ja leider schon rausgewachsen). Also, ich halte deine Hände und spüre deinen Atem und jede Bewegung und stille auch noch zwischendurch und es ist überhaupt nicht schlimm. Ich mache das gerne für dich, denn ich kann das verstehen. Ich verstehe, dass es alleine im Bett einsam ist, ich verstehe, dass man, wenn man so klein ist, immer in der Nähe der Mama (oder des Papas)sein möchte und ich verstehe, dass die Welt noch riesig und manchmal beängstigend ist und man sich deshalb ständig rückversichern muss. Alles ist gut. Wir lieben dich, du bist toll!
Love, Mama